Im Einsatz für mehr Biodiversität

Bei Landwirt Krähling in Schmittlotheim wird die Wintergerste eingefahren

Ernte der Wintergerste: Biobauer Ralf Krähling auf seinem Mähdrescher auf einem Feld nahe Schmittlotheim in der Gemarkung Auf dem Hübel.
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Ernte der Wintergerste: Biobauer Ralf Krähling auf seinem Mähdrescher auf einem Feld nahe Schmittlotheim in der Gemarkung Auf dem Hübel. Der Landwirt aus Dörnholzhausen bewirtschaftet einen Hof bei Schmittlotheim mit 50 Milchkühen samt Nachzucht.

Welche Arbeiten fallen beim Bauern im Juli an? In unserer Serie Mit dem Bauern durchs Jahr, stellen wir heute den Biobetrieb Krähling in Schmittlotheim vor.

Schmittlotheim – Um den 20. Juli herum steht bei Ralf Krähling immer das Ernten und Dreschen von Wintergerste an. Das ist auch in diesem Jahr so – ansonsten hat sich aber einiges geändert auf dem nahe Schmittlotheim angesiedelten landwirtschaftlichen Betrieb mit 50 Milchkühen und 50 Kälbern: Der 49-jährige Landwirt hat auf Bio umgestellt und ist seit 1. Januar offiziell anerkannter Biomilcherzeuger.

Nur Wirtschaftsdünger

„Das wirkt sich auch auf den Ackeranbau aus: Ich darf keine Spritzmittel und keinen synthetischen Dünger mehr einsetzen, sondern nur eigenen Wirtschaftsdünger, also Gülle und Mist“, erläutert Ralf Krähling. Zum Hof gehören zirka 125 Hektar Land, bestehend aus Grün- und Ackerland sowie Wald. Das gesamte Futter für die Kühe stammt eigenem Anbau.

Er habe extra Vorträge besucht und an Weiterbildungen teilgenommen, um sich in die Neuausrichtung des Ackerbaus einzuarbeiten, sagt Krähling. Auch die Fruchtfolge verlängere sich bei biologischem Anbau. So dürfe Gerste auf dem gleichen Boden erst wieder nach einer Wartezeit von sechs Jahren angebaut werden.

„Im Vergleich zu den vergangen Jahren ist auch der Ertrag um bis zu 50 Prozent gesunken“, berichtet Krähling.

Anders als vorher müsse das Unkraut jetzt mechanisch reguliert werden. Zwischendurch müsse auch immer wieder Kleegras ausgesät werden, um den Disteln beizukommen. „Ich habe den Betrieb aber eigentlich schon immer sehr extensiv geführt“, sagt Krähling, der aus Dörnholzhausen stammt und den Hof neben der Bahnstrecke bei Schmittlotheim 1998 von einem Berufskollegen übernommen hat. „Wir wohnen allerdings nach wie vor in Dörnholzhausen“, so der Familienvater.

Der Vorschlag, auf Bioproduktion umzustellen, sei von seiner älteren Tochter Johanna gekommen, die Agrarwissenschaft studiert hat und inzwischen in den Betrieb miteingestiegen ist.

„Als der Berater von Bioland hier war, hat er gesagt: Ihr produziert sowieso schon zu 80 Prozent biologisch – was hält euch davon ab, auch noch den letzten Schritt zu machen?“, schildert Ralf Krähling.

In der Landwirtschaft groß geworden

„Wir nehmen die Biodiversitätsdebatte sehr ernst“, bestätigt die 25-Jährige. Deswegen sei ihr und dem Rest der Familie naturnahe Produktion und Weidehaltung der Tiere sehr wichtig. Sowohl Johanna als auch ihre jüngere Schwester Marie sind in der Landwirtschaft groß geworden.

„Mit allen Vor- und Nachteilen“, sagt Johanna und ergänzt: „Die Vorteile überwiegen aber.“

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