B252-Teilstück soll 2023 fertig sein

Neue Umgehung Dorfitter: Die längste Brücke ist 135 Meter lang

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Die längste Brücke entlang der neuen Straße entsteht unterhalb der Kreisstraße Richtung Obernburg. 135 Meter lang sein wird die Kuhbachtalbrücke.  Das Foto zeigt Bauleiter Raine r Mitze an der Brückenbaustelle.

Der Bau der längsten und teuersten Brücke der künftigen Bundesstraße 252 bei Dorfitter hat begonnen: 135 Meter lang ist die Kuhbachtalbrücke, die allein rund sechs Millionen Euro kostet.

Rund drei Kilometer lang wird die Umgehung mit ihren sieben Brückenbauwerken und bisher liegt alles im Zeitplan, sagt Bauleiter Rainer Mitze.

Wer die Kreisstraße Richtung Obernburg hinauf fährt, kann einen Blick erhaschen auf den Brückenbau. Mehrere Kräne ragen in den Himmel, der Bau von Widerlagern und einigen Pfeilern hat bereits begonnen. Bis vor einigen Monaten standen an der Stelle noch Gebäude, unter anderem ein Wohnhaus. Bis Ende des Jahres wird die Brücke fertig sein.

Die Widerlager der Brücke am Abzweig nach Korbach werden mit Eisenkörben ausgekleidet, die wiederum mit Beton verfüllt werden.

Und das nicht als einzige: Auch der Bau der Brücke, die derzeit direkt neben der aktuell noch genutzten Bundesstraße 252 entsteht, wird dann abgeschlossen sein. Über die Bahnschiene führt die fast 80 Meter lange Brücke. Da der Baugrund aber nicht optimal gewesen ist, werden insgesamt 40 mit Beton gefüllte Pfähle im Boden eingelassen, erklärt Rainer Mitze. Sie sorgen für die nötige Stabilität.

Der Bau der eigentlichen Straße beginnt erst, wenn alle Brücken zumindest in großen Teilen stehen. Wahrscheinlich im Jahr 2021 wird das passieren. Der Straßenbau sei in zwei Jahren zu schaffen, „eher schneller“, schätzt der Bauleiter. Derzeit läuft erst einmal das Planfeststellungsverfahren für die vorletzte Brücke.

„Aktuell sind wir im Zeitplan“, sagt Mitze. Arbeiten im Wert der Hälfte der gesamten Baukosten von 28 Millionen seien bereits vergeben. Auch wenn die Bauwirtschaft derzeit ausgelastet ist: Die Firmen hätten sich nicht um die Aufträge gerissen, dennoch hätte es keine Probleme gegeben, alle zu vergeben.

Im Jahr 2022 wird die Strecke aller Voraussicht nach für gut vier Monate gesperrt werden müssen. „Und wenn alles glatt geht, sind wir 2023 fertig.“ Allerdings, schränkt Marco Lingemann, Sprecher von Hessen-Mobil, ein: In einem halben Jahr könne das schon wieder ganz anders aussehen. Je nach Entwicklung der nötigen behördlichen Verfahren.

Viel Eisen: Hier entsteht der massive Pfeiler einer Brücke.

Überschüssiger Boden wird nicht weit weg gebracht, sondern bleibt in Dorfitter. Damit wird einer der Steinbrüche verfüllt. Mit dem Betreiber gebe es einen entsprechenden Vertrag. So werde wieder der ursprüngliche Zustand des Areals hergestellt, bevor es zum Steinbruch wurde. Am Ende werden es gut 100 000 Kubikmeter Erde sein, schätzt Mitze.

Gearbeitet wird an der Brücke, die über die Bahnstrecke führt, teilweise auch nachts. Dann können die Bauarbeiten ohne Unterbrechungen voran gehen. „Wir versuchen, alle Brücken so zu bauen, dass die Bahn weiter fahren kann“, sagt der Bauleiter. Weil das Arbeiten direkt an den Gleisen durchaus riskant ist, gibt es eigens einen sogenannten technischen Berechtigten. Bei kritischen Arbeiten an den Schienen sei der Mitarbeiter eines Kasseler Ingenieurbüros stets dabei.

Stellenweise wird auf beiden Seiten der Schienen gebaut. Damit dabei alles korrekt abläuft, ist auch ein Kontrolleur dabei.

In unregelmäßigen Abständen kommt ein Ingenieur aus Paderborn, der die Sicherheit auf den einzelnen Baustellen im Blick behalte. Unangemeldet kontrolliert er alles. Ein weiterer Ingenieur begleitet und kontrolliert die Baustellen regelmäßig im Hinblick auf Umweltaspekte. So soll sichergestellt sein, dass alles so umgesetzt wird, wie vereinbart.

Alle für den Bau nötigen Grundstücke hat die Hessische Landgesellschaft noch nicht erworben, sagt Mitze. Daran werde gearbeitet, man sei aber mit den Grundstückseigentümern in gutem Dialog. 

Als Ausgleich kommen 350 Bäume und gut 15.000 Quadratmeter Sträuche

Weil gebaut wird, müssen auch Ausgleichsmaßnahmen zugunsten der Natur umgesetzt werden. Im Zuge des Neubaus renaturiert Hessen-Mobil deshalb mehrere Abschnitte des Kuhbachs sowie einen Gewässerabschnitt der Marbeck. Die beiden Bäche werden in ihren natürlichen Verlauf verlegt und es werden standortgerechte Gehölze wie Erlen und Weiden angepflanzt, erklärt Marco Lingemann, Sprecher der Behörde.

Zudem lege Hessen-Mobil sogenannte Blänken an. „Das sind flache Bodenvertiefungen, welche häufig nur temporär Wasser führen. Sie stellen einen geeigneten Lebensraum für verschiedene Tierarten dar.“

Im Hinblick auf die Landschaftsgestaltung pflanzt Hessen-Mobil Hochstämme und Sträucher im Umfeld der neuen Trasse. Insgesamt werden das rund 350 Bäume sowie etwa 15 500 Quadratmeter Sträucher sein. Außerdem entsteht eine Streuobstwiese mit rund 60 Obstbäumen in der Nähe der Holländischen Rampe.

Für den Uhu ist eine artenschutzfachliche Maßnahme im Bereich des Steinbruchs geplant.

Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass der Bau der Strecke deutlich teurer wird als geplant.

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