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Schule platzt aus allen Nähten: Container kommen auf Spielplatz

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Die Bäume dürfen bleiben, ebenso wie die Hängebrücke und das Klettergerüst. Denn die nötigen Container für zwei weitere Schulräume kommen nun auf ein benachbartes Grundstück.
Die Bäume dürfen bleiben, ebenso wie die Hängebrücke und das Klettergerüst. Denn die nötigen Container für zwei weitere Schulräume kommen nun auf ein benachbartes Grundstück. © Alia Shuhaiber

Für die Grundschule in Ahnatal steht jetzt ein Plan. Weil die Klassenzimmer aus allen Nähten platzen, haben Gemeinde und Eltern ein Konzept entwickelt.

Ahnatal – Eigentlich hatten die Initiatoren der Elterninitiative das Online-Forum am Donnerstagabend einberufen, um Ideen zu entwickeln, wie es an der Grundschule in Heckershausen weitergehen soll. Denn die platzt aus allen Nähten, und um den Platzmangel zu kompensieren, sollten Container auf dem Schulhof aufgebaut werden. Damit wäre der wenige Platz zum Spielen weggefallen, und auch die alten Bäume hätten gefällt werden müssen.

Doch schon zu Beginn des Forums, an dem sich weit über 20 Eltern beteiligten und auch Ahnatals Bürgermeister Stephan Hänes sowie Vizelandrätin Silke Engler teilnahmen, konnten die Initiatorinnen der Elterninitiative für ein neues Raumkonzept, Stefanie Schrader und Annika Kortümm vom Schulelternbeirat, Erfolge vermelden. „Kein Erstklässler muss sich an die Bäume anketten“, sagte Annika Kortümm.

Schule Heckershausen: Nachmittagsbetreuung im Gemeindezentrum

Denn der Landkreis als Schulträger und die Gemeinde haben eine Lösung gefunden, mit der auch die Eltern gut leben können. Die beiden Container werden unweit der Schule auf dem Gelände des Spielplatzes An der Ahna aufgestellt, und die Nachmittagsbetreuung kann zukünftig im Gemeindezentrum in Heckershausen stattfinden.

Bereits am ersten Tag nach den Weihnachtsferien hatten sich Hänes und Engler zu einem Gespräch getroffen, „und es wurde sehr schnell klar, das die Gemeinde uns nicht im Regen stehen lässt“, wie Engler sagte. Denn dem Landkreis gehört als Schulträger lediglich die Fläche der Schule. „Wir sind immer darauf angewiesen, dass die Gemeinden uns unterstützen.“

Ahnatal: „Alles dafür tun, dass der Schulstandort erhalten bleibt“

Hänes hatte schon bei einem Treffen mit dem Schulelternbeirat zugesagt, „dass ich alles dafür tun werde, dass der Schulstandort erhalten bleibt“. Und das Gute liege oft näher, als man denke. Mehrere Standorte seien für die Aufstellung der Container im Gespräch gewesen, sagte Hänes. „Aber der Spielplatz bietet sich an: Kanäle und Elektro sind da und zum Teil können auch Spielgeräte da bleiben, und wir hätten da erst mal den Platz, den die Schule dringend benötigt“, erklärte der Bürgermeister.

Nötig sind die Container, weil die räumlichen Kapazitäten des Schulgebäudes erschöpft sind, wie Schulleiterin Janine Kloß schon zu Beginn des Forums erklärte. Derzeit werden in der Grundschule Heckershausen 113 Schülerinnen und Schüler in sechs Klassen beschult. Doch die Schülerzahlen steigen kontinuierlich. Ab dem Schuljahr 2022/23 müssen bereits sieben Klassen unterrichtet werden, und im Folgejahr werden laut Kloß bereits acht Klassenräume benötigt.

Ein Zeitplan für die Grundschule in Ahnatal steht bereits

Doch nicht nur Platz für Schulunterricht ist rar. Auch die Nachmittagsbetreuung ist ein Problem. Doch auch da zeichnet sich bereits eine Lösung ab, mit der Gemeinde, Landkreis und Eltern zufrieden sind. Der Landkreis als Schulträger wird mit der Gemeinde einen Mietvertrag über die Anmietung der Küche im Gemeindezentrum Heckershausen abschließen. Platz genug bietet das Gemeindezentrum. „Das Gemeindezentrum schläft vor sich hin, und auf der anderen Seite platzt die Schule aus allen Nähten“, sagte Hänes.

Hier soll ein Container für Entlastung sorgen. Die Grundschule in Heckershausen muss expandieren.
Hier soll ein Container für Entlastung sorgen. Die Grundschule in Heckershausen muss expandieren. © Grafik

„Wir sind hellauf begeistert, welchen positiven Verlauf alles genommen hat, und dass unser zivilgesellschaftliches Engagement schon so viel erreicht hat“, sagte Stefanie Schrader. Doch auch, wenn ihre Forderungen nun schon teilweise erfüllt seien, würden sie hartnäckig bleiben. „Uns bleibt jetzt, unsere Perspektiven und Ziele zu formulieren“, betonte Schrader, die Engler auch einen Zeitplan vorlegte. Denn bis zum Ende der Sommerferien seien es nur noch 33 Wochen.

Einigkeit: „Wir haben es uns nach alter Hanseaten-Tradition in die Hand versprochen“

Engler betonte, dass sie sich mit Hänes bereits einig sei. „Wir haben es uns nach alter Hanseaten-Tradition in die Hand versprochen.“ Und sie versprach den Initiatorinnen, ihnen einen Grobzeitplan für die anstehenden Arbeiten zukommen zu lassen.

Die offizielle Antwort auf das Gesuch der Elterninitiative ist bereits gestern per Mail gekommen. Darin bestätigen Hänes und Engler, dass die Nutzungsverträge für Container und der Anmietung der Räume im Gemeindezentrum bereits in Vorbereitung sind. Nur einen Haken gibt es, und der liegt in folgendem Satz des offiziellen Schreibens: „Der zeitliche Ablauf des weiteren Verfahrens bei der Gemeinde wird von einem beschlossenen und genehmigten Haushalt für dieses Jahr abhängen.“ (Amira El Ahl)

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