Millionen-Geschäft: Kreistag stimmt Rückkauf von Eon Mitte zu

Waldeck-Frankenberg. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg beteiligt sich am Rückkauf von Anteilen am Unternehmen Eon Mitte. Das hat der Kreistag am Montagabend nach stellenweise äußerst kontroverser Debatte entschieden.

Mit 35 Ja-Stimmen von SPD, Grünen und Linken gegenüber 30 Nein-Stimmen von CDU, FWG, FDP und Pirat sowie einer Enthaltung fiel letztlich die Entscheidung.

Die Sondersitzung war nur deshalb angesetzt worden, weil schon am Dienstag die Verträge in einem „notariellen Marathon“, wie Landrat Dr. Reinhard Kubat es formulierte, unterzeichnet werden sollen. Nach scharfem Gegenwind aus den Reihen der Opposition appellierte er in der Debatte eindringlich an die Abgeordneten, „uns heute Abend nicht zum Gespött von ganz Hessen zu machen“. Auch wenn es ihm sehr schwer gefallen sei, für sich eine Entscheidung zu treffen, halte er den Weg zum Eon-Rückkauf für vertretbar und gangbar. „Wir sind das Zünglein an der Waage“, sagte Kubat mit Blick darauf, dass das Geschäft nur über die Bühne geht, wenn alle beteiligten Landkreis zustimmen. Waldeck-Frankenberg war der letzte im Bunde von zwölf Landkreisen und der Stadt Göttingen. Bislang hält der Kreis 0,2 Prozent am Unternehmen, künftig sollen es 0,7 Prozent sein. Der Kreis bürgt dabei für 3,84 Millionen Euro für die Finanzierung.

Für den Kauf sollen Kredite fließen, nicht Geld aus dem Kreishaushalt. Die Refinanzierung erfolgt über die erwartete Dividende. Zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen wollen ihren Anteil am Energieversorger Eon Mitte deutlich aufstocken. Bisher halten sie insgesamt 26,7 Prozent der Aktien. Nun soll noch ein Paket von 67,9 Prozent dazukommen. Der Kaufpreis soll bei 582 Mio. Euro liegen, inklusive Zinsen und Nebenkosten soll das Gesamtfinanzierungsvolumen 617 Mio. betragen. (mam)

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