Unterlagen jetzt beim Bund – Planfeststellung beginnt im zweiten Halbjahr

A44-Lossetrasse: Planung ist fast fertig

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Blick von oben auf die geplante A44: Seit Herbst 2016 plant Hessen Mobil die Lossetrasse im Detail aus. Inzwischen liegen die Unterlagen dem Bund zur Abstimmung vor. Die Computer-Simulation zeigt noch die Grob-Planung aus dem Jahr 2017. Zu sehen ist in der Bildmitte die geplante Anschlussstelle Niederkaufungen.

Die Detailplanungen zum Bau der A44 zwischen Kassel-Ost und Helsa-Ost sind so gut wie abgeschlossen. Hessen Mobil stimmt die überarbeitete Planung derzeit mit dem Bund als Baulastträger ab.

„So wird die fertige Gesamtplanung dann etwa Mitte des Jahres dem Bundesministerium vorgelegt werden können“, sagt Hessen Mobil-Sprecher Horst Sinemus. Nach Freigabe werden die Unterlagen dann der Genehmigungsbehörde (Regierungspräsidium Kassel) überstellt, die dann voraussichtlich im dritten oder vierten Quartal 2019 das Planfeststellungsverfahren einleitet.

Damit hat die detaillierte Ausarbeitung der Trassenführung des rund 10,8 Kilometer langen A44-Teilstücks genau ein Jahr länger gedauert, als es zunächst vorgesehen war. Grund war laut Hessen Mobil ein unerwartet hoher Planungsaufwand. Insgesamt arbeitet die Landesstraßenbaubehörde nun schon seit November 2016 an der Detailplanung der Lossetrasse.

Um Spekulationen zu vermeiden, hat es Hessen Mobil bis heute vermieden, schon vorzeitig Planungsdetails bekannt zu geben. Grund: „Solange geplant wird, ist nichts spruchreif, weil sich immer noch Änderungen ergeben können“, hatte Ralf Struif, Planungsdezernent bei Hessen Mobil, schon vor knapp zwei Jahren gegenüber der HNA erklärt.

So liegen bislang nur grobe Maßgaben vor. Dazu zählen unter anderem eine möglichst ortsferne Trassenführung, ein verbesserter Lärmschutz entlang der Trasse, der Umbau der Anschlussstelle Kassel-Ost zu einem Autobahndreieck A7/A44 sowie der Erhalt der B7 und der Leipziger Straße ab Niederkaufungen bis nach Kassel als Ausweichstecke.

Zu einer Info-Veranstaltung für Bürger und Betroffene werde Hessen Mobil vor Beginn der Planfeststellung nicht mehr einladen, teilt Sinemus mit. So werden also die ausgearbeiteten Pläne erstmals im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung im Planfeststellungsverfahren in der zweiten Jahreshälfte 2019 einsehbar sein. Insgesamt vier Wochen lang werden die Unterlagen dann in den Rathäusern der unmittelbar und mittelbar betroffenen Kommunen zur Einsicht ausliegen – in Kaufungen, Helsa, Lohfelden und Kassel.

Bis zu zwei Wochen nach Auslage der Unterlagen können direkt betroffene Personen wie auch Interessengruppen, Vereine, Verbände und Institutionen Anregungen oder Einwände schriftlich abgeben. Etwa zeitgleich startet das Regierungspräsidium mit dem sogenannten Anhörungsverfahren. Dabei werden Behörden, deren Aufgabenbereiche vom Autobahnbau berührt werden, zur Stellungnahme aufgefordert. Dazu zählen vor allem die für den Naturschutz, den Wasser- und Bodenschutz, die Landwirtschaft und den Denkmalschutz zuständigen Behörden sowie die jeweils betroffenen Gemeinden und Landkreise.

All diese eingegangenen Einwände, Anregungen und Stellungnahmen werden geprüft, in den weiteren Verfahrensschritten berücksichtigt und gegebenenfalls in die Planungen eingearbeitet. Frühestens ein Jahr später ist dann mit dem Planfeststellungsbeschluss durch die Genehmigungsbehörde zu rechnen. Wenn dann niemand klagt, kann gebaut werden.

Optimistisch kalkuliert könnte damit der A44-Abschnitt Kassel-Ost bis Helsa-Ost schon 2027/28 fertig sein. Allein der Bau des 1400 Meter langen Tunnels Helsa wird sechs bis sieben Jahre dauern. Weil aber bei derartigen Großprojekten immer mit Verzögerungen zu rechnen ist, ist das Jahr 2031 für die Verkehrsfreigabe deutlich wahrscheinlicher.

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