Herzhausen und Buchenberg positionieren sich gegen Pläne am Mühlenberg

Deutlicher Widerspruch: Ortsbeiräte gegen Windpark zwischen Vöhl und Lichtenfels

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Blick vom See auf die Windräder: So stellt sich Campingplatzbetreiber Erns t-Rudolf Müller den Blick von seinem Areal auf die Windräder vor.

Die Ortsbeiräte von Herzhausen und Buchenberg sprechen sich deutlich gegen den Windpark Mühlenberg aus. Das geht aus den Stellungnahmen der Beiräte hervor.

Sechs Windräder möchte VEW im Wald zwischen Vöhl und Lichtenfels bauen, jedes 235 Meter hoch. Die Parlamente beider Kommunen haben noch nicht entschieden, ob sie dem Vorhaben zustimmen.

Der Ortsbeirat Herzhausen schreibt an die Gemeinde, es gebe Schattenwurf durch die Anlagen, außerdem werde nicht der 1000-Meter-Abstand eingehalten zum alten Bahnhof Herzhausen. Auch verweist der Beirat darauf, dass der Ort schon jetzt stark belastet sei durch Lärm von Tausenden durchfahrenden Fahrzeugen täglich. „Durch die zusätzlichen Lärm verursachenden Windräder würde dies die Lebens- und Wohnqualität unserer Bürger weiter erheblich vermindern.“

Kritik: Mit sanftem Tourismus nicht vereinbar

Zudem hat der Ortsbeirat naturschutzfachliche Bedenken. Beispielsweise würden Wege einen „erheblichen Einschnitt“ bedeuten. Auch müsse man berücksichtigen, dass die Erweiterung des Nationalparks um Flächen auch bei Herzhausen geplant sei. Der Nationalpark habe aus touristischer Sicht „riesiges Potential“. Deshalb: „Der geplante Windpark Mühlenberg würde diese Philosophie extrem negieren.“ Der sanfte Tourismus sei nicht mit Windrädern vereinbar.

Dass für „die spätere Infrastruktur enorme gesunde Waldflächen in einer noch intakten Landschaft gerodet werden müssen“, stößt dem Ortsbeirat ebenfalls auf. In Sachen Infraschall habe man „starke Zweifel am aktuellen offiziellen Sachstand“. Daher dürften weitere Schritte „wegen der möglichen gesundheitlichen Gefahren aus Rücksichtnahme auf die Bevölkerung nicht durchgeführt werden.“ Insgesamt seien die Herzhäuser für den Ausbau von erneuerbaren Energien, wenn Tier und Mensch nicht in Mitleidenschaft gezogen würden.

Auch der Ortsbeirat aus Buchenberg ist gegen die Errichtung des Windparks. In der Stellungnahme heißt es, dass es „völlig unzweifelhaft“ sei, dass diese „enorm großen Industrieanlagen (...) Immissionen von Schattenschlag, Schall, Infraschall u.a. verursachen werden“. Die Buchenberger fürchten „Gesundheitsgefahren“ für die Menschen in den umliegenden Ortsteilen. Da nicht überall die Mindestabstände von 1000 Metern zu Siedlungen eingehalten würden, werde sich das zusätzlich „negativ auf den Wert der Grundstücke und Immobilien auswirken“.

Da die Windräder auf dem Mühlenberg gebaut werden sollen, würden sie laut Ortsbeirat „große Teile von Herzhausen, die Aussichts-Terrasse vom Café Raabe und das Gelände des Camping- und Ferienparks Teichmann um 448 Meter, also fast einen halben Kilometer Höhe, überragen“. Man frage sich, warum „man diese höchst problematischen Umstände und ihre Auswirkungen so leichtfertig“ hinnehme.

"Unbedingt schützens- und erhaltenswert"

Topografie und Natur seien „einzigartig und unbedingt schützens- und erhaltenswert“. Der Ortsbeirat fragt: „Wie kommt man also dazu, Industrieanlagen mit riesigen Beton- bzw. Stahltürmen direkt neben einen Nationalpark, der UNESCO-Welterbe ist, in den Wald stellen zu wollen?“ Auch fürchte man Auswirkungen auf den Tourismus und damit letztlich auf die Haushaltssituation der Gemeinde Vöhl.

Der Beirat betont auch die Rolle des Waldes als Klima-Schützer und weist auf seltene Vogelarten hin. Das Fazit: Die „zu erwartenden negativen Auswirkungen“ würden die positiven Aspekte „eindeutig übersteigen“.

"Abstände neu berechnen"

Ernst-Rudolf Müller, Chef des Camping- und Ferienparks Teichmann, hat für den Ortsbeirat Buchenberg eine Stellungnahme abgegeben. Unter anderem weist er auf „die sich aufbauende Drohkulisse“ im Fall des Windparks hin, die entstehen würde.

Zudem seien geltende Abstandsregeln veraltet, sie seien vor Jahrzehnten beschlossen worden und würden sich auf deutlich kleinere Anlagen beziehen. Da Windräder immer größer würden, müssten Abstände neu berechnet werden, so Müller. Das Gebiet sei zudem „Tourismusschwerpunktraum“ und dieser sei von „Nutzungen und Maßnahmen freizuhalten, die zum Tourismus in Flächenkonkurrenz stehen.“ Ob weniger Touristen kommen würden, wenn der Windpark steht, könne er nicht sagen, dies sei aber möglich.

Zuletzt hatte die Bürgerinitiative mit einem umstrittenen Schreiben an Lokalpolitiker für Diskussionen gesorgt.

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