Über Neerdar qualmt der Kohlenmeiler

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Hobbyköhler: die Mitglieder der Feuerwehr Neerdar und des Jugendclubs „Alte Kameraden“ vor ihrem Meiler auf der Anhöhe Am Opferknochen.

Neerdar. Über Neerdar qualmt und raucht es. Seit Samstagabend brennt der Meiler auf der Anhöhe „Am Opferknochen“ vor sich hin. Die freiwillige Feuerwehr und der Jugendclub „Alte Kameraden“ organisierten das Kohlenmeilerfest, das alle vier Jahre am Opferknochen stattfindet.

Mit einem Lehrpfad zum Handwerk der Köhlerei und einer nachempfundenen Behausung des Köhlers von damals wurden die zahlreichen Besucher an die historische Kunst herangeführt.

Im Voraus hatten die Hobbyköhler 30 Raummeter Buchenholz geschlagen und kreisrund aufgestellt. Zusätzlich haben sie diese von außen mit Grasfrasen abgedichtet, damit die Kohle im Inneren glühen kann.

Nach dem Anzünden am Samstagabend muss der Meiler rund um die Uhr bewacht werden. In Zwölf-Stunden-Schichten sind jeweils zwei Köhler vor Ort und achten auf die korrekte Verbrennung. Durch faustgroße Löcher in der Grasfrasenschicht wird die Luftzufuhr reguliert und so eine geregelte Verbrennung gewährleistet. Etwa 14 Tage braucht die Kohle im Neerdaer Meiler, um zu reifen.

Aus dem Buchenholz erwarten die Hobbyköhler eine Ausbeute von etwa 2,8 Tonnen feinster Holzkohle. „Die eignet sich optimal für lang andauerndes Grillen, wie es etwa auf Schützen- oder Heimatfesten notwendig ist“, sagt Christoph Weltecke, der das Handwerk durch seinen Vater, den ehemaligen Förster Martin Weltecke, kennengelernt hatte.

Die Köhlerei gibt es seit dem 16. Jahrhundert. Die Holzkohle wurde zur Verhüttung von Eisen gebraucht. Doch je näher die industrielle Revolution rückte, desto häufiger wurde statt Holz- lieber Steinkohle verwendet. Die Kohlemeiler verschwanden – und damit das traditionelle Handwerk. Die Neerdaer wollen mit dem Betreiben des Kohlenmeilers die Tradition aufrecht erhalten und zünden alle vier Jahre einen Meiler.

Wenn die Holzkohle abgekühlt ist, verpacken die Kameraden sie in Säcken zu je 15 Kilogramm und verkaufen sie. Interessenten können sich unter 01 73/5 32 44 55 an Jürgen Bangert wenden. (sz)

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