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Kasseler Software hilft Verletzten

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Von: Bea Ricken

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Halle mit Versorgungs-Utensilien
Bewohner von Charkiw haben in einer U-Bahn-Station Schutz gesucht, die als Luftschutzbunker dient. Adreno war während des Luftangriffs vor Ort. Sechs seiner Kollegen wurden dabei getötet.  © Foto: Carol Guzy/dpa

Ein Deutscher, der zuletzt in Ahnatal und Wenigenhasungen gelebt hat, kündigt seinen Job und meldet sich freiwillig als Sanitäter im ukrainischen Kriegsgebiet. Er berichtet in mehreren Folgen über die aktuellen Geschehnisse

Wenigenhasungen/Ahnatal/Lviv – Die Situation für Adreno ist weiter kritisch. Der 26-Jährige hat jetzt die ausländische Legion verlassen und ist dem ukrainischen Militär beigetreten. In Lviv bildet er Zivilisten in medizinischer Versorgung aus, versorgt selbst verletzte Zivilisten und nimmt weiter an Einsätzen teil, wie in den vergangenen Tagen bei Charkiw.

„Sechs von uns wurden dort getötet, und einer befindet sich in russischer Gefangenschaft, wobei es sich um einen britischen Staatsangehörigen handelt“, so Adreno. Sie seien zu einer Position entsendet worden, die den russischen Truppen bekannt war. „Wir wurden durch Artillerie, Helikopter und eine Drohne attackiert.

Unsere Gruppe hatte zur Verteidigung keine Luftabwehr, sondern nur Sturmgewehre.“ Danach habe Russland eine Liste der Ausländer, die die Ukraine unterstützen, veröffentlicht. Auch sein Name sei dabei gewesen.

Adreno fühlt sich beim ukrainischen Militär wohler

Adreno fühlt sich beim ukrainischen Militär wohler. Dies sei organisierter als die ausländische Legion, und er erfahre mehr Respekt und Wertschätzung. Viele der Offiziere in der ausländischen Legion seien selbst Ausländer.

„Bei den Ukrainern erfahre ich mehr Unterstützung, und es hat sich eine Freundschaft schon in der kurzen Zeit selbst zu hochrangigen ukrainischen Offizieren entwickelt.“

Er stehe jedoch vor einer Herausforderung, da er durch seinen Wechsel derzeit die Unterkunft in Lviv selbst zahlen müsse. Die Ukrainer suchten jedoch nach einer Lösung. Dankbar ist Adreno über Hilfe aus Kassel. Das Unternehmen Ascleon-Care hat eine Software namens Campian entwickelt, die die Versorgung eigentlich von Pflegebedürftigen verbessert und organisiert.

Campian Software zur Verbesserung der Behandlung und Versorgung von Verletzten

Adreno kannte dieses System aus seiner Zeit als Altenpfleger in Deutschland und möchte es zur Verbesserung der Behandlung und Versorgung von Verletzten einsetzen. Auf seine Bitte hin stellen ihm die Kasseler Campian kostenfrei zur Verfügung.

„Ich habe jetzt den Zugang erhalten, und in den nächsten Tagen werden wir das System in Betrieb nehmen und können damit Dokumentation und Verwaltung besser managen. Dabei hilft mir ab sofort eine Kollegin, die neu ins Team kommt.“ (Bea Ricken)

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