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23-Jährige aus Taiwan hilft bei den Vorbereitungen für den Weltgebetstag 2023

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Machen die Gebetsgeste zum Weltgebetstag: Li-wen Hsueh aus Taiwan (links) ist für ein Jahr als Freiwillige in Deutschland, um für den Weltgebetstag 2023 über ihr Heimatland zu informieren. Pfarrerin Ute Dilger aus Ahnatal (rechts) hat als Referentin für Weltgebetstagsarbeit in der EKKW den Kontakt hergestellt.
Machen die Gebetsgeste zum Weltgebetstag: Li-wen Hsueh aus Taiwan (links) ist für ein Jahr als Freiwillige in Deutschland, um für den Weltgebetstag 2023 über ihr Heimatland zu informieren. Pfarrerin Ute Dilger aus Ahnatal (rechts) hat als Referentin für Weltgebetstagsarbeit in der EKKW den Kontakt hergestellt. © Amira El Ahl

„Glaube bewegt“ ist das Motto des Weltgebetstages 2023. Die Vorbereitungen für den Tag im März haben in diesem Jahr Frauen aus Taiwan übernommen. Die 23-jährige Li-wen Hsueh ist als Botschafterin für ihr Land nach Ahnatal gekommen.

Ahnatal – Ihre Mutter habe gesagt, Li-wen heiße friedvoll, still und clever. „Und das ist sie auch“, sagt Ute Dilger über Li-wen Hsueh. Damit ist die 23-Jährige im Grunde die perfekte Botschafterin, und genau das soll sie in diesem Jahr auch sein für ihr Land. Denn immer am ersten Freitag im März beschäftigt sich der Weltgebetstag mit der Lebenssituation von Frauen eines anderen Landes. 2023 haben Frauen aus Taiwan den Weltgebetstag vorbereitet.

Aus diesem Grund ist Li-wen Hsueh für ein Jahr in Deutschland. In Seminaren teilt sie Wissen über ihr Land, seine Kultur, Politik, Essen und Traditionen. „Meine Kirche hat mir ein Ziel mit auf den Weg gegeben“, sagt Hsueh, „den Menschen klar zu machen, dass Taiwan kein Teil Chinas ist.“ Der kleine Inselstaat 180 Kilometer östlich von China ist in den vergangenen Monaten immer wieder in den Schlagzeilen gewesen. Bei seinem Antrittsbesuch in China hat Bundeskanzler Olaf Scholz Peking erst am Freitag vor einer Invasion Taiwans gewarnt.

Immer wieder werde sie in Gesprächen nach dieser immer währenden Gefahr gefragt, erzählt Hsueh. Sie kommt aus der Millionenstadt Taichung an der Westküste und hat Übersetzung und Interpretation in Kaohsiung im Süden studiert, bevor sie im April nach Deutschland kam. Sie lebt seither in Spangenberg auf dem Himmelsfels und hat dort vor allem im Sommer viel mit Kindern und Jugendlichen gesprochen, die dort auf christlichen Freizeiten waren.

Hsueh ist die dritte Freiwillige, die Ute Dilger zur Vorbereitung des Weltgebetstags nach Deutschland geholt hat. Dilger ist Gemeindepfarrerin in Ahnatal und betreut in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) den Bereich Weltgebetstag. „Wir wollen eine Konversation mit den Frauen aufbauen und zeigen, dass wir eine Welt sind“, sagt Dilger. Gerade von Taiwan könne man viel lernen: „Die jungen Menschen dort sind so hellwach.“

Hsueh kannte den Weltgebetstag nicht, bis ein Freund aus ihrer Kirche, der presbyterianischen Kirche von Taiwan, ihr davon erzählte und sie drängte, sich als Freiwillige zu bewerben. Er fand, sie sei die perfekte Kandidatin. Die Studentin hatte 2019 sechs Monate in Bonn verbracht, um Deutsch zu lernen. Schon damals habe sie gedacht: „Vielleicht öffnet sich noch einmal eine Tür, um nach Deutschland zu gehen“, erzählt Hsueh.

Mit ihrem einladenden Wesen und sozialen Kompetenzen baue sie Brücken, sagt Dilger. „Sie ist eine Netzwerkerin.“ Dass Hsueh zudem noch Schlagzeug und Piano spielt und singt, hat sie am Himmelsfels zu einem festen Bestandteil des Teams werden lassen. „Die haben schon gesagt: Wir lassen sie nicht mehr gehen“, sagt Dilger. In den kommenden Wochen stehen für Hsueh nun etliche Workshops und Studientage an, auf denen sie ihr Land präsentieren und als Botschafterin viele Brücken bauen kann.

Was ist der Weltgebetstag?

Der Weltgebetstag findet immer am ersten Freitag im März statt – im kommenden Jahr am Freitag, 3. März. Er steht in diesem Jahr unter dem Titel: „Glaube bewegt“. Frauen aus Taiwan haben ihn vorbereitet und gestalten die Gottesdienstordnung.

Die Bewegung des Weltgebetstags entstand bereits Ende des 19. Jahrhunderts in den USA und Kanada. Im Sinne des internationalen Mottos „informiert beten – betend handeln“, setzt sich die Projektarbeit des Weltgebetstags mit der Situation der Frauen und Mädchen des jeweiligen Schwerpunktlandes auseinander und unterstützt – neben vielen weiteren Projekten weltweit – auch das Engagement lokaler Frauengruppen und -organisationen im Weltgebetstagsland. So wurde der Weltgebetstag in den vergangenen 130 Jahren zur größten Basisbewegung christlicher Frauen.

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