Weitere Abschnitte bis zur A4 folgen

A44-Bau im Osten geht voran: Wehretalbrücke soll bis 2022 fertig sein

Mit 669 Metern Länge ist die Wehretalbrücke die längste Brücke auf dem 28,6 Kilometer langen A 44-Teilstück von Waldkappel bis Wommen. Voraussichtlich im Herbst 2022 soll sie in Betrieb genommen werden. Rechts der Brücke ist das Ostportal des Tunnels Trimberg mit der Anschlussstelle Eschwege, links das Nordportal des Tunnels Spitzenberg zu sehen. Das Das Foto entstand Mitte 2020.
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Mit 669 Metern Länge ist die Wehretalbrücke die längste Brücke auf dem 28,6 Kilometer langen A 44-Teilstück von Waldkappel bis Wommen. Voraussichtlich im Herbst 2022 soll sie in Betrieb genommen werden. Rechts der Brücke ist das Ostportal des Tunnels Trimberg mit der Anschlussstelle Eschwege, links das Nordportal des Tunnels Spitzenberg zu sehen. Das Foto entstand Mitte 2020.

Nicht nur bei Helsa wird die A44 mit dem Tunnel Hirschhagen derzeit von Kassel in Richtung Eisenach neu gebaut.

Kreis Kassel – Große Baufortschritte gibt es längst auch im östlichen Teil der A 44 von Waldkappel bis zur A4 bei Wommen. Hier ein Überblick:

Waldkappel bis Ringgau

Am weitesten vorangeschritten ist der erste von vier Bauabschnitten östlich von Waldkappel, der 7,9 Kilometer lange Abschnitt Waldkappel-Ringgau. „Im Herbst 2022 soll das Teilstück fertig sein“, sagt Projektleiter Stefan Franz von der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges). Tatsächlich ist die Trasse ab Waldkappel fast bis zum Tunnel Trimberg bereits in beiden Richtungen fertig asphaltiert. „Es fehlen nur noch die Beschilderung, die Schutzeinrichtungen sowie die Fahrbahnmarkierungen“, berichtet Franz.

Der Tunnel Trimberg gleich im Anschluss mit seinen 585 Metern Länge steht ebenfalls kurz vor seiner Vollendung. Aktuell wird er technisch ausgestattet. Im Jahr 2018 war mit dem Tunnelvortrieb begonnen worden. Vor allem der Tunnelbau von Osten her war mit großem Aufwand verbunden. Auf gut 150 Metern musste zunächst der Berg abgetragen werden, weil dieser sonst im Tunnelvortrieb eingesackt wäre. Erst nach Abtragen des Berges konnten die Tunnelröhren frei in die Landschaft gebaut und anschließend wieder mit einer über den Röhren bis zu 18 Meter mächtigen Erdschicht eingeschüttet werden.

Direkt am Ostportal des Tunnels liegt die Anschlussstelle Eschwege. Sie ist so gebaut, dass aus Richtung Eschwege kommender Verkehr, der weiter nach Süden möchte, automatisch auf die A44 geleitet wird – bis zum Anschluss Sontra-West. „Ziel ist es, die B 27 und damit die Orte Oetmannshausen, Hoheneiche und Wichmannshausen zu entlasten“, sagt Franz.

Fertig ist ebenfalls schon die sich an die Anschlussstelle Eschwege anschließende, rund 669 Meter lange Wehretalbrücke. In einem lang gezogenen Bogen überspannt sie das Wehretal südlich von Reichensachsen. Ihre Konstruktion wirkt grazil, der schlanke Überbau ruht auf insgesamt 28 schlanken Pfeilern. „Tatsächlich fällt sie in der Landschaft kaum auf“, sagt Franz. Die Brücke ist – wie auch die Tunnel – auf Tempo 80 ausgelegt. „Kann gut sein, dass die Verkehrsbehörde später dort auch Tempo 100 zulässt“, sagt Franz.

Nur wenige Hundert Meter hinter der Wehretalbrücke folgt der Tunnel Spitzenberg mit einer Länge von 599 Metern. Der Durchstich gelang im Januar 2020. Inzwischen ist in der Weströhre die Beton-Innenschale komplett fertig gebaut, in der Oströhre wird die Innenschale aktuell hergestellt.

Der Trassenbau vom Tunnel Spitzenberg einschließlich der Netra-Talbrücke bis zur Anschlussstelle Ringgau ist in vollem Gange, teilweise wurde auch schon asphaltiert. Die Strecke dort ist bisweilen stark in die Hänge eingeschnitten, „was sehr aufwendige Sicherungsarbeiten zur Stabilisierung der Hanglagen erforderlich machte“, sagt Franz. Die Anschlussstelle Ringgau sei ebenfalls schon so gut wie fertig.

Ringau bis Wommen

Alle drei weiteren Bauabschnitte Richtung Osten von Ringgau bis zur A4 bei Wommen sind dagegen noch nicht so weit – obwohl bereits auch dort schon seit etwa drei Jahren gebaut wird. „Wir realisieren zunächst alle Großbrücken zu Transportzwecken, und dann den eigentlichen Trassenbau mit den Tunneln“, erklärt Franz.

Blick vom Nordportal des Tunnels Boyneburg herab auf die Anschlussstelle Ringgau und direkt dahinter die Netratalbrücke im Abschnitt Waldkappel-Ringgau. Dieser Abschnitt wird 2022 für den Verkehr freigegeben.

Insgesamt müssten – allein zwischen Ringgau und Wommen – sechs Talbrücken und fünf Tunnel gebaut werden. Während die Talbrücken schon sehr weit fortgeschritten sind, wurde bei den Tunneln bislang nur der 1698 Meter lange Tunnel Boyneburg im Abschnitt Ringgau-Sontra-West in Angriff genommen. „Doch haben wir dort jetzt im Sommer 2020 den Durchstich geschafft“, sagt Franz. Aktuell würden in den Tunnelröhren die Betoninnenschalen hergestellt.

Die beiden Abschnitte Ringgau bis Sontra-West und Sontra-West bis zur Talbrücke Riedmühle, die insgesamt 11,6 Kilometer lang sind, sollen im Jahr 2025 gemeinsam für den Verkehr freigegeben werden. Bis dahin wird weiter die B 400 von Wichmannshausen über Ulfen die West-Ost-Verbindung zur A4 herstellen.

Das letzte A44-Teilstück von der Talbrücke Riedmühle bis zur A4 bei Wommen auf 9,1 Kilometern soll dagegen schon ein Jahr früher, also etwa Ende 2024, in Betrieb gehen. (Boris Naumann)

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