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Radweg parallel der Rasenallee könnte Verbindung nach Kassel schaffen

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Wünschen sich eine ausgebaute Verbindung nach Kassel: Albert Walch, Radkonzeptkoordinator der Gemeinde Ahnatal, und Irina Oxe, Radverkehrsbeauftragte der Gemeinde, am Knotenpunkt über die Bahnschienen in Weimar. Von hier führt ein Feldweg bis zur Gemarkungsgrenze der Gemeinde am Waldrand, der im Idealfall als Radpendlerroute ausgebaut wird und so eine Verbindung nach Kassel schafft.
Wünschen sich eine ausgebaute Verbindung nach Kassel: Albert Walch, Radkonzeptkoordinator der Gemeinde Ahnatal, und Irina Oxe, Radverkehrsbeauftragte der Gemeinde, am Knotenpunkt über die Bahnschienen in Weimar. Von hier führt ein Feldweg bis zur Gemarkungsgrenze der Gemeinde am Waldrand, der im Idealfall als Radpendlerroute ausgebaut wird und so eine Verbindung nach Kassel schafft. © Amira El Ahl

Die Rasenallee ist zwar seit Ende vergangenen Jahres frisch saniert, ein Radweg entlang der Landesstraße ist jedoch nicht entstanden. Die Verbindung für Radfahrer nach Kassel bleibt dürftig.

Ahnatal – Lange war die Rasenallee zwischen Harleshausen und Ahnatal eine Straße, deren Zustand eher dürftig war. Seit Ende vergangenen Jahres ist die Landesstraße in diesem Abschnitt frisch saniert. Doch wo es sich für Autofahrer wieder flott rollen lässt und kein Riss oder Loch das Fahrvergnügen stört, hat sich für Radfahrer die Situation kein bisschen verbessert.

Es bleibt ein gefährliches Wagnis, sich mit dem Rad auf diese viel befahrene Straße zu wagen. Denn ein Radweg entlang der Rasenallee wurde im Zuge der Sanierung nicht geschaffen, obwohl sich das viele Ahnataler und auch die Gemeindeverwaltung gewünscht hätten.

Marco Lingemann, Pressesprecher von Hessen Mobil, dem Straßen- und Verkehrsmanagement des Landes Hessen, erklärt, warum der Bau eines Radwegs entlang der Rasenallee bei der jetzt erfolgten Sanierung nicht möglich war: „Für den Neubau eines Radweges wird Baurecht benötigt. Hierfür sind alle betroffenen, öffentlichen und privaten Belange zu prüfen und abzuarbeiten. Dies betrifft neben Fragen des Eigentums unter anderem auch den Natur- und Gewässerschutz. Entsprechend aufwendig und langwierig ist die Planung.“ Bei einer Straßensanierung werde hingegen der Baukörper nicht wesentlich verändert, sondern nur verbessert. Dafür sei kein Baurecht notwendig. „Die Planung geht somit wesentlich einfacher und schneller“, sagt Lingemann.

In Ahnatal sei man nicht glücklich gewesen über die Entscheidung, sagt Albert Walch, Radkonzeptkoordinator bei der Gemeinde. Deshalb habe man Gespräche mit Hessen Mobil und dem damaligen Direktor des Zweckverbands Raum Kassel (ZRK) Kai Georg Bachmann geführt. Die Idee: einen Herstellungsradweg parallel zur Rasenallee zu schaffen.

Herstellungsradwege sind Radwege, die parallel zu einer Landstraße geführt werden aber nicht unmittelbar angrenzen. Über die „überörtliche Radverkehrsoffensive“ wäre eine hundertprozentige Förderung vom Land Hessen möglich gewesen. Die Wege gehören zwar den Kommunen, das Land würde aber den Radweg auf den Flächen herstellen und dann im Anschluss der Kommune schenken, erklärt Walch.

Geplant war, eine Verbindung ab der Bahnstrecke in Ahnatal parallel zur Rasenallee bis zum Waldrand auf bereits bestehenden Feldwegen zu schaffen. Im Wald müsste eine Verbindung zur Kreuzung an der Rasenallee mit der Bundesstraße Richtung Harleshausen geschaffen werden und dort eine Ampelanlage, um die Straße zu kreuzen. Von dort ginge es weiter zum Wanderparkplatz Firnskuppe und von dort würde die Strecke parallel zur Bundesstraße auf einem Feldweg bis zum Freibad Harleshausen führen.

„Die Idee ist sehr gut“, sagt Walch. Denn die Verbindung von Ahnatal Richtung Habichtswald und Harleshausen ist dürftig. Zudem schaffe die Verbindung den nötigen Lückenschluss für die Radpendlerroute Roter Pfahl von Calden über Weimar, Harleshausen nach Kassel.

Doch bei den 28 Radwegeprojekten entlang von Bundes- und Landesstraßen, die das Land Hessen Ende des Jahres beauftragt hatte, ist diese Strecke nicht dabei. Berücksichtigt wurden zwei andere Radverbindungen im Landkreis, entlang der Bundesstraße 451 von Großalmerode nach Helsa und entlang der Bundesstraße 251 zwischen Dörnberg und Harleshausen. Es gebe einen großen Bedarf an neuen Radwegen, sagt Lingemann. Aber Hessen Mobil könne nicht überall gleichzeitig bauen. Die Planung eines Radwegs sei vom Planungsrecht vergleichbar mit dem Neubau einer Straße.

Trotzdem hoffen Walch und die Radverkehrsbeauftragte der Gemeinde Ahnatal, Irina Oxe, dass der angedachte Radweg parallel der Rasenallee irgendwann umgesetzt wird. „Für Berufspendler fehlt diese wichtige Verbindung nach Kassel“, sagt Oxe. Bei Hessen Mobil seien alle vom ZRK eingereichten Wegabschnitte erfasst und bewertet worden, betont Lingemann. Irgendwann werde es wieder eine neue, angepasste Liste geben. Die Ende des Jahres gefasste Auswahl war laut Pressesprecher „keine Absage an die anderen, sondern eine Zusage an die 28“. Dem Land und Hessen Mobil sei es ein großes Anliegen, die Radwege auszubauen. „Es scheitert nicht am Willen.“ (Amira Sayed El Ahl)

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