Preise steigen um mehr als 40 Prozent

Gemeinde Ahnatal muss Gebühren für Frisch- und Abwasser erhöhen

Kostet bald mehr: Die Gebühr für das Frischwasser aus dem Hahn wird in Ahnatal ebenso angehoben wie für das Abwasser.
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Kostet bald mehr: Die Gebühr für das Frischwasser aus dem Hahn wird in Ahnatal ebenso angehoben wie für das Abwasser.

Das Frischwasser in Ahnatal kostet bald mehr: Um mehr als 40 Prozent steigen die Gebühren im nächsten Jahr. 115,80 Euro im Jahr bezhalt der Ahnataler dann ab Janaur 2022 – bei einem Durchschnittsverbrauch von 30 Kubikmetern.

Ahnatal – Glücklich war mit der Entscheidung keiner, aber sie war alternativlos, wie die nun ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel es ausgedrückt hätte. Die Ahnataler Gemeindevertreter haben am Donnerstagabend einstimmig beschlossen, dass die Gebühren für Frisch- und Abwasser in der Gemeinde ab dem kommenden Jahr um 42, beziehungsweise 41 Prozent steigen.

Das höre sich zwar erst einmal nach viel an und so ein Sprung komme auch selten vor, sagt Kämmerer Michael Sewe auf Nachfrage der HNA. Beim tatsächlichen Betrag (3,86 Euro pro Kubikmeter beim Frisch-, 2,47 Euro beim Schmutzwasser) liege Ahnatal aber im Vergleich zu anderen Gemeinden im Landkreis Kassel im Mittelfeld. „Wir hatten eine relativ niedrige Gebühr in den letzten Jahren“, erklärt Sewe.

In den vergangenen Jahren wurde massiv im Wasserbereich investiert

Da es in den vergangenen Jahren aber massive Investitionen im Wasserbereich gegeben habe, schlage sich das nun auf die Gebühren nieder. „Solche Investitionen werden darüber refinanziert.“ So wurden bei etlichen großen Baumaßnahmen, zum Beispiel in den Straßen Im Kreuzfeld, Am Eichhölzchen oder den Böllhöfen, die Kanäle erneuert.

Die Gebühren werden über einen gewissen Zeitraum vorkalkuliert. „Nach maximal fünf Jahren kalkuliert man nach, wie es gelaufen ist und kalkuliert, wie es in den kommenden Jahren sein wird“, erklärt Sewe. Wurden in der Zeit zu wenige Gebühren eingenommen, weil es zum Beispiel zu vielen Instandsetzungsarbeiten infolge von Wasserrohrbrüchen kam oder – wie in Ahnatal geschehen – die Personalkosten in dem Bereich gestiegen sind, dann muss in der Folge die Gebühr angehoben werden. „Das muss jede Kommune machen“, sagt Sewe.

Bisher wurden die Kosten in Ahnatal über einen Zeitraum von vier Jahren kalkuliert. Das soll sich nun ändern. Bereits im September hatten die Gemeindevertreter auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen, den Zeitraum zukünftig auf zwei Jahre zu verkürzen. In der Begründung hieß es damals, dass sich „in den letzten beiden Kalkulationszeiträumen von jeweils vier Jahren große Über-, beziehungsweise Unterdeckungen der Gebührenhaushalte gezeigt haben“. Der nun veränderte Kalkulationszeitraum solle dies nun verhindern.

Die Ahnatal liegt bei den Gemeiden im Landkreis Kassel im Mittelfeld

„Je länger der Zeitraum ist, desto unsicherer sind die Zahlen und desto größer das Risiko, dass wir höhere Differenzen haben“, erklärt der Kämmerer. Deshalb sei es sinnvoll, den Zeitraum auf zwei Jahre zu verkürzen.

Auch in der Gemeindevertretung herrschte Einigkeit darüber, dass die Verkürzung des Kalkulationszeitraums der richtige Schritt sei. „Die Gebühren können so kurzfristig angepasst werden“, sagte Torben Schawer, Fraktionsvorsitzender der Grünen. Es sei zwar nur eine kleine Stellschraube, „aber ich hoffe, dass es für Ahnatal ein guter Schritt war.“

Ab Januar 2022 Durchschnittlich zahlt der Ahnataler 115,80 Euro pro für Frischwasser

Über die Parteigrenzen hinweg wurde in der Diskussion auch darauf hingewiesen, dass es sich bei der Erhöhung um keine Steuer handele, sondern um „eine kostendeckende Gebühr“, wie Jörn Kring (CDU) sagte.

Im Schnitt zahlt ein Ahnataler Bürger ab dem 1. Januar 115,80 Euro im Jahr für das Frischwasser aus dem Hahn, wenn man von einem Durchschnittsverbrauch von 30 Kubikmetern pro Jahr ausgeht. (Amira El Ahl)

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