Bintumani: Ärzte aus Kassel helfen weiter

Kindern ein besseres Leben schenken: Ärzte aus Kassel operieren kostenlos in Afrika

Der kleine Mohammed vor seiner Operation in einem deutschen Krankenhaus zusammen mit Dr. Morley Wright (links) und Dr. Ibrahim Al-Naieb.
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Der kleine Mohammed vor seiner Operation in einem deutschen Krankenhaus zusammen mit Dr. Morley Wright (links) und Dr. Ibrahim Al-Naieb.

Das Kasseler Ärzteteam der Hilfsorganisation Bintumani unterstützt im März Kinder in Sierra Leone. Sie bieten dort kostenlose Operationen an.

  • Sierra Leone: Ein Staat, in dem viele Kinder früh sterben.
  • Das Kasseler Ärzteteam der Hilfsorganisation Bintumani unterstützt die Ärzte vor Ort.
  • Spenden retten Leben: Auch die Ärzte sind auf Unterstützungen angewiesen.

In dem afrikanischen Land Sierra Leone sterben laut Unicef mehr als 100 von 1000 Kindern vor dem fünften Lebensjahr. Hoffnung gibt ein Kasseler Ärzteteam der Hilfsorganisation Bintumani.

Das Team fliegt einmal im Jahr nach Sierra Leone, um Kinder kostenlos zu operieren. „Wenn wir nicht helfen, werden die Kinder oft gar nicht behandelt“, erklärt Dr. Morley Wright, der selbst aus Sierra Leone stammt und bis zur Pension leitender Oberarzt am Kinderkrankenhaus Park Schönfeld in Kassel war.

„Ohne das ehrenamtliche Engagement unseres Teams wäre das ganze Projekt nicht möglich“

Zusammen mit seinem ehemaligen Kollegen, dem Kinderchirurgen Dr. Ibrahim Al-Naieb, hat er das Projekt vor etwa zehn Jahren ins Leben gerufen. Unter ihrer Koordination fliegt seitdem jedes Jahr ein Team aus Kinderärzten und -chirurgen, plastischen und allgemeinen Chirurgen sowie Anästhesisten und Kinderkrankenschwestern aus Kassel, Lippstadt und Hannover nach Afrika in die sierra-leonische Hauptstadt Freetown.

Dieses Team arbeitet dort eng mit den Ärzten zusammen, die die Kinder nach den Operationen vor Ort weiter betreuen. „Ohne das ehrenamtliche Engagement unseres Teams wäre das ganze Projekt nicht möglich“, betont Al-Naieb.

Wright und Al-Naieb sind sich sicher: Auch, wenn sie beide einmal nicht mehr da sind, wird das Projekt durch das rund achtköpfige Ärzteteam fortbestehen.

Ein Grund zum Lächeln: 

„Wenn wir zusammenarbeiten, können wir Kindern großartige Ergebnisse liefern, dazu beitragen, Träume in die Realität umzusetzen und #everychild (jedem Kind) einen Grund zum Lächeln zu geben.“

U. a. Kasseler Ärzteteam: 500 Kindern konnte bereits geholfen werden

Seit Beginn des Projekts konnten die Ärzte etwa 500 Kindern helfen. Die Kinder leiden unter anderem an Leisten- und Nabelbrüchen, Magen- und Darm- sowie Harnwegsfehlbildungen, Wasserköpfen, Verbrennungsfolgen und Kriegsverletzungen.

Im vergangenen Frühjahr waren es allein 81 Operationen an 73 Kindern. Aufgrund der knappen Zeit konnten auch nicht alle Fälle angenommen werden. 30 Kinder in Sierra Leone stehen nun auf der Warteliste für 2020. Am 29. Februar startet das Team wieder nach Sierra Leone. „Die, die wir letztes Mal ablehnen mussten, werden wir im März operieren“, sagt Al-Naieb.

Die Möglichkeiten vor Ort seien begrenzt, nicht jedes Kind könne ohne Weiteres in Freetown operiert werden. So war es 2017 zum Beispiel bei dem kleinen Mohammed, der unter Missbildungen an Gesicht und Schädel (Enzephalozele) litt.

Hilfsorganisation Bintumani: Spenden retten Leben

Daraufhin haben die Ärzte einen Flug nach Deutschland organisiert, wo er operiert wurde. „Mohammed geht nun zur Schule“, teilt Al-Naieb mit und lächelt. „Die Menschen, die gespendet haben, sollen sehen, dass sie wirklich etwas bewirken konnten.“

Mohammed bei seiner Einschulung 2019.

Damit das Projekt bestehen kann, sind die Ärzte auf Spenden angewiesen. Diese werden benötigt für unter anderem Medikamente, Operationsmaterial, Verbandstoffe, Transportkosten sowie Instrumente und Überwachungsgeräte.

Unterstützung zahlt sich aus

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann an den Hilfsverein Bintumani D-SL German Sierra Leone Society spenden: IBAN: DE 27 100 205 000 003 199 701, BIC: BFSWDE33BER, Stichwort: Kinderchirurgie.

UN-Kinderhilfswerk UNICEF: Für die Kinder

Falsche Ernährung - Weltweit 200 Millionen Kinder krank: Dem neuen Bericht des UN-Kinderhilfswerk UNICEF nach sind rund 200 Millionen Kinder, aufgrund falscher Ernährung, krank. Die meisten von ihnen sind in ihrer Entwicklung gehemmt oder zu klein für ihr Alter. (dpa)

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