Bühl in Ahnatal geht das Wasser aus

Steg wird abgebaut – Gemeinde überdenkt Badeverbot

Badesaison hat begonnen: Robert Rehbein aus Vellmar genoss mit Sohn Pascal (3) die warme Sonne auf dem Steg am Bühl. Wegen der Unfallgefahr für Schwimmer, die trotz Verbots dort springen, soll er vorläufig abgebaut werden.
+
Badesaison hat begonnen: Robert Rehbein aus Vellmar genoss mit Sohn Pascal (3) die warme Sonne auf dem Steg am Bühl. Wegen der Unfallgefahr für Schwimmer, die trotz Verbots dort springen, soll er vorläufig abgebaut werden.

Der Wasserspiegel im Bühl ist so niedrig wie lange nicht. Derzeit sucht die Ahnataler Verwaltung noch nach der Ursache. Um Schwimmer nicht zu gefährden, wird jetzt der Steg abgebaut.

Ahnatal – Für Ausflügler, die gern im Bühl in Ahnatal-Weimar baden, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Falls die Corona-Inzidenzwerte auch in den nächsten Wochen im Landkreis so niedrig bleiben wie aktuell, könnte die Gemeinde den Natursee wieder den ganzen Tag über für Erholungssuchende öffnen. Momentan kann man dort wegen der Pandemie nur von vier Uhr morgens bis zwölf Uhr mittags in der Sonne liegen und schwimmen. Die schlechte: Der Wasserspiegel des Sees ist beträchtlich gesunken – trotz der vielen Regenfälle, die der Mai gebracht hat.

„Wir sind an der Ursachenforschung dran“, sagt Ahnatals Bürgermeister Stephan Hänes (SPD) auf Anfrage. Klar ist bereits: Die Wasserleitung, die früher zusätzliches Wasser von einer Quelle am Dörnberg in den See transportierte, ist marode. Das Wasser tritt bereits unterwegs auf Wiesen und Feldern aus. Hannelore Weidmann, die vor etwa zwei Jahren eine Bürgeraktion zur Rettung des Bühlsees organisiert und über 700 Unterschriften gesammelt hatte, vermutet noch eine weitere Ursache für den Wasserverlust: Der See werde überwiegend von Grundwasser gespeist und dessen Spiegel sei in der ganzen Region in den vergangenen Jahren gesunken.

Kurzfristig will Hänes für die Sicherheit von Badenden sorgen. Eine Fachfirma soll in Kürze den verbliebenen zweiten Steg am Bühl abbauen. Denn der Wasserspiegel ist so niedrig, dass sich Badelustige, die sich vom Steg kopfüber ins Wasser stürzen, auf den Steinen im Uferbereich verletzen könnten. Zwar habe man ein Verbotsschild aufgestellt, es sei aber nicht auszuschließen, dass dieses auch mal missachtet werde, befürchtet der Bürgermeister. Daneben werde man die Uferbereiche noch etwas absichern. Langfristig müsse mehr geschehen, sagt Hänes.

„Wenn das weiter so geht, kann es dem Bühl so ergehen wie dem Erlenloch.“ Dieser kleine See im Habichtswald ist teilweise mit Pflanzen zugewachsen, vor einigen Jahren gab es ein Fischsterben ungeklärter Ursache, baden sollten man dort nicht. Langfristig wolle die Gemeinde ein Konzept für den Bühl entwickeln und dabei alle Bürger und Vereine mit ins Boot holen. Wegen Corona könne man aber erst im Herbst damit beginnen, falls die Infektionszahlen sich entsprechend positiv entwickeln.

Von den Inzidenzen hänge auch ab, wann man den Natursee wieder den ganzen Tag über für Ausflügler freigebe. Wenn die Inzidenzen in den nächsten ein bis zwei Wochen deutlich unter 50 bleiben, werde man über eine Öffnung beraten, kündigte der Verwaltungschef an.

In der Vergangenheit drängten sich häufiger Ausflügler aus der ganzen Region an den engen Badestellen, es gab immer wieder klagen über Vermüllung. Einen Grund, den Zugang zum See generell zu beschränken, sieht Hänes nicht. Der Pächter des benachbarten Kiosks sei schließlich auf Publikum angewiesen. (Von Peter Dilling)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.