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Kita Heckershausen bekommt endlich Rettungstreppen

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Im Notfall ein schneller Weg ins Freie: Torsten Sans (links) hat die Fundamente für die neuen Brandschutztreppen an der Kita Heckershausen gelegt. Uwe Wagenknecht zuständig für den Hochbau bei der Gemeinde Ahnatal, begutachtet die Arbeiten. Insgesamt wurden fünf Treppen installiert.
Im Notfall ein schneller Weg ins Freie: Torsten Sans (links) hat die Fundamente für die neuen Brandschutztreppen an der Kita Heckershausen gelegt. Uwe Wagenknecht zuständig für den Hochbau bei der Gemeinde Ahnatal, begutachtet die Arbeiten. Insgesamt wurden fünf Treppen installiert. © Amira El Ahl

Wenn die 105 Kinder der Kita Heckershausen derzeit aus den Fenstern ihrer Gruppenräume auf den Spielplatz hinterm Haus schauen, gibt es für sie einiges zu bestaunen. Denn in den vergangenen Tagen wurden mit einem Bagger Löcher ausgehoben und neue Stahltreppen am Haus angebracht.

Ahnatal – Insgesamt fünf Entfluchtungstreppen, wie es im schönsten Bürokratendeutsch heißt, wurden seit Anfang der Woche an der Kita Heckershausen installiert. Torsten Sans vom Baugeschäft Sans in Ahnatal hatte die Löcher ausgehoben, in die die Stahltreppen dann von den Mitarbeitern der Firma Solid Art aus Hann. Münden eingesetzt wurden. Die Treppen sind handgefertigt und kindgerecht, denn bei ihnen ist die Tritthöhe nicht ganz so hoch wie bei normalen Treppen.

Wenn das Wetter hält, es nicht regnet und nicht kälter als fünf Grad ist, dann könnte Sans schon heute damit beginnen, die Löcher zu betonieren. „Der Beton muss sofort verarbeitet werden“, sagt Sans. Insgesamt drei Kubikmeter Beton werden bei den Arbeiten verbaut, sagt Uwe Wagenknecht, der bei der Gemeinde für den Hochbau zuständig ist. Eigentlich hätten die Arbeiten schon im Januar beendet sein sollen, aber da es Lieferschwierigkeiten beim Stahl gab, kam es zu Verzögerungen, erklärt Wagenknecht.

Überhaupt könnte das Projekt Rettungswege an der Kita Heckershausen unter dem Motto stehen: Was lange währt, wird endlich gut. Denn bereits vor vier Jahren hatte das Ahnataler Parlament beschlossen, dass die Rettungswege so schnell wie möglich installiert werden müssten. Denn an dem Bau aus den 70er-Jahren gab es bis jetzt nur einen Eingang an der Vorderseite des Hauses sowie einen an der Rückseite. „Das Flucht- und Rettungskonzept hat sich aber in den Jahren verschärft“, erklärt Wagenknecht.

Ein Grund, warum die Rettungswege erst jetzt installiert werden konnten, ist die Corona-Pandemie, sagt Wagenknecht. „Wir haben ein Jahr auf die Elemente gewartet.“ Aber auch die statischen Gegebenheiten des Hauses waren ein Grund für die Verzögerung. Denn nicht nur die Treppen und Geländer wurden angebracht, sondern auch die gesamte Fensterfront des Hauses ausgetauscht.

Dabei habe man festgestellt, dass die alten Fenster nur an Hölzern befestigt gewesen seien und es gar keine Träger gegeben habe. „Das ist statisch eigentlich nicht hinnehmbar, hat aber keiner gemerkt, weil es 40 Jahre gehalten hat“, sagt Wagenknecht. In den Sommerferien konnten dann die Fenster ausgetauscht werden. Im gleichen Zuge wurden dann auch noch die Decken in den Gruppenräumen erneuert. Insgesamt 170.000 Euro kostet der Umbau.

Das Raumklima habe sich durch den Umbau deutlich verbessert, sagt Kita-Leiterin Helga Germandi. Vor allem über die Rettungstreppen ist sie sehr dankbar. „Es hat uns große Bauchschmerzen bereitet, dass man in der Not das Haus nicht sicher verlassen kann mit den Kindern.“

In einem Monat, wenn der Beton ausgehärtet ist, dürfen die Treppen dann auch endlich betreten werden. Dann werden sie mit den Kindern üben, wie man im Notfall das Haus über die Treppen verlässt. „Die ganz jungen Kinder müssen das erst lernen“, sagt Germandi. (Amira El Ahl)

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