Sechs Monate verloren

Förderantrag wurde abgelehnt: Radwegeausbau in Ahnatal stockt

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Lückenschluss nach Vellmar: Hinter der Baumschule Döring in Ahnatal soll der Radweg ausgebaut werden, der über die Hauptstraße durch Heckershausen führt. 

Die Gemeinde Ahnatal möchte ein ambitioniertes  Radwegekonzept umsetzen und hofft dafür auf Förderung vom Land.

Doch trotz vorheriger Absprachen mit Hessen Mobil wurde der Antrag auf Förderung abgelehnt. Jetzt hofft die Gemeinde, dass sie mit einem abgespeckten Konzept mehr Glück hat. In Zeiten wie diesen, wo die Klimakrise für jeden spürbar ist, hat der Plan der Gemeinde Ahnatal noch mal an Aktualität gewonnen: Radwege auszubauen und zu verbessern, um dadurch vielleicht mehr Menschen aufs Rad zu bekommen und damit weg vom Auto. Doch das Vorhaben stockt, trotz des guten Willens aller Beteiligten.

Denn trotz vorheriger Absprachen mit der Förderstelle der Landesstraßenbaubehörde Hessen Mobil und monatelanger Vorbereitung wurde der Antrag der Gemeinde auf Förderung für sieben Radstrecken abgelehnt. Jetzt hofft die Gemeinde, dass sie mit einem abgespeckten Konzept mehr Glück hat.

Antrag ist nicht förderfähig

Schon vor drei Jahren hatte sich die Gemeinde dazu entschlossen, ein Radverkehrskonzept zu erstellen, um die Radinfrastruktur in der Gemeinde und vor allem auch Verbindungswege in die umliegenden Kommunen zu verbessern. Im Oktober 2017 wurde das Konzept dann der Öffentlichkeit vorgestellt.

Im Investitionsplan für die Jahre 2018 bis 2020 hat die Gemeinde jeweils 30.000 Euro für den Radwegebau eingestellt. Da das Geld aber nicht für den Ausbau reicht, erhofft sich die Kommune zudem finanzielle Unterstützung über die AGNH (Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen – siehe Hintergrund). Dort sind Zuschüsse von 70 bis 80 Prozent für den Radwegeausbau möglich.

Die Gemeinde Ahnatal hatte gehofft, zuerst die Kosten für die bautechnische Planung fördern zu lassen. Doch erst einmal ist sie damit gescheitert. „Wir haben den Förderantrag beim Land Hessen gestellt und die Rückmeldung bekommen, dass unser Antrag so nicht förderfähig ist“, erklärt Ahnatals Bürgermeister Michael Aufenanger.

Das Problem: Die Gemeinde wollte die Gesamtplanung fördern lassen, insgesamt sieben Strecken oder Lückenschlüsse. Vom Ministerium kam die Rückmeldung, dass die Gemeinde eine Prioritätenliste aufstellen müsse, da nicht alle Wege gleichzeitig instandgesetzt werden könnten. Denn nachdem die Förderung bewilligt ist, muss das Projekt innerhalb von drei Jahren abgeschlossen sein.^

Es gab Besprechungen mit Hessen Mobil

„Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir diese Prioritätenliste schon deutlich vorher machen können“, sagt Aufenanger. Nun habe die Gemeinde gute sechs Monate für die Planung verloren.

Dabei hatte es etliche Besprechungen und Abstimmungen mit Hessen Mobil im Vorfeld der Abgabe des Antrags gegeben. Hessen Mobil fungiert als Schnittstelle zwischen den Kommunen und dem Wirtschaftsministerium in Wiesbaden. Dort werden die Anträge der Kommunen alle drei Monate von Hessen Mobil vorgelegt.

Für die Anträge seien die Kommunen alleine zuständig, erklärt Gerd Bohne, Pressesprecher von Hessen Mobil auf Anfrage. Hessen Mobil stehe den Kommunen dabei nur beratend zur Seite. Die Gemeinde hatte jedoch bereits am 21. Januar Hessen Mobil das Konzept sowie den möglichen Zuschussantrag erläutert. Damals wurde nach Angaben des Ahnataler Rathauschefs das Vorhaben durch Hessen Mobil grundsätzlich als sinnvoll und zuschusswürdig gewertet. Doch dann kam am 13. Juni die Absage aus Wiesbaden.

Jetzt muss die Gemeinde nacharbeiten. Das Konzept wird in kleinere Einheiten geteilt. Im ersten Schritt sollen drei Strecken zum Ausbau vorgeschlagen werden. Bis Mitte August muss der Förderantrag bei Hessen Mobil eingegangen sein, da im September dann wieder auf Landesebene abgestimmt wird, was gefördert wird. „Wir sind optimistisch, dass es jetzt klappt“, sagt Aufenanger.

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