Tätowierung entlarvt Täter

Drogenanbau bei Volkmarsen: 36-jähriger Mann verurteilt

Das Amtsgericht in Korbach.
+
Im Amtsgericht Korbach wurde verhandelt.

Wegen Drogenanbaus ist ein 36-jähriger Mann vom Korbacher Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 2700 Euro verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann in einem Waldstück hinter der Volkmarser Nordhessenhalle eine Cannabis-Plantage betrieben hat.

Korbach/Volkmarsen – In der Verhandlung wurde der Umfang der polizeilichen Ermittlungen deutlich. Eine Tätowierung am Arm des Angeklagten spielte dabei eine entscheidende Rolle.

Im Juli 2020 machte ein Jäger im Wald eine ungewöhnliche Entdeckung – 13 Töpfe mit Cannabispflanzen, etwa 85 bis 123 Zentimeter hoch. Er informierte die Polizei, die daraufhin mit den Ermittlungen startete.

Einer der Beamten sagte vor Gericht als Zeuge aus. Demnach seien er und ein Kollege von dem Jäger durch Gestrüpp zu der Plantage geführt worden. „Es gab nur einen kleinen, kaum sichtbaren Trampelpfad. Außerdem war das Gebiet sumpfig“, beschrieb er den schwer auffindbaren Tatort.

Dort stellten die Polizisten 395 Hanfblüten sicher, ließen die Pflanzen aber stehen, damit die Täter nicht sofort Verdacht schöpften. Des Weiteren entdeckten sie leere Wasserflaschen, Sprühflaschen, eine Heckenschere und weitere für den Anbau notwendige Werkzeuge, auf denen aber keine Spuren zu finden waren.

Bei der Untersuchung fiel den Beamten zudem auf, dass eine Wildkamera auf die Plantage gerichtet war. Um die Täter ausfindig zu machen, beschlagnahmten sie diese zur Auswertung und installierten neue Kameras.

Die erste entscheidende Spur stellten sie in den Folgetagen sicher. Die Polizisten fanden eine Plastiktüte, die von einem der Täter stammen musste, darin befand sich ein Wasserkanister. Und tatsächlich wurden die darauf gefundenen Fingerabdrücke einem 20-jährigen Volkmarser zugeordnet.

Der 36-jährige Angeklagte als zweiter Täter wurde hingegen über die beschlagnahmte Wildkamera ausfindig gemacht. Dafür stellten Experten gelöschte Aufnahmen wieder her. Eines der Fotos zeigte einen Mann, der die Kamera ausrichtet, auf seinem Arm ein tätowierter Name. Aufgrund dieses Tattoos gelang dem Hessischen Landeskriminalamt eine Zuordnung.

Die Kollegen in Nordhessen wurden benachrichtigt, sie fuhren zur Adresse des mutmaßlichen Täters und tatsächlich hatte dieser eine Tätowierung auf dem Arm. Diese beschrieb der Zeuge vor Gericht als „einwandfrei identisch“. (sk/ls)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.