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Ärger mit dem Stromversorger: Ahnataler soll 15 Mal Zählerstände melden

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Von: Daniel Göbel

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Der Headquarter des Energiekonzerns Eon in Essen: Der Energieversorger hat einen Kunden aus Ahnatal mittlerweile 15 Mal aufgefordert, seine Zählerstände zu melden – obwohl er dies längst getan hat.
Der Headquarter des Energiekonzerns Eon in Essen: Der Energieversorger hat einen Kunden aus Ahnatal mittlerweile 15 Mal aufgefordert, seine Zählerstände zu melden – obwohl er dies längst getan hat. © EON

Ahnataler Stromkunde erhält seit Dezember 15 Briefe von seinem Versorger. Er soll seine Zählerstände durchgeben. Was war denn da los?

Ahnatal – Wenn Günter Jesche aus Ahnatal in diesen Tagen in seinen Briefkasten schaut, staunt er nicht schlecht über die Flut an Post, die ihn momentan erreicht. Seit Ende Dezember erhält er fast täglich Post von seinem Energieversorger Eon, mit der Aufforderung, die Zählerstände für Strom und Gas abzulesen und der Eon mitzuteilen.

Das hat Jesche aber bereits Ende Dezember getan – schriftlich und telefonisch, wie er gegenüber der HNA sagt. Dennoch kommen weiter die Aufforderungen. Am Freitag erhielt Jesche den mittlerweile 15. Brief. Teilweise würden die Aufforderungen sogar doppelt bei ihm eintreffen, sagt Jesche und zeigt sich unverständlich. „Was für eine Bürokratie und Geldverschwendung“, sagt Jesche und rechnet vor, was die Aufforderungen allein an Porto kosten. „Da jedes dieser Schreiben als separater Brief mit 0,85 Cent freigemacht versandt wurde, betragen die Kosten 12,75 Euro.“ Er glaubt, damit kein Einzelfall zu sein. „Die Kosten bezahlt Eon ja nicht aus eigener Tasche, sondern lässt es sich von mir bezahlen.“

Günter Jesche geht davon aus, dass diese übermäßige Bürokratie den Preis für Strom und Gas mit in die Höhe treibt. „Man hat verschwiegen, dass ein nicht unerheblicher Teil der Kostensteigerungen auf uneffektive Arbeitsweise und Bürokratie der Energieversorgungsunternehmen beruht.“

Wie sich der Preis für Strom und Gas zusammensetzt, ist auf der Homepage von Eon erklärt. Den größten Teil machen mit 51 Prozent Steuern, Abgaben und Umlagen aus, gefolgt von Netzentgelten und den Kosten für Stromzähler mit 25 Prozent. An dritter Stelle folgen mit 24 Prozent knapp darunter der Stromeinkauf, Service und Vertrieb, worunter auch die Aufforderungen zum Ablesen fallen.

Eon teilte auf Nachfrage mit, dass man zu konkreten, einzelnen Kundenvorgängen pauschal leider keine Auskunft geben könne, so Konzernsprecher Arne Schleef. Generell setze sich der Stromversorger aber für „eine nachhaltige (Energie-)Zukunft ein“. Dazu gehöre auch, möglichst viel Papier einzusparen. Deshalb ermuntere man die Kunden zum Beispiel regelmäßig dazu, auf die Online-Kommunikation umzustellen. „Sie erhalten Rechnungen und wichtige Vertragsdokumente dann schnell und unkompliziert per E-Mail. So reduzieren wir gemeinsam mit unseren Kunden den Papierverbrauch“, erklärt Schleef.

Bei Betrachtung der Kostenseite sei der Serviceaufwand Teil der Vertriebskosten, so Schleef. Der Anteil am Strompreis, den Versorger selbst beeinflussen können, sei aber begrenzt. „Ein großer Anteil zum Beispiel des Strompreises in Deutschland ist staatlich festgelegt und gesetzlich reguliert.“ Dazu zählten vor allem Steuern, Abgaben und Umlagen sowie Netzentgelte.

Vom gemeinsamen Willen mit den Kunden, den Papierverbrauch zu senken, merkt Günter Jesche nichts. „Deshalb hab ich doch extra die Daten online übermittelt. Und zum Teil auch telefonisch, weil es eine technische Störung auf der Homepage gab“, so der Ahnataler. Für ihn das kurioseste an der ganzen Geschichte: Mittlerweile habe er bereits seine Jahresrechnungen online einsehen können – die auf den Zählerständen beruhen. „Also müssen meine Daten längst vorliegen. Und trotzdem geht die Papierflut weiter.“

Das habe er bereits mehrfach versucht, Eon mitzuteilen, allerdings bislang ohne Erfolg. „Ich kann nicht jeden Tag stundenlang in der Warteschleife der Hotline verbringen.“

Von Daniel Göbel

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