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Am Kammerberg in Ahnatal soll ein Pumptrack für Jugendliche entstehen

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Auf dem ehemaligen Henschel-Versuchsgelände soll ein Ort für Jugendliche entstehen: Einige Anwohner wehren sich dagegen, weil sie sich um das Biotop sorgen. Von links Anwohner Dietmar Perk, Werner Bellon vom Nabu, sowie die Anwohnerinnen Gunhild Hansmann und Jutta Glöckner.
Auf dem ehemaligen Henschel-Versuchsgelände soll ein Ort für Jugendliche entstehen: Einige Anwohner wehren sich dagegen, weil sie sich um das Biotop sorgen. Von links Anwohner Dietmar Perk, Werner Bellon vom Nabu, sowie die Anwohnerinnen Gunhild Hansmann und Jutta Glöckner. © Amira El Ahl

Auf dem ehemaligen Henschel-Versuchsgelände soll ein Ort für Jugendliche entstehen. Die Anwohner sind davon wenig begeistert und sehen den Naturschutz gefährdet.

Ahnatal – Jugendliche haben irgendwann keine Lust mehr, auf einen Spielplatz zu gehen. Am Kammerberg in Ahnatal gibt es zwar zwei Spielplätze. Einen Ort, an dem Jugendliche sich treffen und Spaß haben können, gibt es aber bisher nicht.

Das will die Gemeinde ändern. Auf Initiative von einigen Eltern wollen sie auf einer Fläche oberhalb der Zwickauer Straße, auf einem Teil des ehemaligen Henschel-Versuchsgeländes, eine sogenannte Pumptrack anlegen, eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke mit Hügeln.

Dagegen wehren sich nun aber Anwohner. Die hatten am Freitag ein Schreiben der Gemeinde im Briefkasten mit einer Einladung zu einer Vor-Ort-Informationsveranstaltung. „Wir wollen alle mitnehmen in den Prozess“, sagt Bürgermeister Stephan Hänes, der gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Bauamts vor Ort erklären will, was genau geplant ist.

Eine Bank, eine Tischtennisplatte und einen Pfad für Fahrräder sollen errichtet werden

Der angedachte Eingriff in die Fläche werde minimal, sagt der Rathauschef. „Wir wollen vielleicht eine Bank und Tischtennisplatte hinstellen, und zum Fahrradfahren nur die Freifläche nutzen, die es da sowieso schon gibt“, erklärt Hänes.

Anwohnerin Jutta Glöckner hingegen findet: „Das geht gar nicht.“ Das Henschelgelände sei ein Biotop, in dem Rehe und Vögel leben. „Die Untere Naturschutzbehörde hätte da was zu sagen“, ist sich Glöckner sicher. Doch die, versichert Hänes, habe die Gemeinde schon mit ins Boot geholt. „Die haben ganz klar signalisiert, da spricht nichts dagegen.“ Zudem werde nur ein kleiner Teil des gemeindeeigenen Geländes genutzt.

Doch die Sorge der Anwohner ist groß, dass nach einer Bebauung Vögel wie der Milan oder der Bussard nicht mehr hier nisten werden. Am Donnerstag hatten sie deshalb Werner Bellon vom Naturschutzbund (Nabu) eingeladen, sich die Fläche anzusehen. Diese wurde offenbar 1986 im Gesamtentwicklungsplan der Gemeinde Ahnatal in die oberste Schutzkategorie „ökologisch herausragend, naturnaher Bereich, regionale Seltenheit, besondere Landschaftscharakteristik“ aufgenommen.

Naturschützer sehen Pläne kritisch

Auch Bellon kann sich nach einer Runde über das Areal nicht vorstellen, dass hier, wo Kalkmagerrasen wächst, bald Jugendliche mit dem Mountainbike ihre Runden drehen werden. „Das ist ein ganz wertvolles Gebiet, ein Refugium, das erhalten bleiben müsste.“ Aber er weiß auch, dass der Nabu nur eine Empfehlung aussprechen kann. Glöckner und ihre Nachbarn hoffen, dass das Gelände – wie früher einmal – mit einem Zaun geschützt wird und so erhalten bleibt. „Wenn man Umweltschutz ernst nehmen will, kann man das Gelände nicht bebauen“, sagt Glöckner.

Heute um 17 Uhr werden sie mit Bürgermeister Hänes vor Ort darüber diskutieren. (Amira EL Ahl)

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