40 Kubikmeter Spenden

Ahnataler sammelt erneut für Waldbrand-Opfer auf Euböa in Griechenland

 Rolf Müller (von links), Xasser Jabr, Dimitrios Kitsu, Fahrer Panagiotis Papandreou (hinten in weiß), Christian Platner und Geert Platner sowie Mustafa Saleh (vorne).
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Packen an für Griechenland: Rolf Müller (von links), Xasser Jabr, Dimitrios Kitsu, Fahrer Panagiotis Papandreou (hinten in weiß), Christian Platner und Geert Platner sowie Mustafa Saleh (vorne).

Fast 150 Menschen haben auf Geert Platners Spendenaufruf im August reagiert. Der 75-jährige Ahnataler sammelt privat seit sechs Jahren für ein Krankenhaus auf der griechischen Halbinsel Pilion.

Ahnatal – Doch nach den verheerenden Waldbränden in diesem Sommer in Griechenland gehen die Spenden nun an das kleine Dorf Prokopi auf der Insel Euböa. Kaum mehr als 1000 Einwohner hat das Dorf, welches nun eine Lastwagenladung voller Spenden aus Ahnatal und Umgebung erhalten hat, darunter Rollstühle und Gehhilfen, Skateboards, Roller, Matratzen, Feldbetten, Decken, Kissen und jede Menge Spielzeug.

Der pensionierte Lehrer Geert Platner hatte im Vormonat HNA-Leser um Unterstützung gebeten. „148 Leute haben sich bei mir gemeldet“, sagt er sichtlich froh über so viel Engagement. Sowohl Sach- als auch Geldspenden hätte er erhalten, besonders viel Geld hätten die Leser aus Witzenhausen gegeben. Platner freut sich, dass auch die Menschen außerhalb seines Heimatortes Ahnatal-Weimar seine Spendenaktion so großzügig unterstützen.

Etwa 40 Kubikmeter Ladung wurden nach Prokopi gebracht und kamen gestern Nachmittag dort an, wie Dimitrios Kitsu erzählt. Kitsu ist jemand, der Platner seit vielen Jahren bei Organisation und Transport der Spenden nach Griechenland hilft. In Prokopi wurden die Spenden laut Kitsu der griechisch-orthodoxen Kirche übergeben, die sich jetzt um die Verteilung der Hilfsgüter kümmert.

Um die Kinderkleidung, Spielsachen und die vielen anderen Sachspenden zu verladen, brauchte es viele helfende Hände. Platner: „Alle die hier anpacken, haben sich von sich aus bei mir gemeldet und ihre Hilfe angeboten. Das ist toll“, sagt er glücklich.

Das Helfer-Team ist international aufgestellt. Neben Platners Sohn Christian und dem griechischen Weinhändler Kitsu waren unter anderem auch zwei Geflüchtete aus Afghanistan beim Verladen der Spenden mit dabei. Und während der Rentner gemeinsam mit Collie-Hündin Mila alles im Blick behielt, verluden die Helfer in weniger als einer Stunde die zahlreichen Spenden für die Kinder in Griechenland.

„Das ging ruckzuck und viel schneller als erwartet“, sagt Platner. Doch es wird dieses Jahr nicht bei dieser einen Spende bleiben. Ganz nach dem Motto „Wer rastet, der rostet“ hat der 75-Jährige bereits für Oktober den nächsten Spendentransport für die Waldbrand-Opfer auf der Insel Euböa geplant.

„Dort ist alles komplett weggebrannt, die Leute haben nichts mehr“, erklärt er sein unerschöpfliches Engagement. „Bevor wir erneut sammeln, müssen wir aber Rücksprache halten, woran es zu dem Zeitpunkt am meisten mangelt“, sagt Platner.

Kitsu betont, dass die Menschen in der Region zum Beispiel dringend Werkzeuge benötigen, um das Verlorene wieder aufbauen zu können. Auch mangele es nun eher an Geld, ergänzt Platner.

„Die Leute vor Ort sind so dankbar. Durch den Spendenaufruf in der HNA ist die Zeitung inzwischen auch auf der Insel ein Begriff“, berichtet der Rentner, der selbst noch nie zuvor zum Urlaub in Griechenland war. Jeder seiner Besuche war bisher mit einer Spendenaktion verbunden. (Theresa Lippe)

Kontakt: Tel. 0151/59873915 und platner@gmx.de

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