Corona-Pandemie bekämpfen

25 Minuten bis zum Ergebnis - Start der Testzentren im Landkreis Kassel

In der Testkabine: Melissa Förster arbeitet normalerweise im ASB-Mehrgenerationenhaus in Lohfelden. Jetzt testet sie Katharina Schaub im Familienraum des Bürgerhauses auf Corona.
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In der Testkabine: Melissa Förster arbeitet normalerweise im ASB-Mehrgenerationenhaus in Lohfelden. Jetzt testet sie Katharina Schaub im Familienraum des Bürgerhauses auf Corona.

Seit dem 8. März darf sich jeder Bürger einmal die Woche kostenlos per Schnelltest auf Corona testen lassen. Wir haben uns im ASB-Testzentrum in Lohfelden angeschaut, wie das abläuft.

Kreis Kassel – Morgens um 8.30 Uhr ist es noch ziemlich leer im neuen Corona-Testzentrum Lohfelden. Acht Menschen haben sich testen lassen, seit das Zentrum um 7 Uhr geöffnet hat. Katharina Schaub ist eine der Ersten, die sich hier testen lässt. Vor ihr stehen nur zwei Männer in der Schlange am Familienraum im Bürgerhaus.

Warten muss sie gut zehn Minuten, aber auch nur, weil die Männer keine FFP2-Maske tragen. Doch auch das ist kein Problem. Für einen Euro können sie diese vor Ort kaufen. Bevor Schaub an den Anmeldeschalter treten kann, wird sie nach Krankheitssymptomen gefragt und ihre Temperatur wird per Infrarot auf Distanz gemessen. Dann nimmt Mitarbeiterin Tabea Johanna Köhne die Daten für die Testbescheinigung auf. Dazu braucht sie den Personalausweis. „Wir geben nur die Daten der Positiv-Getesteten an das Gesundheitsamt weiter, wir konservieren die Daten selbst nicht“, erklärt ASB-Geschäftsführer Michael Görner.

Im Anschluss gibt es einen Sticker mit der Testnummer auf die Hand und einen zweiten auf das Testkit. Damit und mit ihrer Bescheinigung geht Schaub dann in eine der beiden Testkabinen. Hier wartet schon Melissa Förster auf sie. Die ASB-Mitarbeiterin erklärt kurz, was passiert und dann ist es endlich soweit. Schaub zieht ihre Maske ab, der Abstrich wird in der Nase genommen. Dann kann sie in den Warteraum.

Notiert Daten: Tabea Johanna Köhne ist eine der zwei Mitarbeiterinnen an den Anmeldeschaltern.

Förster testet in der Zeit und drückt auf den Startknopf für den Timer. 15 Minuten dauert es, bis das Ergebnis des Antigen-Schnelltests vorliegt. Es ist – wie von Schaub erwartet – negativ. Die Erleichterung ist ihr trotzdem anzumerken, als ihre Nummer aufgerufen wird. Sie hat sich zum ersten Mal testen lassen und war neugierig, wie der Test abläuft. Sie sei vorher etwas nervös gewesen, man höre ja oft, dass der Nasenabstrich wehtue. Aber: „Das hat nur ein bisschen gekitzelt.“ Schaub freut sich, dass es für sie als Kasselerin auch möglich ist, sich in der Nähe ihres Arbeitsplatzes in Lohfelden testen zu lassen. Den Prozess beschreibt die Verwaltungs-Mitarbeiterin als „absolut problemlos“.

„Einen kurzen Moment war es unangenehm“, sagt Gabriele Siebert über das Stäbchen in der Nase. Auch die Lohfeldener Seniorin hat sich heute zum ersten Mal testen lassen. Aus Neugier und „weil, es nicht schaden kann.“ Sie ist zufrieden: „Die Mitarbeiter sind sehr freundlich und der Ablauf war super organisiert.“

Die Wecker ticken: Melissa Förster führt den Schnelltest durch. 15 Minuten dauert es bis zum Ergebnis.

Am Ende des ersten Tages sind die beiden Frauen 2 von 107 Menschen, die sich haben testen lassen, sagt ASB-Hygienetechniker Ansgar Zwergel am Nachmittag. „Hier in Lohfelden hätten wir theoretisch die Kapazität 320 Menschen an einem Tag zu testen.“ Allerdings sei das nicht realistisch. Denn oft kämen die Menschen in Schüben, am ersten Tag sei das zum Beispiel kurz vor Schluss um 15 Uhr der Fall gewesen.

Auch Kinder können sich hier bald testen lassen. „Spezielle Tests sind bestellt und stehen voraussichtlich ab der kommenden Woche zur Verfügung“, sagt Zwergel. Er weist auch darauf hin, dass Besucher mit Krankheitssymptomen wie Schnupfen und Halsschmerzen oder möglichen allergischen Reaktionen nicht getestet werden. Diese Beschwerden müssen beim Hausarzt abgeklärt werden.

Ausreichend Coronatests im Landkreis Kassel - Andrang hält sich in Grenzen

Der Andrang in den Corona-Schnelltestzentren im Landkreis Kassel hält sich bislang in Grenzen. Anders formuliert: Die Kapazitäten für deutlich mehr Testwillige sind vorhanden – und im Gegensatz zum Impfstoff gibt es an den Schnelltests keinen Mangel. Das teilte Kreissprecher Harald Kühlborn in einer ersten Bilanz auf Anfrage der HNA mit.

Wie berichtet, sind bereits mehrere von insgesamt zehn Testzentren an den Start gegangen, die vom Kreis und Hilfsorganisationen eingerichtet werden. Weitere folgen am Wochenende. Auch einige Apotheken bieten Tests an, dabei sollen weitere ebenfalls folgen.

An Rückmeldungen von erfolgten Tests lagen dem Landkreis bis Mittwochabend 789 vor, wobei hier nicht alle aktuellen Zahlen vorlagen. Grundsätzlich sind diejenigen, die Tests anbieten, auch nicht verpflichtet, eine Statistik darüber dem Landkreis mitzuteilen. Positive Testergebnisse müssen allerdings dem Gesundheitsamt gemeldet werden. Das seien bis Mittwochabend zehn gewesen, erklärte Kühlborn weiter. Bei einem positiven Test gilt: Umgehend in Selbstisolation begeben und schnellstmöglich einen genaueren PCR-Test machen. Dessen Ergebnis entscheidet dann über eine weitere Quarantäne.

Derzeit sind in den von Kreis und Hilfsorganisationen betriebenen Zentren – anders als in der Regel bei den Testeinrichtungen von Apotheken – noch keine Tests für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren möglich. Das könnte sich aber bald ändern, spätestens nächste Woche, womöglich auch schon zum Wochenende, sagte Kühlborn. Der Kreis stimme sich dazu mit den Hilfsorganisationen ab und werde aktuell darüber informieren.

Die Bestellung der Schnelltests erfolge teilweise durch die Anbieter, teilweise über den Landkreis, der selbst erst einmal 10 000 Stück bestellt habe. „Wir können tagesaktuell nachbestellen“, berichtet Kühlborn weiter. „Einen Engpass wie beim Impfstoff gibt es bei den Tests nicht.“ Er rechnet aber mit einer steigenden Nachfrage nach den kostenlosen Tests, die jedem Bundesbürger einmal wöchentlich zustehen. (Michaela Pflug und Matthias Müller)

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