Reserven der Jugendherberge sind jetzt aufgebraucht

Durch Corona in Schieflage: Finanzspritze für Jugendburg Hessenstein

Jugendburg Hessenstein
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Finanzspritze vom Landkreis: 120.000 Euro braucht die Jugendburg Hessenstein

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg verhindert mit einer Geldspritze von 120 000 Euro die Insolvenz der Jugendburg Hessenstein.

Wegen der Corona-Pandemie waren zuvor zahllose Reservierungen storniert worden und die Jugendherberge in Ederbringhausen dadurch in finanzielle Schieflage geraten.

Anfang Mai hatte der Geschäftsführer der Jugendburg, Dr. Berthold Langenhorst, an die drei Gesellschafter der Einrichtung geschrieben. Neben dem Landkreis sind das die Kreishandwer-kerschaft Waldeck-Frankenberg und der Landesverband des Naturschutzbundes (NABU). Alle sind zu gleichen Teilen an der Einrichtung beteiligt.

Da alle Klassenfahrten bis zu den Herbstferien abgesagt worden seien, zudem auch weitere Gruppen storniert hätten, sei selbst bei einer Wiederaufnahme des Betriebs „völlig ungewiss“, wie viele Gäste dieses Jahr noch kommen würden. Nicht notwendige Investitionen seien bereits ausgesetzt und Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt worden.

Zudem habe man sich um kurzfristige Mittel des Landes bemüht. Diese seien jedoch nur für Betriebe in Akut-Situationen bis Ende Mai vorgesehen gewesen – und die Jugendburg sei zu dieser Zeit noch nicht in einer solchen Notlage angekommen.

Andere Gesellschafter können nicht helfen

Bei rund 20 000 Euro pro Monat liegen laut Geschäftsführer die Fixkosten, jeweils hälftig für Betriebs- und Personalkosten bei Kurzarbeit. Allerdings: Die Kreishandwerkerschaft sieht sich nicht in der Lage, finanziell auszuhelfen. In einem Brief schrieb Hauptgeschäftsführer Gerhard Brühl, dass man ebenfalls „sehr stark“ durch Corona betroffen sei. Man rechne seitens der Innungen mit „Beitragsausfällen und Mitgliederschwund“, der „finanzielle Spielraum wird stark eingeschränkt“.

Auch Hartmut Mai, Landesgeschäftsführer des hessischen Naturschutzbunds, lehnte eine finanzielle Hilfeleistung schriftlich ab. Bisherige Unterstützungen würden aufrecht erhalten, weitere Geldbeträge könnten aber nicht aufgebracht werden. Eine Begründung gab es dafür nicht.

„Es liegt an uns, ob wir die Einrichtung retten wollen“, sagte Reiner Stracke, Kämmerer des Landkreises, bereits in der Sitzung des Finanzausschusses am vergangenen Donnerstag. Und die Mitglieder wollten: Sie votierten einstimmig für die Unterstützung. Als entscheidendes Gremium stimmte auch der Kreistag in seiner Sitzung am Montag ohne Gegenstimme zu.

Die älteste Jugendherberge in Hessen

Die Jugendburg Hessenstein oberhalb der Eder bei Vöhl-Ederbringhausen ist die älteste Jugendherberge Hessens. Bereits 1922 wurde die erste Wanderherberge eingerichtet. 

2007 wird die Unterkunft vom Deutschen Jugendherbergswerk unter anderem wegen vermeintlich nicht umsetzbarer Brandschutzauflagen geschlossen, gut ein Jahr später wird sie von den drei Gesellschaftern wieder als Jugendherberge und Bildungsstätte eröffnet.

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