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Achteinhalb Jahre Haft für 46-Jährigen – Ehefrau wegen Beihilfe verurteilt

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Von: Daniel Göbel

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Blaulicht der Polizei
Achteinhalb Jahre Haft für 46-Jährigen – Ehefrau wegen Beihilfe verurteilt. (Symbolbild) © Rolf Vennenbernd/Archiv

Ein 46 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Kassel ist am Mittwoch wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie Vergewaltigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

Kreis Kassel – Das Schwurgericht am Landgericht Kassel sah die Taten als erwiesen an. Seine 47 Jahre alte Ehefrau wurde wegen Beihilfe zur Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten verurteilt, die jedoch auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Hinzu kommen 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Die Taten liegen mittlerweile zwei Jahre zurück. Der Fall des versuchten Totschlags mit gefährlicher Körperverletzung soll auf einen Streit im Internet zurückgehen. Dort habe sich der 46-Jährige durch Äußerungen des späteren Opfers in seiner Ehre angegriffen gefühlt, woraufhin er dem Opfern mit Hinrichtung gedroht habe. Einige Tage später soll der Verurteilte dann mit einem Messer bewaffnet die Wohnung des Opfers aufgesucht haben, wo er jedoch niemanden antraf.

Später habe er sich von seiner Frau erneut zur Wohnung des Opfers fahren lassen, wo die Situation komplett eskaliert sein soll. Der 46-Jährige habe sich mit dem Messer auf die Frau gestürzt, die sich mit Pfefferspray gewehrt habe, wodurch ihm das Messer entwich. Dies habe ihn aber nicht davon abgehalten, die Frau bis zur Bewusstlosigkeit zu würgen. Erst der Sohn des Opfers, der die Situation am Fenster verfolgte und zur Hilfe eilte, habe den Mann überwältigen können.

Wie der Vorsitzende Richter erklärte, leide die Frau bis heute unter den Folgen der Tat. Sie sei in therapeutischer Behandlung, müsse Psychopharmaka nehmen. Durch die Stichverletzungen sei eine Arterie dauerhaft geschädigt, zudem habe sie drei Monate lang aufgrund von Lähmungserscheinungen im Fuß nicht laufen können.

Im zweiten Fall – der Vergewaltigung – soll der Angeklagte mit dem späteren Opfer einen Abend in einer Bar verbracht haben. Die Frau habe dem 46-Jährigen angeboten, ihn mit dem Auto nach Hause zu fahren.

Beide seien stark betrunken gewesen und hätten noch gemeinsam auf einer Bank in der Nähe der Wohnung der Frau verweilt. Irgendwann habe der Mann die Frau gegen die Bank gedrückt, festgehalten und zum Geschlechtsakt gezwungen, obwohl die Frau mehrfach lautstark zu verstehen gab, dass sie dies nicht will.

Das Gericht stützt sich auf ein Handyvideo des Vorfalls als Beweismittel. Dort seien eindeutige Geräusche zu hören, dass ein Geschlechtsakt stattgefunden habe, zudem ist auch die Stimme der Frau zu hören, die wieder und wieder vergeblich versucht, dem 46-Jährigen deutlich zu machen, dass er von ihr ablassen soll.

Nicht eindeutig geklärt werden konnte, ob hier neben der Vergewaltigung auch eine vorsätzliche Körperverletzung vorliege. Denn der 46-Jährige habe die Frau zum Geschlechtsakt gezwungen, im Wissen, dass er HIV-positiv ist, da er zu diesem Zeitpunkt bereits medikamentös behandelt worden sei. Jedoch hätte man nicht klären können, ob dessen Viruslast für eine Ansteckung damals stark genug gewesen ist. (Daniel Göbel)

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