Mit dem Fahrrad auf Abenteuertour

Witali Michel war sechs Monate von Berndorf nach Kasachstan unterwegs

Weltenbummler Witali Michel auf dem Weg von Berndorf nach Kasachstan. Das
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Weltenbummler Witali Michel auf dem Weg von Berndorf nach Kasachstan. Das Foto entstand irgendwo in der iranischen Wüste. Im Hintergrund ziehen Dromedare.

Mit seinem Fahrrad hat er schon halb Europa und weite Teile Asiens bereist. Seine längste Tour führte Witali Michel 2017 stolze 9600 Kilometer weit von Berndorf bis nach Astana, in die Hauptstadt von Kasachstan. Dabei hat er unglaubliche 76  000 Höhenmeter überwunden.

Twistetal - Eigentlich wollte er damals noch weiter bis nach China, aber er hatte nicht bedacht, dass das dazu nötige Visum schon in Deutschland hätte beantragt werden müssen. Ein erneuter Anlauf 2020 scheiterte an Corona.

Und so hat sich der ausdauernde Radfahrer nun eine etwas kürzere Tour für das kommende Jahr vorgenommen: Nach Griechenland soll’s gehen. Wieder mit dem Fahrrad, aber diesmal nicht mit Flugreise zurück, sondern als Rundreise mit einer Fährfahrt nach Italien und dann zurück über die Alpen.

Kleines Sonnenkraftwerk am Lenker

Der 32-Jährige weiß nun, worauf er sich einlässt. Schließlich hat er schon ganz andere Strecken gemeistert, einmal quer durch den Iran und über das Pamir-Gebirge. Den Kontakt nach Hause hielt er mit seinem Handy, für das er sich in jedem Land die passende SIM-Karte kaufte.

Den nötigen Strom hatte er immer in drei Power-Banks mit im Gepäck und außerdem noch ein kleines Solarkraftwerk am Lenker.

„Mit Händen und Füßen“ verständigt

Unterwegs fuhr er nie lange alleine, sondern schloss sich oft wechselnden Mitreisenden an. Meist um die 100 Kilometer am Tag. Manche Strecken, selbst im Iran, seien bei Radtouristen bekannt und beliebt und so könne man sich meist sehr schnell Gleichgesinnten anschließen, erzählt Witali.

Mit seinen russischen und englischen Sprachkenntnissen habe er sich meist gut verständigen können. Im Zweifel helfen auch Gesten mit der Hand überall weiter.

Die nächste Fahrt führt nur nach Griechenland

Auf seinem Fahrrad führte er stets um die 50 Kilogramm Gepäck mit: Kleidung zum Wechseln nach plötzlichen Regengüsse - manchmal auch dreimal am Tag. Schlafsack, Zelt und natürlich genügend Trinkwasser. Alles dabei.

Ausgeraubt oder bedroht worden sei er nie. Der junge Mann erzählt von vielen schönen Begegnungen im Balkan, in Istanbul, Teheran und Duschanbe. An vielen Orten habe er gastfreundliche Menschen erlebt und vieles über sich selbst gelernt. Nach der coronabedingten Reisepause hofft der junge Mann nun, dass sich die Grenzen im kommenden Jahr noch weiter öffnen, sodass er sich bald wieder auf Tour machen kann. Aber sechs lange Monate wie im Jahr 2017 wird er dann wohl nicht mehr unterwegs sein. (Elmar Schulten)

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