Baustelle bei Kassel

A7: Dauerbaustelle bald zu Ende - ab dann gibt es wieder freie Fahrt

Die Kurven auf dem Beton verkörpern die Topographie des Kasseler Berglands und Beckens, die roten Linien symbolisieren verschiedene Kasseler Wahrzeichen, wie hier den Herkules und Teile des Marstall.
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Die Kurven auf dem Beton verkörpern die Topographie des Kasseler Berglands und Beckens, die roten Linien symbolisieren verschiedene Kasseler Wahrzeichen, wie hier den Herkules und Teile des Marstall.

Die Baustelle auf der A7 bei Kassel soll noch dieses Jahr freigegeben werden. Die Skyline ist mittlerweile komplett.

Kreis Kassel – Die Kasseler Berge und die Skyline sind komplett – gestern wurde an der A7-Baustelle zwischen Kassel-Mitte und Kassel-Ost der letzte Teil der Lärmschutzwände eingebaut.

Die Zielgerade auf diesem Bauabschnitt des Großprojekts Autobahnausbau ist damit in Sicht. Ab November soll der Verkehr auf dem drei Kilometer langen Bauabschnitt dann endlich auf acht Spuren gleichzeitig fließen können. Begonnen hatten die Arbeiten dafür im November 2011.

„Der Zeitplan ist bisher eingehalten worden“, sagt Hessen-Mobil-Sprecher Marco Lingemann. Die aufwenige Verstärkung und Verbreiterung der Brücken über dem Waldauer Weg und der Ochshäuser Straße sei bereits komplett abgeschlossen.

A7 bei Kassel: Corona hat bauarbeiten nicht verzögert

Auch die Corona-Pandemie habe die Arbeiten nicht weiter verzögert – trotz Lieferschwierigkeiten, erklärt Lingemann: „Die Anlieferung der Glaselemente für die Lärmschutzwand per Seeweg aus China hatte sich um etwa anderthalb Monate verzögert. Da wir parallel an anderen Stellen der Baustelle ungehindert weitermachen konnten, hatte die verspätete Anlieferung aber keinen Einfluss auf die Gesamtbauzeit.“

Bevor der komplette Bauabschnitt freigegeben werden kann, wird aber noch asphaltiert. Dabei kommt auch offenporiger Asphalt (OPA) zum Einsatz. „Dieser wirkt besonders lärmmindernd. Im Vergleich zu herkömmlichen Asphalt reduziert sich die Lärmbelastung um 5 dB(A)“, erklärt Lingemann.

Bevor der OPA aber aufgetragen werden kann, wird die Fahrbahn in Richtung Norden erst einmal mit normalen Asphalt vorbereitet und kann dann wieder befahren werden. Das werde von Mitte September an passieren, sagt Lingemann. Die Fahrbahn Richtung Norden wird dann auch den gesamten Verkehr Richtung Süden aufnehmen, damit die Fahrbahn in Richtung Süden für den OPA vorbereitet und dieser aufgetragen werden kann.

Direkt im Anschluss – Ende Oktober – soll dann der OPA auf der Nordfahrbahn an einem einzigen Wochenende aufgebracht werden. Der Vorteil dieses vermeidlich unnötigen Hin- und Herwechseln des Verkehrs und der Bauarbeiten ist, dass der empfindliche Spezialbelag nicht durch Markierungsarbeiten und mobile Schutzwände belastet und womöglich sogar beschädigt wird. Auch eine Vollsperrung könne so vermieden werden, sagt Lingemann.

A7 bei Kassel: Im Frühjahr 2021 startet neue Baustelle

„Wie lange das alles aber genau dauert, hängt auch vom Wetter ab. Die Asphaltarbeiten können nämlich nur bei guter Witterung ausgeführt werden“, so Lingemann. Ab November soll der Verkehr auf der A 7 bei Kassel aber wieder fließen können. Zumindest bis zum kommenden Frühjahr. Denn dann beginnt der vierspurige Ausbau zwischen Kassel-Mitte und dem Dreieck Kassel-Süd.

Während der Zeitplan eingehalten wird, sieht das bei den Kosten anders aus. 92 Millionen waren ursprünglich geplant, jetzt werden es mehr, wie viel kann Hessen Mobil noch nicht sagen. „Grund ist unter anderem die Baupreisentwicklung der letzten 10 Jahre“, sagt Lingemann. Außerdem sei nicht geplant gewesen, die Lärmschutzanlagen zwischen Lindenbergbrücke und Wahlebachbrücke auf der Westseite der A 7 komplett zu erneuern. Aufgrund der fortwährenden Belastung des Bauwerks durch Tausalz war die alte Lärmschutzwand aber so angegriffen, dass der Neubau letztendlich wirtschaftlicher gewesen sei als eine Sanierung. (Michaela Pflug)

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