Therapie mit Hunden: Ausbildung für Vierbeiner

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Hunde helfen: Lustgarten-Bewohner Willi Wagler bekam Besuch von den Hunden Elvis, Enya, Oskar, Calle und Flocke samt der Besitzer (von links) Heike Lüttke, Nicole Rynek, Doris Schönegge, Marion Schlüter, Heike Eschler und Markus Rynek. Die Gruppe um Ausbilderin Schönegge ist dankbar, dass das Rhoder Seniorenzentrum ihnen Räume zum Üben zur Verfügung stellt.

Rhoden. Vorsichtig legt Willi Wagler seine Hand aufs weiche Hundefell. Berner Sennenhund Flocke legt seinen Kopf in Waglers Schoß, stupst ihn mit der Schnauze an, schaut treuherzig. Und der alte Herr im Rollstuhl gluckst vergnügt.

Hunde haben auf Menschen oft große Wirkung. Sie können beruhigen, trösten, fröhlich machen. Eben diese Wirkung gilt es auszunutzen, findet Hundetrainerin Doris Schönegge von der Hundeschule im Naturpark Diemelsee. Für den Verein der tiergestützten Therapie bildet sie Vierbeiner zu Therapiehunden aus. Eingesetzt werden die Tiere in Altenheimen, integrativen Kindergärten, psychiatrischen Abteilungen. Sie arbeiten stundenweise unterstützend als eine Art Co-Therapeut mit kranken und behinderten Menschen – was sie von den „Besuchshunden“ unterscheidet, die mehr zum Kuscheln und Spielen in Einrichtungen kommen, wie Doris Schönegge erklärt.

Vier Hunde samt Besitzern durchlaufen bei ihr zurzeit die Ausbildung zum Therapiehund: Heike Lüttke mit Elvis aus Diemelstadt, Heike Eschler mit Calle aus Waldeck, Marion Schlüter mit Oskar aus Diemelsee sowie Nicole und Markus Rynek mit Enya aus Marsberg nehmen an dem einwöchigen Crash-Kurs teil. Mit Theorie und Praxis vollgepackte Tage fordern Hund und Herrchen. Denn beide sind ein Team.

Sie alle haben ihr eigenes Ziel. Heike Eschler möchte ihren Dalmatiner bei ihrer Arbeit als Familientherapeutin nutzen, während Heike Lüttke mit unruhigen, hyperaktiven Kindern arbeiten will. Und Marion Schlüter hat durch ihre eigene Erkrankung gemerkt, wie gut ihr der Hund tut, und möchte das gern weitergeben.

Mindestens zwei Jahre alt muss ein Hund sein, um teilnehmen zu können. Bei einer Aufnahmeprüfung wird getestet, ob das Tier sich eignet. Die Ausbildung selbst ist umfangreich und findet in verschiedenen Einrichtungen statt. Und auch nach Abschluss muss kontinuierlich gearbeitet werden – schließlich ist der Hunde-Einsatz anspruchsvoll. Kontakt: Doris Schönegge, 02991/962816

Von Kathrin Lerner

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