Leere Busse und Bahnen

50 Prozent weniger Fahrgäste in Kreis und Stadt Kassel

In Landkreis und Stadt Kassel steigen derzeit immer weniger Fahrgäste in Bahnen und Busse. Unser Symbolbild zeigt einen Mann mit Mund-Nasen-Schutz in einer Stadtbahn in Stuttgart.
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In Landkreis und Stadt Kassel steigen derzeit immer weniger Fahrgäste in Bahnen und Busse. Unser Symbolbild zeigt einen Mann mit Mund-Nasen-Schutz in einer Stadtbahn in Stuttgart.

Menschenansammlungen meiden, zuhause bleiben, solidarisch sein: Was sich die allermeisten Menschen in Corona-Zeiten zu Herzen nehmen, wirkt sich nun auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aus.

Kreis Kassel - Um rund die Hälfte habe sich die Zahl der Fahrgäste in Bussen und Bahnen im Landkreis Kassel seit Oktober reduziert. Ebenso leer bliebe es in Fahrzeugen in der Stadt. Das teilt RBK- und KVG-Sprecherin Heidi Hamdad auf HNA-Anfrage mit.

Vor allem sogenannte „Selten- und Gelegenheitsfahrgäste“ steigen laut Hamdad weniger in Bus und Bahn. Das lasse sich an Fahrkartenverkäufen ablesen: Bei Einzelfahrkarten und Fünfer- sowie Multitickets verzeichnen die Mobilitätsanbieter einen Rückgang. „Insbesondere abends sind deutlich weniger Menschen unterwegs“, sagt Hamdad und verweist auf geschlossene Restaurants und Kulturstätten. Zudem arbeiteten viele Menschen von zuhause oder seien in Kurzarbeit. Die Uni Kassel sei geschlossen, ebenso wie manche Schulen.

Aber auch die Angst davor, sich anzustecken, spiele eine Rolle. Um das Risiko möglichst gering zu halten, nutzten die Menschen häufiger das Auto, das Fahrrad oder gingen zu Fuß. Dabei bestehe eigentlich kein Grund zur

Sorge: „Die Vermutung von Furcht vor Ansteckung ist zwar naheliegend und kommt in der öffentlichen Diskussion stark vor, aber belastbare Untersuchungen sind uns dazu nicht bekannt“, sagt die Sprecherin.

Ganz im Gegenteil zeigten Studien „kein signifikant höheres Ansteckungsrisiko im ÖPNV gegenüber alltäglichen Verhaltensweisen wie zum Beispiel Einkaufen“. Wichtig sei, sich an die Hygieneregeln zu halten und eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Trotz der von Hamdad unterstrichenen geringen Ansteckungsgefahr rät sie von „Spaßfahrten“ in der Woche ab: Stattdessen sollten Menschen „jenen den Platz lassen, die zum Beispiel zur Schule, Arbeit oder wichtigen Terminen unterwegs sind“.

Es ist klar, dass weniger Passagiere auch weniger Umsatz bedeuten. Wie hoch die Ausfälle sind, lässt sich laut Hamdad noch nicht genau sagen. Die Hessischen Verkehrsverbünde gehen allerdings von 25 bis 40 Prozent aus. „Das scheint aus KVG-Sicht nicht unplausibel.“ Derzeit laufe ein Antragsverfahren beim Land Hessen – so sollen Verluste durch den Corona-Rettungsschirm für den ÖPNV ausgeglichen werden. » INTERVIEW

Von Moritz Gorny

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