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A 44-Abschnitt Waldkappel-Wommen wird erst Mitte 2023 fertig

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Von: Boris Naumann

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Das Bild zeigt eine fast fertige Autobahntrasse von oben.
Blick auf den A 44-Abschnitt Waldkappel-Ringgau: Verzögerungen bei der Anlieferung von Baumaterialien macht die Verschiebung des Freigabetermins um sechs Monate nach hinten erforderlich. Dieses Bild mit Blick nach Norden zeigt die fast fertige A 44-Trasse im besagten Bauabschnitt, hinten das Südportal des Tunnels Spitzenberg. © Deges

Eigentlich war beim Bau des A 44-Abschnitts Waldkappel-Ringgau Richtung Eisenach in den vergangenen Jahren alles gut gelaufen.

Kreis Kassel - Doch schlagen nun Corona-Krise und Ukraine-Krieg durch und verzögern das Projekt. So ist inzwischen klar: Der rund 7,9 Kilometer lange Abschnitt Waldkappel-Ringgau wird nicht mehr wie geplant bis zum Herbst 2022 fertig werden. Auch wird der für Samstag, 24. September, angesetzte „Tag der offenen Baustelle“ verschoben. An diesem Tag hätten Besucher die Möglichkeit gehabt, die Autobahnbaustelle zu besichtigen. Dieser Besuchertag wird nun erst am Samstag, 22. April, 2023 stattfinden können.

„Tatsächlich werden wir das A 44-Teilstück Waldkappel-Ringgau wohl erst im Laufe des zweiten Quartals 2023 für den Verkehr freigeben können“, sagt Projektleiter Stefan Franz von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges). Im Grunde sei schon fast alles an der Autobahn fertig – selbst die 699 Meter lange Wehretalbrücke und die beiden Tunnel Trimberg (585 Meter) und Spitzenberg (599 Meter). Doch das, was noch fehle, „macht den Aufschub unabwendbar“.

So habe es noch bis zu diesem Sommer einen kontinuierlichen Baufortschritt gegeben – trotz Corona-Krise. „Natürlich gab es mal Personalausfälle, Lieferengpässe oder auch Materialknappheit. Das aber ließ sich noch durch weitsichtige Planung kompensieren“, sagt Franz.

Erst mit Beginn des Kriegs in der Ukraine vor sechs Monaten hätten sich erhebliche Materialengpässe eingestellt. „Wir hatten mit Ausfällen von Lieferzusagen zu tun, mit den indirekten Auswirkungen der Russland-Sanktionen und sogar mit Materialdiebstählen“, sagt Franz.

So sei erst kürzlich trommelweise Kabel von der Baustelle gestohlen worden, das noch für den Anschluss der Tunnel-Elektrik notwendig gewesen wäre. „Und Ersatz war einfach nicht zu bekommen.“ Hinzu kamen eingeschränkte Stahllieferungen. Und auch bestellte Schaltschränke für die Tunnelsteuerung wurden nicht geliefert, weil es zuvor einen Brand beim Hersteller gegeben hatte. „Nicht zuletzt fehlt es noch an Bitumen, um die Fahrbahndeckschicht an einigen Stellen fertig herstellen zu können. Doch auch hierfür benötigen wir eine spezielle Bitumensorte aus Trinidad, die aktuell auf dem Markt schlichtweg nicht zu bekommen ist“, sagt Franz. Erst im Oktober sei wieder mit Lieferungen zu rechnen.

Zeit benötige ebenfalls noch die vollständige Herstellung der Steuer- und Sicherheitstechnik für die Tunnel Trimberg und Spitzenberg. So gebe es noch keinen Strom für die Schranken, für die Notbeleuchtung und die Verkehrszeichenbrücken.

„Die Notrufsäulen fehlen noch, und auch die Datenübertragung in die Tunnelleitzentrale ist noch nicht fertig. Hier müssen noch Kabel verlegt, Anschlüsse komplettiert und die Funktionen sämtlicher Einzelkomponenten auch im Zusammenspiel miteinander getestet werden. Dabei werden auch verschiedene Unfallszenarien simuliert, auf die die Tunnelsteuerung dann entsprechend korrekt reagieren muss“, sagt Franz. Alles zusammen, mache den Aufschub der Verkehrsfreigabe um etwa ein halbes Jahr notwendig.

Verschiebungen werde es auch mit Blick auf die nachfolgenden A 44-Teilabschnitte in Richtung Eisenach geben. Einzig der Abschnitt Ringgau bis Sontra-West könne voraussichtlich schon 2024 freigegeben werden. Der Abschnitt Sontra-West bis zur Talbrücke Riedmühle werde erst 2027 fertig (bislang 2025), und der Abschnitt von der Talbrücke Riedmühle bis zum Dreieck Wommen erst 2025 (bislang 2024).

Indessen zeichnet sich ab, dass der ebenfalls noch im Bau befindliche A 44-Abschnitt zwischen Helsa-Ost und Hessisch Lichtenau-West mit dem 4,2 Kilometer langen Tunnel Hirschhagen tatsächlich noch in diesem Jahr fertig wird.

Zwar stünde noch kein konkreter Termin fest. „Die Verkehrsfreigabe soll aber auf jeden Fall noch in diesem Jahr sein“, erklärt Joachim Schmidt von der Autobahngesellschaft des Bundes, „eventuell Anfang oder Mitte Herbst.“

Von Boris Naumann

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