Marktplatz: Udo Reuter trennt sich von seiner analogen Modelleisenbahn in Spurgröße N

Marktplatz: Mit viel Liebe zum Detail

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Leicht zugänglich: Udo Reuter demonstriert, dass man die einzelnen Segmente seiner Anlage leicht zerlegen kann

Ganz so groß wie die Modelleisenbahnanlage im Miniatur Wunderland Hamburg ist die Anlage von Udo Reuter nicht. Doch verstecken braucht sie sich auf keinen Fall.

Denn auch in Bad Arolsen gibt es viel zu entdecken und schnell wird deutlich: Hier hat jemand mit viel Liebe zum Detail und großem Spaß an der Sache gebastelt.

Bereits in den 70er-Jahren hatte Udo Reuter eine Modelleisenbahnanlage, nahm diese sogar mit, als er fünf Jahre in Schweden lebte. Doch später wurde die Anlage abgebaut und geriet bis zu einem Besuch des Spielzeugmuseums fast in Vergessenheit. Dort waren die Enkelkinder von den fahrenden Zügen und den dargestellten Landschaften begeistert. Und als der Opa dann sagte „So was habe ich auch“ war die Forderung „Bau sie auf!“ nur die logische Schlussfolgerung, der Udo Reuter nur zu gerne nachkam.

„Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass mir die Anlage in ihrem alten Zustand nicht mehr gefiel und habe alles neu gemacht“, berichtet der Pensionär. Viele Stunden Arbeit sind seit 2000 in die Errichtung des kleinen Miniatur-Wunderlandes geflossen und wann immer die Enkel zu Besuch waren, spielten sie nur zu gerne damit.

Während der Großteil der Anlage in Rahmenkonstruktion auf einer in vier Teile zerlegbaren Leichtbau-Platte auf höhenverstellbaren Stützen montiert wurde und eine Fläche von 3,50 x 1,50 Meter einnimmt, umrahmt ein weiterer Teil die Basiseinrichtung. Hier finden sich in einzelnen Segmenten zum Beispiel ein ICE-Bahnhof samt Schattenbahnhof, eine Burg, ein Gebirgsmassiv, das auf eine lange Gerade trifft, Wohnsiedlungen und noch vieles mehr. Damit die Fahrt immer im Rund laufen konnte, hat der Bad Arolser sogar ein herausnehmbares Segment eingefügt, das die Lücke vor der Zimmertür schloss. Wie alle anderen Segmente auch, wird dieses mit Flügelschrauben und Kabelsteckverbindungen verbunden. Über zwei Stellpulte werden die Züge zusammengestellt, gekoppelt und auf die Reise geschickt, die beim Bahnbetriebswerk mit Lokschuppen für Diesel- und Elektroloks sowie einem Ringlokschuppen, Besandungs- und Bekohlungslager sowie Wasserturm beginnen könnte.

Weit über 1000 Figuren befinden sich in verschiedenen Situationen und es macht großen Spaß, diese zu entdecken. Da sind etwa Taucher am Gebirgssee, Schafe auf der Weide, Passanten beim Bäcker oder auch Demonstranten, die weniger Arbeit fordern.

Viele der Figuren hat Udo Reuter selbst bemalt, was eine ruhige Hand und ein gutes Auge erforderte. „Die Häuser gab es in Bausätzen, wobei ich darauf geachtet habe, dass nicht nur die Gardinen in den Häusern unterschiedlich sind, sondern auch einzelne Fenster abgedunkelt wurden. Auf diese Weise sind nicht alle Häuser bei Nacht komplett beleuchtet.“ Denn selbstverständlich hat der ehemalige ehrenamtliche Leiter des Museumsvereins auch an die Beleuchtung bei Nacht gedacht.

Inzwischen sind die Enkelkinder von Udo Reuter groß und haben andere Interessen als die große Modelleisenbahn im Keller ihres Opas. Deshalb trennt sich dieser nun von ihr. „30 Loks und 70 Personenwagen habe ich schon verkauft“, so der Bastler, „jetzt hoffe ich, dass die analoge Anlage in gute Hände kommt. Wer mag, kann sie natürlich gerne nach Voranmeldung besichtigen.“ (zgi)

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