Kita steht vor Dilemma

Kinderhaus Blumenwiese in Ahnatal sucht dringend nach Räumen

+
Die Erzieherinnen Lara Köhler (links) und Ann-Christin Mooz hoffen, dass die Kindergartengruppe und das Team zusammenbleiben können. 

Das Montessori Kinderhaus Blumenwiese in Ahnatal muss ihre Räume verlassen. Ein neues Gebäude für die Kindergartengruppe haben sie noch nicht gefunden.

Ahnatal – „Wir stehen gerade vor einem echten Dilemma“, sagt Christiane Schwarz, Geschäftsführerin des Maria-Montessori-Centrums in Kassel. Das Kinderhaus Blumenwiese in Ahnatal muss bald seine Räume verlassen – ein neues Haus ist jedoch noch nicht in Sicht.

Die Räume werden verkauft, wovon das Kinderhaus aber erst jetzt erfahren hat. Der Mietvertrag läuft im März aus. „Ich bin davon ausgegangen, dass er weiterläuft“, so Schwarz. Hätte sie etwas geahnt, hätte sie sich beim Vermieter, dem Weißen Kreuz, frühzeitig erkundigt, sagt sie. 

„Ich bin enttäuscht, dass wir nicht früher informiert wurden, dass sie verkaufen wollen.“ Rechtlich sei das zwar völlig korrekt, aber der Fairness halber hätte sie es gerne gewusst. „Dann hätten wir früher reagieren können“, sagt Schwarz. Denn so kurzfristig in Ahnatal Räume für einen Kindergarten zu finden, sei sehr schwierig.

Martin Leupold, Geschäftsführer des Weißen Kreuzes, erklärt: „Wir wussten gar nicht, ob ein Kauf überhaupt zustande kommt. Und die Absicht als solche wollten wir nicht vorschnell in den Raum stellen.“ 

Die Käufer, Kai und Marion Gnidtke vom G&G-Pflegedienst in Ahnatal, baten das Weiße Kreuz zudem, den Kauf nicht öffentlich zu machen, bevor er nicht in trockenen Tüchern ist, berichtet Marion Gnidtke. Schwarz selbst kann das Handeln aller Parteien zwar verstehen, aber für das Kinderhaus sei es eine schwierige Situation.

Gnidtke kommt Kita entgegen

„Ich kann den Schock voll nachvollziehen, mir würde es genauso gehen. Das Kinderhaus hat unsere Unterstützung“, sagt Marion Gnidtke. Sie möchten der Kita so gut es geht entgegenkommen. So müssen Kinder und Erzieher nicht schon bis März ausziehen, wie es der Mietvertrag vorsieht, sondern können das angebrochene Kita-Jahr bis zum Sommer beenden. 

„Und dafür bin ich unheimlich dankbar. Das ist nicht selbstverständlich“, sagt Schwarz. Auch schlägt Gnidtke einen Elternabend vor. Sie wolle alles so transparent wie möglich halten.

„Wenn wir keine Räume bekommen, dann müssen wir zum Sommer 2020 schließen“, sagt Schwarz. Die Eltern der Kinder mache diese Aussage nervös, berichtet Florian Schmitz stellvertretend für die Elternvertretung. „Der Elternschaft ist es wichtig, dass das Kinderhaus fortbesteht und die Kinder nicht auf andere Kindergärten verteilt werden müssen“, sagt er.

Mit dem Umzug allein, ist es nicht getan

Wie soll es nun weitergehen? Zunächst steht Mitte November ein persönliches Gespräch zwischen Schwarz und dem Ahnataler Bürgermeister Michael Aufenanger an. Er hofft ebenfalls, dass das Kinderhaus bestehen bleiben kann: „Die Kindergartengruppe bei uns in Ahnatal ist uns sehr wichtig. Wir sind auf der Suche nach möglichen Lösungsansätzen.“ 

Genaueres müsse sich aber aus dem Gespräch ergeben. Eignen würden sich laut Schwarz beispielsweise ein Grundstück am Wald, eine Erdgeschosswohnung oder ein Haus. Mindestens 100 Quadratmeter seien nötig. Auch zum Kaufen wären sie bereit, so Schwarz.

Aber mit dem Umzug allein ist es nicht getan, denn je nach Zustand müssten die neuen Räume noch entsprechend saniert werden. Zwischen 50 000 und 100 000 Euro könnte so eine Sanierung kosten. Diese Kosten müsste das Kinderhaus vermutlich alleine tragen, sagt Schwarz. „Wenn es so weit ist, sind wir wahrscheinlich auf Spenden angewiesen.“

Sie können helfen?

Wer Räume zur Verfügung hat und dem Kinderhaus Blumenwiese in Ahnatal helfen möchte, kann sich an Christiane Schwarz wenden, per Email an kinderhaus@montessori-kassel.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.