Aktion am Kammerberg

Frauen kämpfen in Ahnatal für Gleichberechtigung in der katholischen Kirche

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Vor dem Ökumenischen Kirchenzentrum am Kammerberg trafen sich Frauen und Männer, um ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche zu setzen.

Mit der Initiative „Maria 2.0 Kassel“ setzen sich Frauen aus dem Dekanat Kassel-Hofgeismar für Gleichberechtigung in der katholischen Kirche ein. 

„Wir brauchen einen langen Atem“, sagt Birgit Weber am Sonntagabend vor dem Ökumenischen Kirchenzentrum am Kammerberg. Sie sitzt auf einer Bank auf dem Vorplatz des Kirchenzentrums. Die Türen sind weit geöffnet und der Blick reicht bis zum Altar. Doch der Kirchenraum ist leer. Ein weißes Tuch zieht sich vom Altar bis hinaus auf dem Vorplatz. Darauf stehen Damenschuhe, die nach draußen zeigen – als Symbol für all die Frauen, die der katholischen Kirche bereits den Rücken gekehrt haben.

Birgit Weber ist Mitglied der Initiative „Maria 2.0 Kassel“, die von Frauen aus dem Dekanat Kassel-Hofgeismar ins Leben gerufen wurde und die zu einer bundesweiten Bewegung gehört. Am Sonntag hatte die Initiative zum vierten Mal zu einem „Tuch-in“ eingeladen – einem besonderen Gottesdienst mit Agape (liturgisches Mahl). Mit der Aktion soll ein Zeichen gesetzt werden, für einen selbstbestimmten Platz von Frauen in der katholischen Kirche.

„Wir machen mit unseren Aktionen weiter, um unsere Forderungen aufrecht- und unsere Anliegen wachzuhalten“, erklärte Beatrix Ahr, Pastoralreferentin im Dekanat Kassel-Hofgeismar und eine der Initiatorinnen von Maria 2.0 Kassel. Zu diesen Forderungen gehören die Öffnung aller Dienste und Ämter der Kirche für Frauen und ein deutlich größerer Anteil von Frauen in Führungspositionen. 

„Wir wollen den weiblichen Anteil in der Kirche stärken, damit es auch eine veränderte Kirche im Miteinander gibt, mit demokratischeren Strukturen“, sagte Ahr. Mit ihren Anliegen stehen die Frauen von Maria 2.0 nicht alleine da. Laut Ahr gibt es eine ganze Reihe von Frauenbewegungen in der katholischen Kirche, die sich zusammenfinden.

Zum Tuch-in am Kammerberg war auch Christel Hofschulz war aus Vellmar gekommen. „Das interessiert mich. Ich würde mich freuen, wenn die Aktion Erfolg hat. Ich glaube, dass Frauen in kirchlichen Ämtern wichtig sind. Aber ich befürchte, es wird schwierig, das durchzusetzen“, erklärte sie. Marianne Nawroth aus Ahnatal zeigte sich optimistischer: „Ich glaube ganz bestimmt, dass es Erfolg hat. Endlich kommt Bewegung in die Sache. Es ist gut, dass die Frauen angefangen haben“. 

Auch Männer sind dabei

Aber nicht nur Frauen setzten sich für mehr Gleichberechtigung ein. Auch Männer waren gekommen, darunter Franz Jordan von der katholischen Pfarrgemeinde Herz Mariae. „Das ist mir eine Herzensangelegenheit und ich fände es gut, wenn noch mehr Männer die Aktionen der Frauen unterstützen. Noch ist die Pflanze zwar klein, aber sie wird wachsen“, sagte er und fügte hinzu: „Aufbruch, neue Wege gehen – das ist auch eines unserer Markenzeichen hier am Kammerberg.“

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