13 Millionen Euro für die Schulen

Landkreis Kassel erhält Finanzspritze aus dem Digitalpakt

Digitales Lernen: Mithilfe des Geldes aus dem Digitalpakt Schule sollen alle Schüler im Landkreis Kassel digital lernen und arbeiten können.
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Digitales Lernen: Mithilfe des Geldes aus dem Digitalpakt Schule sollen alle Schüler im Landkreis Kassel digital lernen und arbeiten können.

Der Landkreis Kassel erhält aus dem Digitalpakt Schule 13,05 Millionen Euro für die digitale Infrastruktur. Das geht aus einer Pressemitteilung der SPD-Abgeordneten Timon Gremmels (Bundestag) und Manuela Strube (Landtag) hervor.

Kreis Kassel - Der Landkreis hatte Ende 2019 mit rund zehn Millionen Euro aus dem Digitalpakt gerechnet (wir berichteten). Hinzu kommen rund 1,25 Millionen Euro aus dem  Sofortausstattungsprogramm des Bundes. Der Digitalpakt Schule von Bund und Ländern soll dafür sorgen, „dass alle Klassen digital arbeiten können“, erklärt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Mindestens 80 Prozent der Mittel müssten in den Ausbau der schulinternen Breitband-Infrastruktur fließen, um „in allen Klassenräumen leistungsstarkes Internet zur Verfügung stellen zu können“, sagt Vize-Landrat Andreas Siebert. Die meisten schulinternen Netzwerke seien bislang nicht in der Lage, die künftige Bandbreite bis in alle Räume zu transportieren.

Schulen, die Geld aus dem Digitalpakt haben möchten, müssen zunächst ein sogenanntes Medienbildungskonzept aufstellen. Darin muss aufgeführt sein, welche Ausstattung es schon gibt und was noch benötigt wird, wie die Ausstattung technisch und pädagogisch eingesetzt werden soll und wie Lehrer künftig im digitalen Bereich fortgebildet werden sollen.

Bislang haben dem Landkreis Kassel zufolge 18 Schulen ein Medienbildungskonzept verfasst. Die Angaben werden momentan überprüft, sagt Kühlborn. Beantragen kann das Geld nur der Landkreis als Schulträger. Die Verwaltung hat den ersten Antrag über 1,5 Millionen Euro für die folgenden neun Schulen eingereicht: die Gesamtschulen in Kaufungen und Lohfelden sowie die Grundschulen in Vellmar-Frommershausen, Vellmar-Niedervellmar, Vellmar-Obervellmar, Lohfelden-Ochshausen, Lohfelden-Vollmarshausen, Nieste und Schauenburg-Hoof. Bisher seien noch keine Nachforderungen oder einschränkende Rückmeldungen zurückgekommen.

„Der Landkreis Kassel plant, alle Schulen breitbandtechnisch auszubauen“, sagt Siebert. Derzeit findet an den mehr als 70 Schulstandorten laut Strube und Gremmels ein Ist-Soll-Abgleich dazu statt – die Bestandsaufnahmen sollen im zweiten Quartal 2021 abgeschlossen sein, sodass dann alle Förderanträge gestellt werden können.

Der Ist-Soll-Abgleich der Netzwerkgeschwindigkeit sieht derzeit so aus:

  • Ist-Zustand an Berufsschulen, Gymnasien und Gesamtschulen: ein Gigabit pro Sekunde; Soll-Zustand: zehn Gigabit pro Sekunde.
  • Ist-Zustand an Grundschulen und Förderschulen: 100 Megabit pro Sekunde; Soll-Zustand: ein Gigabit pro Sekunde.

„Der Digitalpakt bedeutet für den Landkreis auch einen zusätzlichen Personalbedarf“, so Kühlborn. Der Schulträger hat deshalb zwei Mitarbeiter eingestellt. (Lara Thiele)

So soll die Digitalisierung der Schulen vorangetrieben werden

Neben dem Digitalpakt von Bund und Land gibt es weitere Förderprogramme für die Digitalisierung der Schulen im Landkreis Kassel:

Sofortausstattungsprogramm des Bundes: Das Programm ist eine Ergänzung zum Digitalpakt und soll die Ungleichbehandlung von bessergestellten und bedürftigen Familien ausgleichen. Von dem Geld – für den Landkreis rund 1,25 Millionen Euro – werden mobile Endgeräte wie Tablet-Computer und Notebooks angeschafft. Die Geräte werden den Schülern als Leihgabe überlassen. Der Landkreis hat 3125 Tablets bestellt.

Breitbandanbindung: Der Landkreis Kassel hat für 54 Schulen Fördermittel für die Breitbandanbindung beantragt – das wurde auch vorläufig bewilligt. Ziel ist es, alle Schulen, die derzeit mit weniger als 30 Megabit pro Sekunde versorgt sind, bis Ende 2021 ans Breitbandnetz anzuschließen.

E-Mail-Adressen für Lehrer: Alle hessischen Lehrer haben personalisierte E-Mail-Adressen bekommen, die ab Februar 2021 verpflichtend zu nutzen sind.

Umstellung auf UCS@School und Windows 10: Alle Schulen werden auf das neue pädagogische Serversystem „UCS@School“ und vom Betriebssystem Windows 7 auf Windows 10 umgestellt.

Mobile Endgeräte für Lehrer: Bund und Länder wollen die Anschaffung von Dienstgeräten für Lehrer schnellstmöglich voranbringen, wie nach dem Schulgipfel im Kanzleramt Ende September bekannt wurde. Nähere Informationen dazu lägen dem Landkreis nicht vor.

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