Rund 1200 Maschinen, Werkzeuge, Möbelstücke & Co. stehen zum Verkauf

Erst Listerien-Skandal, dann Pleite: Bei der Firma Wilke Wurstwaren kommt alles unter den Hammer

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Auch der Snackautomat , hier im Fokus eines Kameramanns, wird versteigert. Das aktuelle Gebot liegt bei 100 Euro.

Nach dem Listerien-Skandal mit drei Toten musste die Firma Wilke Wurstwaren Insolvenz anmelden - jetzt wird das Inventar versteigert.

  • Nach dem Listerien-Skandal kam die Pleite bei Wilke Wurstwaren in Twistetal-Berndorf.
  • Insolvenzverwalter lässt das Inventar versteigern.
  • Rund 1200 Positionen stehen unter anderem im Internet zum Verkauf.

Twistetal-Berndorf – Vom Wasserkocher über die Außenwerbung und Verkaufswagen bis hin zur Schneidemaschine und Verpackungslinie: Das komplette Inventar sowie einige Fahrzeuge der Firma Wilke Wurstwaren werden ab sofort online an Meistbietende verkauft.

Wilke: Das "bewegliche Anlagevermögen" kommt unter den Hammer

Das „bewegliche Anlagevermögen“ wird versteigert, erklärt Hubert Küpers, Geschäftsführer der Industrie-Verwertungs-GmbH (IVG) mit Sitz in Kirchlengern. Das bedeutet: Alles, was mit maximal einigen Schrauben befestigt ist, wird verkauft. Insolvenzverwalter Dr. Mario Nawroth hat das Unternehmen damit beauftragt, alles unter den Hammer zu bringen.

Wilke: Vom Staubsauger bis zum Räucherwagen wird alles verkauft

Zu 80 Prozent sei das Zubehör aus der Fleischindustrie wie Räucherwagen „sowie Kleinkram“, sagt Küpers. Dazu gehören Gegenstände wie Wandbilder, Leitern, Schreibtische oder auch Staubsauger. Oftmals liegt der Startpreis bei einem Euro. Am teuersten sind die Maschinen aus der Produktion: So liegt der Startpreis für zwei Aufschnitt-Schneidemaschinen mit Verpackungslinie bei jeweils 100.000 Euro.

Wurstschneidemaschinen sind mit Startpreisen zwischen 1500 und 100 000 Euro versehen. 

Für dieses große, teure Inventar gebe es bereits seit Wochen Besichtigungstermine mit Interessenten, sagt Hubert Küpers. Etwa einmal wöchentlich gebe es Sammeltermine mit vier bis fünf Interessenten, denen die Maschinen gezeigt würden.

Für alle weiteren Interessenten gibt es einen öffentlichen Besichtigungstermin am Montag, 2. März, und damit kurz vor Ablauf der Auktion, die am 3. bzw. 4. März endet. Online-Gebote können – für registrierte Nutzer – aber schon ab sofort abgegeben werden. Das Ziel ist es, möglichst viel Geld einzunehmen, um die Gläubiger zu befriedigen, sagt Küpers. Welcher Betrag erreicht werden soll, verrät er aber nicht. Die Verwertungsgesellschaft selbst bekommt für ihre Arbeit 18 Prozent Provision.

Wilke: Insgesamt 1200 Positionen stehen zum Verkauf

Dass auch die Schneidemaschinen angeboten werden, die als mögliche Quelle der Listerien-Verunreinigung gelten, empfindet der Auktionator als unproblematisch. Er habe mit den Herstellern und Händlern solcher Maschinen gesprochen und die Antworten wären übereinstimmend gewesen: Mit „überschaubarem Aufwand“ seien diese gut zu reinigen und zu desinfizieren. 

Eine Reinigung des gesamten Inventars habe es bereits jetzt gegeben. Einige Wilke-Mitarbeiter seien noch dort und hätten sich darum gekümmert. Die Desinfektion, so betont Küpers, müssten die Käufer dann aber selbst übernehmen. Auch der Abbau und Abtransport der ersteigerten Gegenstände ist Sache der Käufer. Egal, ob es um einen Mixer geht oder eine komplette Verpackungslinie.

Der Startpreis für die Pylone liegt bei 100 Euro .

Wilke: Verkauf des Inventars wird bundesweit beworben

Damit möglichst viele Gegenstände verkauft werden, bewirbt die IVG die Auktion in Printmedien in ganz Deutschland: Neben Tageszeitungen beispielsweise auch in Fachzeitschriften aus dem Fleischerhandwerk. Außerdem wird das Inventar auf anderen Online-Plattformen angeboten und damit auch über die Grenzen Deutschlands hinaus. Mehr als 50 Prozent dessen, was die Verwertungsgesellschaft an den Mann bringt, gehe mittlerweile in den Export.

Die rund 1200 Positionen aus Werk, Büro und Bistro, die unter den Hammer kommen, wurden dafür alle fotografiert, teils aus mehreren Blickwinkeln. Auch ein Video für YouTube hat das Auktionshaus erstellen lassen. Interessenten bekommen so in gut drei Minuten einen Einblick in die Immobilie samt Inventar.

Wilke: Auch mittels eines Videos will IVG Käufer anlocken

Hubert Küpers weiß um die Geschehnisse rund um Wilke Wurstwaren, „doch wir müssen das Beste aus der Situation machen“. Ihm sei daran gelegen, alles „in geordneten Bahnen abzuwickeln“. Keine Frage: für die Mitarbeiter sei es eine traurige Entwicklung. Doch andere Wursthersteller, so sagt er, würden von der Nachfrage nun profitieren – und so auch neue Jobs entstehen.

Auf der Internetseite https://ivg.auction können Interessenten bis maximal 3. und 4. März mitbieten.

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