Johanna Tischler tanzt mit Ronja

Dogdance: Nordhessin vertritt Deutschland bei größter Hundeschau der Welt

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Eingespieltes Team: Johanna Tischler und ihre Hündin Ronja haben bei der Europameisterschaft im Dogdancing den neunten Platz gemacht.

Johanna Tischler und ihre Border-Collie-Hündin Ronja vertreten Deutschland auf der größten Hundeschau der Welt in Birmingham. Sie sind Tanzpartner im Dogdance und damit international erfolgreich. 

Als Johanna Tischler noch ein Kind war, wurde sie mehrmals von Hunden gebissen. Dennoch war es ihr Lebenstraum, einmal selbst einen Hund zu haben. „Ich wusste einfach, dass der Hund der beste Freund des Menschen ist“, sagt die Ahnatalerin. Und so ließ sie sich nicht davon abhalten, Ronja in ihr Leben zu holen. 

Erfahrene Hundebesitzer kritisierten sie damals dafür, sich als Ersthund einen Border Collie anzuschaffen. Tatsächlich hat sich Ronja als sehr anspruchsvoll erwiesen. „Aber ich habe mich da reingekniet und wollte ihren Bedürfnissen gerecht werden.“ Ronja habe im Alter von vier Monaten viel Chaos im Haushalt angerichtet. Also ging es in die Hundeschule. „Dort war Ronja sträflich unterfordert. Sie hat geschlafen, bis sie dran war.“ Man sagte ihr, als Border Collie brauche Ronja einen Job.

So suchte sie für die heute sechs Jahre alte Hündin eine anspruchsvolle Aufgabe und fand sie im Dogdancing. „Ich tanze für mein Leben gern“, sagt die medizinisch-technische Assistentin. Johanna Tischler hat 40 Jahre Erfahrung im Standardtanz, Jazz und Modern Dance. „Dogdancing sind Gehorsamkeitsübungen zu Musik.“

Tischler arbeitet mit positiver Verstärkung: Macht Ronja etwas gut, schnalzt Johanna und gibt ihr ein Leckerli, wenn nicht, bleibt beides aus. Das nennt man Klickertraining. Tricks wie Sitz, Platz, Slalomlaufen und Springen werden beim Dogdancing nach und nach in eine Choreografie eingearbeitet. Die Hündin folgt dabei Johannas Stimme und ihren Handzeichen. Bis ein vierminütiger Tanz sitzt, kann es schon mal zwei Jahre dauern.

Sie repräsentieren Deutschland bei der größten Hundeschau 

„Alle Hunde, egal welcher Rasse, können Dogdancing machen.“ Man dürfe seinen Hund jedoch nicht zu früh zu viel abverlangen. „Ich setze mich dafür ein, dass die höchste Wettkampfstufe nur von Hunden ab drei Jahren bestritten werden darf.“ Mit ihrem elf Monate alten Zweithund Harlekin trainiert sie täglich für wenige Minuten. Komplexe Übungen in jungen Jahren, wie Rückwärtslaufen, eine Rolle oder Sprünge, würden dem Wachstum der Hunde nachhaltig schaden und später zu gesundheitlichen Problemen führen.

Mit ihrem Trainingskonzept ist Johanna Tischler erfolgreich. Sie und Ronja wurden in diesem Jahr Zweite beim Dogdance German Open und belegten den 19. Platz bei der offenen Europameisterschaft. Bei der größten Hundeschau der Welt in Birmingham treten sie nun für Deutschland auf. „Das ist eine große Ehre, unser Land zu repräsentieren.“

Der Sport liegt Johanna Tischler sehr am Herzen. Demnächst wird sie auch als Richterin aktiv sein und möchte in Zukunft einen Trainerschein machen, um anderen Hundebesitzerin das Dogdancing nahe zu bringen.

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