4,7 Millionen Euro für die Schleusen

Ab 2023 wird die Fulda von Hann. Münden bis Kassel schiffbar sein

Blick auf die Schleuse bei Wahnhausen: Vor der Schließung der Kasseler Schleuse im Oktober 2016 wurden hier noch jährlich etwa 3700 Boote und 800 Fahrgastschiffe geschleust. Seither haben die Zahlen abgenommen. Personenschifffahrt auf der Fulda bietet nur noch die Weserstein Touristik mit Startpunkt in Hann. Münden an.
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Blick auf die Schleuse bei Wahnhausen: Vor der Schließung der Kasseler Schleuse im Oktober 2016 wurden hier noch jährlich etwa 3700 Boote und 800 Fahrgastschiffe geschleust. Seither haben die Zahlen abgenommen. Personenschifffahrt auf der Fulda bietet nur noch die Weserstein Touristik mit Startpunkt in Hann. Münden an.

Mit der Wiederinstandsetzung der Kasseler Stadtschleuse für 10 Millionen Euro wird die Fulda wohl ab Mai 2023 wieder auf 32 Kilometern von Hann. Münden bis zum Kasseler Wehr an der Neuen Mühle für die Schifffahrt befahrbar sein.

Kreis Kassel - Dass das möglich ist, dafür sorgen nicht zuletzt weitere Investitionen des Bundes in die übrigen Schleusen- und Wehrbauwerke zwischen Hann. Münden und Kassel. Derer gibt es vier: bei Wahnhausen, Wilhelmshausen, Bonaforth und bei Hann. Münden. „Insgesamt 4,7 Euro werden in nächster Zeit in die Hand genommen, um die Anlagen in Schuss zu halten“, sagt Michael Rabbe, Fachgebietsleiter Wasserstraßen beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser mit Sitz in Hann. Münden.

„So fließen aktuell rund 3,8 Millionen Euro allein in die Erneuerung der Steuereinheiten für die Schleusen und Wehre“, sagt Rabbe. Hinzu käme der Einbau neuer Revisionsverschlüsse für noch einmal 900.000 Euro. Revisionsverschlüsse sind spezielle Sperrtore, die zur Trockenlegung einer Schleuse bei Reparaturarbeiten verwendet werden. „Weitere Einzelvorhaben komplettieren das Sanierungsprogramm“, sagt Rabbe. Hier ein Überblick:

  • Schleuse Wahnhausen: An der Schleuse Wahnhauen wurde jüngst für 500.000 Euro die sogenannte Schleusenplanie (das Betriebsgelände der Schleuse) saniert. Die Schleuse Wahnhausen war in den Jahren 1975 bis 1980 als Sportbootschleuse errichtet worden. Sie ist 35 Meter lang, 6,50 Meter breit und überwindet eine Höhe von 8,50 Metern. In das Schleusenbecken passen 2460 Kubikmeter Wasser, das entspricht 16 400 vollen Badewannen.
  • Schleusen Wilhelmshausen und Bonaforth: Die Schleusen Wilhelmshausen und Bonaforth sind baugleich in der Zeit von 1982 bis 1989 als Sportbootschleusen errichtet worden. An der Schleuse Wilhelmshausen wird zur Zeit die Schleusenplanie für 400 000 Euro instandgesetzt. Die beiden Schleusen sind 35 Meter lang, 7,50 Meter breit und überwinden eine Fallhöhe von jeweils 2,41 Metern. Ihr Volumen beträgt je 1580 Kubikmeter, was 10 500 Badewannen entspricht.
  • Schleuse Hann. Münden: Die Schleuse Hann. Münden wurde bereits 1892 in Betrieb genommen. „In den nächsten Jahren ist dort der Korrosionsschutz der Schleusentore sowie die Erneuerung der Antriebe vorgesehen“, sagt Michael Rabbe. Die Schleuse ist 58 Meter lang, 8,50 Meter breit und überwindet eine Fallhöhe von 2,86 Metern. Sie fasst 1500 Kubikmeter Wasser, was 10 000 vollen Badewannen entspricht. Die Schleuse Hann. Münden ist die einzige noch nicht vollautomatische Schleuse zwischen Hann. Münden und Kassel. Sie hat noch eine Drehbrücke, die von einem Schleusenwärter bedient werden muss.

„Alle Arbeiten werden meist unter Vollbetrieb oder während der Sperrzeiten im Winter erledigt“, sagt Rabbe. Grundsätzlich seien die Schleusen und Wehre für eine Betriebsdauer von mindestens 80 Jahre errichtet worden.

„Nach 30 bis 40 Jahren ist eine Grundinstandsetzung des Korrosionsschutzes und der Antriebe der Schleusentore erforderlich“, sagt Rabbe. Zudem werde jedes Wasserbauwerk alle sechs Jahre einer Inspektion unterzogen. Dabei kommen die Revisionsverschlüsse zum Trockenlegen ganzer Anlagenteile zum Einsatz. „Die Bausubstanz sowie elektrische und technische Anlagen kommen dann unter die Lupe.“ (Boris Naumann)

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