Müll auf der Rinderweide

Zwei Grundstücke in Ahnatal verkommen immer mehr zu Schandflecken

Knöcheltiefer Matsch: Auf der Wiese unterhalb der Bundesstraße 251 und direkt oberhalb der Fischteiche stehen ungesichert Geräte, Bauschutt und anderer Müll. Hier wurde auch ein Loch gegraben, aus dem die Tiere trinken.
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Knöcheltiefer Matsch: Auf der Wiese unterhalb der Bundesstraße 251 und direkt oberhalb der Fischteiche stehen ungesichert Geräte, Bauschutt und anderer Müll. Hier wurde auch ein Loch gegraben, aus dem die Tiere trinken.

In Ahnatal gibt es zwei Flächen, die aufgrund des Unrats, der dort liegt, für Ärger im Ort sorgen. Aber nicht nur der Unrat sorgt für Unmut.

Die Landschaft unterhalb des Bühls in Weimar gehört mit zu den schönsten in der Umgebung. Von hier aus kann man über Felder, Wiesen und Wald bis zum Hohen Dörnberg schauen. Zum Spazieren ist dieser Fleck Erde ideal.

Umso mehr stechen hier zwei Flächen ins Auge, auf denen sich Unmengen an Unrat häufen. Die eine Fläche befindet sich etwa 300 Meter unterhalb des Campingplatzes in nord-westlicher Richtung, die zweite Fläche etwa 300 Meter unterhalb des ehemaligen Ausflugslokals an der Bundesstraße 251, in direkter Nachbarschaft zweier Fischteiche.

Ahnatals Maschinenfriedhof

Auf dem ersten Gelände stehen mehrere Landmaschinen, Pferdeanhänger und andere Gerätschaften. Manche Geräte liegen schon so lange in den Büschen und Bäumen, dass sie eingewachsen sind. „Tiere können sich an den scharfen Metallkanten verletzen“, sagt Robert Schnegelsberg. 

Denn das Gelände ist nicht eingezäunt, Spaziergänger, Kinder und Tiere können jederzeit an die Geräte und Fahrzeuge gelangen. Schnegelsberg weist seit Jahren auf die Situation hin, passiert sei bisher nichts, sagt das Mitglied der SPD-Fraktion im Ahnataler Parlament.

Nicht gesichert: Auf einer nicht umzäunten Fläche unterhalb des Bühls in Weimar stehen landwirtschaftliche Maschinen und etliche Geräte herum.

Dabei dürfen nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz motorisierte Geräte nicht auf Wiesen stehen, wenn Betriebsflüssigkeit ins Erdreich versickern könnte. Diese Regelung gilt auch für Landwirte und deren Geräte, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn. „Es darf keine Gefährdung von Dritten ausgehen.“

Gemeinde Ahnatal geht auf Eigentümer zu 

Im Fall der Fläche unterhalb des Bühls hat jetzt die Gemeinde Ahnatal reagiert. Sie hat einen Brief an den Eigentümer des Areals geschrieben mit der Bitte, den Müll zu entfernen. „Auf dem Grundstück muss sich etwas verändern“, sagt Bürgermeister Michael Aufenanger. 

Die Flächen seien verpachtet, der Eigentümer aber in der Pflicht dafür zu sorgen, dass auf seinem Grundstück Ordnung herrsche. Eine erste Frist ist bereits verstrichen, die Gemeinde wird nun eine ordnungsrechtliche Verfügung erlassen. Die gilt jedoch nur für diese eine Fläche.

Nicht nur der Unrat stört die Ahnataler 

Aber auch auf der zweiten Fläche oberhalb der Fischteiche liegt bergeweise Müll herum. Dort laufen fünf Rinder durch knöcheltiefen Morast. Dazwischen sind alte Eisentore, Pfeiler, haufenweise Backsteine, verrostete Gerätschaften, Bauschutt und Asbestplatten – alles liegt ungesichert herum.

Schlimmer als den Müll findet Werner Wiedmann jedoch, dass der Pächter ein Loch gegraben hat, aus dem nun die Rinder trinken müssen. Wiedmann gehören die beiden Fischteiche in unmittelbarer Nachbarschaft. Auf dem Acker nebenan lagere außerdem Mist von mehr als zwei Jahren. 

Zudem habe der Pächter ein Dränagerohr, das unterhalb der Wiese verlaufe, angebohrt. Eigentlich dienen die Rohre der Sickerwasserabfuhr. „Da ist jetzt Gülle drin“, sagt Wiedmann. Die Gülle laufe nun teilweise auch durch die Dränagerohre in die Fischteiche.

Ahnataler Ordnungsamt überprüft Fördermittelanspruch 

„Wenn das wirklich so ist, dann hat der Pächter ein Problem“, sagt Kühlborn. Deshalb werden in diesen Tagen Mitarbeiter des Landkreises und des Ahnataler Ordnungsamts das Gelände begutachten. Sollte der Pächter sich nicht an Umweltstandards halten und EU-Fördermittel bekommen, könnten diese entzogen werden.

Warum der Pächter seine Grundstücke so vermüllen lässt, ist weder SPD-Mann Schnegelsberg noch Nachbar Wiedmann klar. „Es sind ganz liebe Menschen, mit denen man gut reden kann“, sagt Wiedmann. Schnegelsberg stimmt ihm zu. Man müsse nicht immer gleich mit der ganz großen Keule kommen. „Aber irgendwann ist das Maß voll.“

Was der Pächter zu den Vorwürfen sagt und wie es weiterging, lesen Sie hier. 

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