Ärzte, Apotheken und Gemeinde Ahnatal arbeiten als Netzwerk zusammen 

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Gut vernetzt: Die Ahnataler Ärzte (von links) Sabrina Schygulla und Gunther Quast, Apothekerin Kirstin Neidhart, Bürgermeister Michael Aufenanger und Holger Freyaldenhoven, Geschäftsführer von Kemper System, besprechen die Zusammenarbeit und die Koordination der Hilfsangebote – selbstverständlich mit dem nötigen Abstand. 

Die Ärzte und Apotheker in der Kommune Ahnatal gucken nicht nur auf ihren eigenen Arbeitsplatz. Um sich effektiv zu unterstützen, haben sie sich mit der Gemeindeverwaltung vernetzt.

Wenn Kirstin Neidhart derzeit zur Arbeit kommt, dann trifft sie dort nur noch auf einen Teil ihrer Kollegen. Die Inhaberin der Helfenstein Apotheke im Ahnataler Ortsteil Heckershausen hat ihre Mitarbeiter in zwei Teams eingeteilt, die getrennt voneinander arbeiten. So kann ein Team einspringen, sollte das andere wegen einer Infektion mit dem Coronavirus in Quarantäne müssen. Auch größere Arztpraxen in Ahnatal arbeiten im Moment so – um die Versorgung ihrer Patienten im Notfall sicherstellen zu können. 

„Es ist wichtig, dass wir die Kommunikationswege kurz halten und uns zum Beispiel über Fallzahlen austauschen. Damit wir planen können, wie wir vorgehen“, erklärt Apothekerin Neidhart. Mehrmals haben sich Vertreter der drei Gruppen bereits miteinander getroffen oder sich telefonisch abgesprochen. „So haben wir vor zwei Wochen schon einmal geguckt, welche Medikamente brauchen wir, was können die Apotheken bevorraten und was nicht“, sagt der Weimarer Arzt Gunther Quast.

Es stehen aber nicht nur medizinische Fragen auf der Agenda. Es geht auch darum, die Menschen über das richtige Verhalten aufzuklären, wenn Symptome einer Coronavirus-Erkrankung auftreten. Betroffene sollen sich dann auf jeden Fall erst einmal telefonisch mit ihrem Hausarzt in Verbindung setzen. „Wir beraten sie dann und besprechen, wie es weitergeht“, sagt Quast. 

Und Neidhart betont, dass Betroffene auch nicht einfach in die Apotheke kommen sollen. „Sie können uns anrufen und werden dann beliefert und versorgt.“ Hilfe bietet das Ahnataler Netzwerk aber nicht nur im Fall einer Corona-Erkrankung an. So können sich zum Beispiel auch ältere Menschen melden, die vielleicht kurzfristig einen Pflegedienst benötigen oder andere Fragen und Ängste haben. „Sie können jederzeit bei ihrem Hausarzt oder der Gemeinde anrufen. Da bekommen sie Hilfe“, betont Ärztin Sabrina Schygulla.

Die Gemeinde hat ein Hilfetelefon eingerichtet und koordiniert und vermittelt die Hilfsangebote in Ahnatal. Viele ehrenamtliche Helfer stehen bereit. 

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