Waldinteressenten verkaufen am Wochenende Christbäume am Trineweg

400 Bäume stehen Baunatal-Großenritte zur Auswahl

Sie waren die Ersten, die die Spendendose der Aktion Advent in den Händen hielten: Jürgen Ströhmer und seine Frau Beate hatten sich im Datum geirrt und ergatterten schon am Samstag ihren Wunschbaum – eine Blaufichte – für das Weihnachtsfest.
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Sie waren die Ersten, die die Spendendose der Aktion Advent in den Händen hielten: Jürgen Ströhmer und seine Frau Beate hatten sich im Datum geirrt und ergatterten schon am Samstag ihren Wunschbaum – eine Blaufichte – für das Weihnachtsfest.

Am kommenden Wochenende, 17. und 18. Dezember, verkaufen die Waldinteressenten von Großenritte in ihrer Schonung am Trineweg – gegenüber des Wasserwerks – wieder Weihnachtsbäume.

Baunatal – Alle Jahre wieder, so könnte man sagen: Rund 400 Bäume verkaufen die Waldinteressenten dieses Mal. Und wie im vergangenen Jahr wird der Verkauf unter strengen Corona-Regeln vonstatten gehen. Es gibt eine Einbahnregelung und Maskenpflicht. Erneut müssen die Kauflustigen wegen der Hygiene-Anforderungen auf eine Bewirtung mit Glühwein verzichten. Wieder dabei – wie seit Jahren – haben die Waldinteressenten die Dose der Aktion Advent. Gegen eine Spende können sich Baumkäufer eine Flasche Bier der Hütt-Brauerei, die als Sponsor mit im Boot ist, mitnehmen.

Einen Großteil der zum Verkauf bestimmten Bäume haben die Waldinteressenten schon dieses Wochenende Christbaum gerecht eingeschlagen. Man kann aber auch selbst zur Säge greifen, um seinen Wunschbaum zu ernten. Schön gewachsen und gesund sind die Blaufichten und Nordmanntannen im Forstgarten allesamt. Denn in dem jungen Bestand hat der Borkenkäfer nicht gewütet – im Gegensatz zum übrigen Waldbestand am Burgberg. 40 Hektar Wald hätten die Interessenten durch Sturm, Dürre und Schädlinge verloren, berichtet Stefan Walther, Vorsitzender der Waldinteressenten.

Möglichst noch im Dezember werde man mit der Wiederaufforstung von 20 Hektar beginnen. Gepflanzt werden sollen Roteichen, Ahorn und Douglasien, die mit Trockenheit gut umgehen können. Zuvor müsse das verwüstete Gebiet aber gemulcht werden, erklärt Walther. Zum Schutz vor Wildtieren wird das wiederaufgeforstete Waldstück mit Gattern abgesperrt. Für die Aktion investieren die Waldinteressenten laut ihrem Vorsitzenden 150.000 Euro. Man habe einen Förderantrag beim Land Hessen gestellt.

Arbeitseinsatz im Forstgarten: Jan-Hendrik Walther (von links), Jan Eskuche, Marko Langer (im Hintergrund von links) und Alexander Liehr bauten aus rohen Stämmen Absperrungen, um den Strom der Weihnachtsbaumkäufer zu kanalisieren.

Zurück zu den Weihnachtsbäumen. Die ersten Besucher haben schon in der Schonung gestöbert: Am zweiten Adventswochenende trainierte dort die Rettungshundestaffel des DRV Nordhessen unter den Augen zahlreicher Schaulustiger mit ihren Vierbeinern die Suche nach vermissten Personen. „Sollte uns einer der Weihnachtsbaumkäufer in der Schonung verloren gehen, wissen wir wenigstens gleich, wen wir rufen können“, meinte Walther scherzhaft.

Dieses Wochenende bereiteten gut ein halbes Dutzend Helfer mit Pfosten, Draht und Flatterband die Laufwege für den Christbaumverkauf vor, damit sich die Käufer nicht in die Quere kommen und Abstand halten. Auch an den Metalltrichtern, in denen die Bäume transportgerecht eingenetzt werden, wollen die Waldinteressenten Staus vermeiden. Die Zufahrt zu Schonung wird erneut über den Trineweg erfolgen, die Abfahrt am Wasserwerk vorbei in Richtung Gertrudenstift. Das hat sich bereits vergangenes Jahr bewährt.

Service: Weihnachtsbaumverkauf der Waldinteressenten, Freitag, 17. Dezember, ab 11 Uhr und Samstag, 18. Dezember, ab 9 Uhr, Forstgarten am Wasserwerk, Vor der Trine, Baunatal-Großenritte.

Von Peter Dilling

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