Alte Domäne im Wandel

Rundum renoviertes Rathaus Twiste mit spannender Geschichte

Tag der offenen Tür im renovierten Twister Rathaus. Bürgermeister Stefan Dittmann (links) zusammen mit dem Elleringhäuser Malermeister Stefan Göbel.
+
Tag der offenen Tür im renovierten Twister Rathaus. Bürgermeister Stefan Dittmann (links) zusammen mit dem Elleringhäuser Malermeister Stefan Göbel.

Der Tag der offenen Tür im komplett renovierten Rathaus wurde am Freitag von vielen Bürgern dankbar angenommen.

Twistetal-Twiste – Alle waren voll des Lobes ob der gelungenen Handwerksleistung. Und auch die Geste der Mitarbeiter, einen roten Teppich vor die Eingangstür zu legen, wurde dankbar registriert.

Geschichte der Domäne

Unter den vielen Besuchern waren auch Elfriede und Heinfried Wever mit ihrem Sohn Volker, die vor 50 Jahren die letzten Bewohner des Verwalterhauses waren. Heinfried Wever hatte den Guthof von der Waldeckischen Domanialverwaltung angepachtet.

Heinfried Wever war der Domänenpächter.

Zu dem Hof gehörten einst, als Wevers Großeltern noch die Pächter waren, bis zu 320 Hektar Acker- und Weideland, rund 30 Rinder und diverse Schweine und Hühner.

Granate flog durch Fenster

Wever berichtete, dass in den letzten Kriegstagen eine amerikanische Panzergranate einmal quer durchs Haus geflogen sei.

Dabei sei eine der beiden kunstvoll gestalteten Glastüren zerstört worden. Die zweite Glastür hat bis heute überdauert. Sie grüßt mit ihren blauen Jugendstilornamenten die Besucher des Bürgermeisters in der ersten Etage.

Militärkommandantur nach dem Krieg

Nach dem Krieg aber hätten die Amerikaner das Gebäude requiriert und zwei Monate als Kommandantur genutzt. später seien Heimatvertriebene aus dem Sudetenland auf dem Hofgut untergebracht worden.

Elfriede Wever wohnte auf der Twister Domäne.

Auch als Elfriede Wever auf den Hof einheiratete, wohnten noch viele Personen in dem großen Gebäude. Nur zu gut kann sich Elfriede Wever an die alten Holzdielenböden erinnern, die immer so mühsam gebohnert werden mussten.

Verwaltung für neue Großgemeinde

Deshalb sei sie auch nicht traurig gewesen, als ihr Mann Anfang der 70er Jahre den Pachtvertrag gekündigt habe und die Familie in einen Neubau eingezogen sei.

Luftbild der Domäne Twiste in den 60er Jahren. Von dem Gebäudeensemble ist nur noch das Verwalterhaus links erhalten. Dies ist seit Mitte der 70er Jahre das Rathaus der Gemeinde Twistetal.

Dann habe das Anwesen zwei Jahren leergestanden. Bürgermeister Christian Reuter habe sich dann dafür eingesetzt, dass die neu gegründete Großgemeinde Twistetal das Hofgut von der Domanialverwaltung erworben habe. Das Verwalterhaus wurde zum Rathaus. Die Ställe wurden abgerissen, unter anderem um Platz für den Bau der Mehrzweckhalle und des Feuerwehrhauses zu schaffen.

Park am neuen Rathaus

Das Gelände unmittelbar am Bachlauf der Twiste wurde zu einem Park umgestaltet.

Das Verwalterhaus der Twister Domäne in den 50er Jahren. Im Vordergrund ist der damalige Bürgermeister Christian Reuter zu sehen.

Das Verwalterhaus dient der Gemeinde nun schon seit fast 50 Jahren als Rathaus. 2008 wurde die Fassade im Zuge der Dorferneuerung modernisiert. Außerdem wurde 1990 an der Rückseite eine stählerne Rampe als barrierefreier Zugang angebaut, wie der frühere Bürgermeister Günther Hartmann erinnert.

Grundlegende Sanierung

Nun erfolgte eine grundlegende Sanierung für rund 550 000 Euro. Die dunklen Holzvertäfelungen wurden abgenommen, die Decken abgehängt.

Außerdem wurde das bisher ungenutzte Obergeschoss als Bürofläche gewonnen und mit einer Teeküche ausgestattet. Schmuckstück ist der Sitzungssaal mit Großbildschirm und indirekter Beleuchtung. ( Elmar Schulten)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.