Gemeindevertretung Twistetal stimmt zu

Nach Wurst-Skandal bei Wilke: Von der Gammelfleisch-Fabrik zum Wohngelände

Für die Sanierung des Wilke-Gelände hat die Gemeinde Twistetal Fördermittel vom Land zugesagt bekommen.
+
Für die Sanierung des Wilke-Geländes hat die Gemeinde Twistetal Fördermittel vom Land zugesagt bekommen.

Nach dem Gammelfleisch-Skandal bei Wilke Wurstwaren in Berndorf wird das Areal nun neu bebaut - das Konzept steht.

Twistetal-Berndorf – Einstimmig votierte die Gemeindevertretung Twistetal für den Abriss der Gebäude auf dem Wilke-Gelände in Bernndorf und die städtebauliche Entwicklung der Industriebrache. Nach dem Skandal um vergammelte Wurst mit Todesfällen hatte das Unternhemen Insolvenz angemeldet. Am Ende einer monatelangen Diskussion votierte die Gemeindevertretung Twistetal für einen Abriss und die Neugestaltung des Wilke-Areals in Berndorf für Wohnen, Gewerbe und soziale Einrichtungen. Laut Machbarkeitstudie der NH Projektstadt sind Investitionen von 60 Millionen Euro möglich.

In den Redebeiträgen der Fraktionsvertreter von CDU, Grünen, SPD, FDP und Freien Wählern kamen die Erwartungen für eine positive Entwicklung der gesamten Gemeinde, aber auch Sorgen wegen der finanziellen Lasten der Kommune zur Sprache.

Bürgermeister Stefan Dittmann, der sich mit Teilen des Gemeindevorstands in der Kritik wegen zögerlichen Verhaltens sah, betonte, dass die Gemeinde das Projekt allein nicht stemmen könne und auch in der Verwaltungsgesellschaft für das Wilke-Areal Partner brauche:

Nach Fleisch-Skandal: Kommune kaufte Wilke-Gelände für 530.000 Euro

Die Energie Waldeck-Frankenberg und der Landkreis seien zum Beitritt eingeladen worden, hätten dies aber noch nicht getan. Zudem sei die Gemeinde auf die Fördermittel des Landes und des Kreises angewiesen.

Die Gemeinde werde ab 2022 5,1 Millionen Euro (einschließlich Fördergelder) für die Verwertung des 3,5 Hektar großen Geländes bereitstellen, eventuell schon einen Nachtrag für dieses Jahr aufstellen. Im vorigen Jahr habe die Kommune bereits 530.000 Euro für den Kauf des Wilke-Geländes und weitere 100.000 Euro an Nebenkosten aufgebracht, machte Dittmann deutlich.

Neugestaltung des Wilke-Areals größtes Projekt in Twistetal

Der Gemeindevorstand habe einstimmig dafür votiert, die Beschlüsse für eine Verwertung des Geländes zu tragen und die Realisierung zu forcieren. Dazu brauche es aber professionelle Partner und eine genauere Planung.

„Wir haben es hier mit dem größten Projekt in der 50-jährigen Geschichte der Gemeinde Twistetal zu tun, sagte der Vorsitzen der Gemeindevertretung, Rolf Jäger (CDU) nach dem einstimmigen Beschluss für den Abriss der Wilke-Gebäude und die Neugestaltung des Areals. „Die Bauchschmerzen, die viele wegen der finanziellen Belastungen der Gemeinde haben, die nehme ich ernst.“

Doch die Kommune habe Fördermittel zugesagt bekommen. Wenn die Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Priska Hinz, sage, die Landesregierung übernehme Verantwortung im Zusammenhang mit dem Wilke-Skandal, dann „wäre es schön, wenn das Land die Gemeinde die Belastungen durch Defizite im Haushalt abmildern würde“, betonte Jäger. (Armin Haß)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.