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Ahnatals ambitioniertes Radkonzept stockt

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Das Bild zeigt einen geschotterten Radweg, der über eine Brücke führt. Rechts und links stehen Geländer.
Bereits vorhandener Weg: Südlich der Bahn, über die Brücke an der Rasenallee, soll die Radpendlerroute Habichtswald-Ahnatal-Vellmar ausgebaut werden. © Amira El Ahl

Die Gemeinde Ahnatal hat ambitionierte Ziele, wenn es um den Ausbau der Radwege-Infrastruktur geht.

Ahnatal - Bereits im Jahr 2017 beschloss die Gemeindevertretung das Radkonzept Ahnatal. Im Juli diesen Jahres wurde das Konzept, in dem alle Radverkehrsprojekte der Gemeinde zusammengeführt wurden, unter dem Titel „Radkonzept Ahnatal 2025“ noch einmal aktualisiert. Das Radkonzept 2025 ist in mehrere Maßnahmenpakete untergliedert. In jedem Paket befinden sich drei bis vier Wege, die ausgebaut werden sollen. „Man darf mehrere Radwege gleichzeitig angehen“, erklärt Irina Oxe, Radverkehrsbeauftragte der Gemeinde. „Aber es muss überschaubar sein, sodass die Wege auch in drei bis vier Jahren gebaut werden können.“

Denn für die Umsetzung des Radwegekonzepts ist die Gemeinde auf Förderung durch die Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) angewiesen, die bis zu 80 Prozent beträgt. Bekommt eine Gemeinde die Förderung, dann ist eine Voraussetzung für die Zahlung, dass die Arbeiten innerhalb eines bestimmten Zeitraums abgeschlossen sind.

Oxe und der Radkonzeptkoordinator Albert Walch haben sechs Pakete für das Radkonzept geschnürt, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen. Die Verbindung Kreuzfeld - Berliner Straße und der Rote Weg am Kammerberg aus dem Maßnahmenpaket I wurden bereits instandgesetzt. Doch auch wenn der erste Schritt getan ist, sind damit erst 2 von 15 geplanten Lückenschlüssen fertiggestellt. „Ich bin schon etwas frustriert, dass es so lange dauert“, sagt Walch. Denn, wie Oxe sagt: „Wir sind hoch motiviert, dass hier was passiert.“

Doch es hat vielerlei Gründe, warum der Ausbau derzeit stockt. Zum einen sei es sehr kompliziert, die Förderanträge zu stellen. „Da ist man wochenlang beschäftigt“, sagt Walch. Sind die Anträge erst einmal gestellt und auch die Förderung genehmigt, so wie im Fall des Maßnahmenpakets II, dann wartet ein weiteres Problem. Denn dann müssen die Ausschreibungen für die Planungsleistungen gemacht werden.

Hier liegt derzeit der Flaschenhals, erklärt Walch, denn im Bauamt, das für die Ausschreibungen zuständig ist, herrscht derzeit ein personeller Engpass – und natürlich müssen hier noch etliche andere Projekte betreut werden. Die Krux ist also: „Es müsste bald gebaut werden, das Geld ist da, aber die Ausschreibungen fehlen“, sagt Walch. Aber erst wenn ein Planungsbüro gefunden wurde, kann mit dem Bau begonnen werden.

Sobald das zweite Paket in der Umsetzung ist, soll es auch schon mit dem dritten Paket weitergehen. „Die Beschlüsse sind alle da und die Finanzierung vonseiten der Gemeinde steht“, sagt Walch. Das ist auch eine Grundvoraussetzung, um eine Förderung zu erhalten. Der Förderantrag wurde bereits gestellt und wird derzeit von Oxe noch einmal überarbeitet.

Für dieses Paket hat sich eine maßgebliche Änderung zum ursprünglichen Plan ergeben. Denn Teil des Pakets ist die Ortsdurchfahrt Heckershausen – nur dass diese jetzt nicht mehr durch den Ort selbst führt. Eine Machbarkeitsstudie hatte ergeben, dass die Durchfahrt entlang der Hauptstraße nicht umsetzbar sei. „Es geht einfach nicht so, dass alle sicher und regelgerecht fahren können“, sagt Walch.

Deshalb wird der Weg nun südlich der Bahnlinie geführt, was den Vorteil hat, dass hier bereits eine Verbindung existiert, die nur ausgebaut werden müsste. Auf dieser lässt sich entspannt von Weimar über die Ahnefurt, die ebenfalls ausgebaut werden soll, über Heckershausen bis nach Vellmar fahren. „Alles was wir machen, ist im übergeordneten Interesse“, sagt Walch, denn so wird auch Stück für Stück das Radpendlernetz Region Kassel ausgebaut.

Die prekäre Lage in Heckershausen ist damit noch nicht vom Tisch, versichern Oxe und Walch. Um diese Verbindung soll sich als Teil der Lebendigen Zentren zu einem späteren Zeitpunkt gekümmert werden.

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