Mehrarbeit und Bauprojekte

Vöhler Bürgermeister bringt Haushalt für das Jahr 2022 ein

Bürgermeister der Gemeinde Vöhl Karsten Kalhöfer am neuen Rednerpult in der Henkelhalle
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Der Bürgermeister der Gemeinde Vöhl Karsten Kalhöfer bringt am neuen Rednerpult in der Henkelhalle den Haushalt 2022 ein.

Keine großen Sprünge machen, aber solide und nachhaltig wirtschaften lautet die Devise in der Gemeinde Vöhl.

Vöhl – Bürgermeister Karsten Kalhöfer war es wichtig, gemäß den Vorgaben einen ausgeglichenen Haushalt einzubringen. Das sei mit einem Überschuss von knapp 53.000 Euro gelungen, berichtete er dem Parlament in seiner Jahresabschlusssitzung am Freitag.

Wichtige Botschaft für die Gemeindevertreter und Vöhler Bürger: Im Jahr 2022 kommt die Gemeinde ohne Steuererhöhungen aus. Derweil wird weiter in die Infrastruktur investiert, und die Schuldenlast sinkt auf nun 3,7 Millionen Euro.

Diese positiven Nachrichten konnte Kalhöfer dem Parlament unterbreiten, obwohl verschiedene finanzielle Herausforderungen zu bewältigen sind: So sei die Steuereinnahmekraft je Einwohner von 754 Euro im hessenweiten Vergleich extrem niedrig. Außerdem sei die Kreis- und Schulumlage innerhalb von fünf Jahren um 13,2 Prozent gestiegen. Besonders prägend – wie in allen Kommunen: „Corona ist allgegenwärtig und hat auch innerhalb der Verwaltung Arbeitsprozesse beeinflusst und für erhebliche Mehrarbeit gesorgt“, erklärte Karsten Kalhöfer.

Stelle für Klimaschutzmanager

Der Verwaltungschef erläuterte einzelne Posten des Ergebnishaushalts. Darin kommen vor allem Aufwendungen für Personal zum Tragen. Höhere Personalkosten seien durch Tariferhöhungen zu begründen. Hinzu kommen Kosten für neue Stellen, „insbesondere zwei Stellen für Auszubildende in der Verwaltung und im Bereich der Wasserversorgung.“ Der Entwurf des Stellenplans sieht zudem eine Stelle für einen Klimaschutzmanager vor.

Zudem mache sich die Inflation bei höheren Ansätzen beispielsweise für Heizöl und Strom bemerkbar, ebenso hohe Kosten für die Bewirtschaftung des Waldes, Abfallbeseitigung und EDV.

Im Finanzhaushalt stechen die größten geplanten Baumaßnahmen hervor. Diese sind 1.350.000 Euro für das Feuerwehrhaus in Buchenberg sowie mehrere Millionen Euro, verteilt auf mehrere Jahre, für den Bau der Kläranlage in Asel. Zu berücksichtigen sei hierbei jeweils mögliches Fördergeld. Insgesamt will die Gemeinde 7,4 Millionen Euro investieren. Die Nettoneuverschuldung wird mit 1,24 Mio. Euro angegeben.

Weitere wichtige Projekte sind die Erschließung von Baugebieten in Oberburg und Basdorf, außerdem das größte Vorhaben bei den Brücken – die Sanierung der Orke-Brücke in Ederbringhausen mit einem Haushaltsansatz von 525.000 Euro. Zudem sollen möglichst alle Bushaltestellen in der Großgemeinde barrierefrei gestaltet werden. In den nächsten vier Jahren sind dafür jeweils 300.000 Euro im Haushalt eingestellt.

Hohe Kosten für Renaturierung

Investitionen in den Wasser- und Abwasserbereich schlagen mit 438.000 Euro zu Buche. Renaturierungen auf Grundlage der Wasserrahmenrichtlinie werden mit 563.000 Euro angesetzt.

Eine Zahl konnte Kalhöfer ganz anschaulich bekanntmachen: Für den barrierefreien Umbau der Henkelhalle in Vöhl sieht der Etat-Entwurf 275.500 Euro vor. Als erste Maßnahme hierfür wurde ein neues Rednerpult angeschafft, das für die Haushaltsrede des Bürgermeisters zum ersten Mal zu Einsatz kam.

Karsten Kalhöfer machte deutlich, welche Themen die Verwaltung in den nächsten Jahren zunehmend beschäftigen werden: Klimaschutz und Digitalisierung.

Das Parlament wird in der nächsten Sitzung im neuen Jahr den Haushalt 2022 beraten. (Stefanie Rösner)

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