Elternbeirat will Bürgerbegehren

Kita Königsfahrt wird saniert - Ahnatal sucht freien Träger für Neubau einer Krippe

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Die Kita Königsfahrt in Weimar wurde 1973 gebaut. Der Kindergarten muss saniert werden, zum Beispiel muss die Heizung dringend erneuert werden. Ein sechsgruppiger Neubau, wie ihn viele Eltern sowie die SPD gefordert hatten, wird nicht kommen.

Um kurz nach 23 Uhr ist an diesem Donnerstagabend klar: Einfach hinnehmen werden die Eltern die Entscheidung des Parlaments nicht.

Ahnatal – Gerade erst war die Sitzung der Ahnataler Gemeindevertreter zu Ende gegangen, da standen schon die ersten Eltern zusammen und diskutierten über das weitere Vorgehen.

„Wir werden ein Bürgerbegehren anstreben“, sagte Andreas Lecke, Vorsitzender des Elternbeirats der Kita Königsfahrt. Grund: Mit den Stimmen der CDU- und der Grünen-Fraktion stimmte das Parlament mit einer knappen Mehrheit von einer Stimme für die von der Verwaltung favorisierte Variante 4 aus dem Standortkonzept der Ahnataler Kindergärten und gegen den von der SPD vorgelegten Antrag für den Neubau einer sechsgruppigen Einrichtung.

Beschlossen wurde nun, dass ein freier Träger einen mehrgruppigen Neubau errichtet, in dem ausschließlich Kinder unter drei Jahren betreut werden sollen. „Der freie Träger übernimmt grundsätzlich die gesamte Ahnataler U3-Betreuung“, heißt es im Standortkonzept. Und weiter: „Die bestehenden Ahnataler Kindergärten werden konzeptionell neu nur noch für Ü3-Betreuung ausgerichtet.“

Genau das wollen die Ahnataler Eltern nicht widerstandslos hinnehmen. Etliche waren zur Sitzung gekommen, um Präsenz zu zeigen und ihren Unmut – auch während der Sitzung – deutlich zu machen. Obwohl die Zuschauer von der Vorsitzenden der Gemeindevertretung immer wieder darauf hingewiesen wurden, dass Äußerungen aus dem Publikum bei einer Parlamentssitzung nicht zulässig sind, wurden Redebeiträge immer wieder mit Applaus, Gelächter und auch Buh-Rufen bedacht.

Die jetzt angestrebte Lösung der Gemeinde sei nicht zukunftsfähig, so die Meinung der Eltern. Vor allem wolle man nicht, dass jüngere und ältere Kinder in getrennten Einrichtungen betreut werden. „Der Bürgermeister möchte durch die Auslagerung der unter Dreijährigen Platz schaffen“, sagt Lecke. „Aber das reicht auf lange Sicht nicht aus.“

CDU und Bündnis90/Die Grünen verteidigten hingegen ihren Antrag. „Für uns soll ein Paradigmenwechsel in der Kinderbetreuung in Ahnatal passieren“, sagte Rüdiger Reedwisch, Fraktionsvorsitzender der CDU. In anderen Bundesländern werde die Trennung der Kindererziehung von U3 und Ü3 bereits erfolgreich praktiziert. Der Neubau einer sechsgruppigen Kita würde das Betreuungsproblem nicht lösen, ergänzte Gerlinde Schaub (Grüne). Eine Sanierung sei die beste Lösung.

Doch das bezweifelt vor allem die SPD. „Ein gut funktionierendes Konzept der altersübergreifenden Betreuung wird allein aufgrund finanzieller Erwägungen abgeschafft“, sagte Thomas Dittrich-Mohrmann, Fraktionsvorsitzender der SPD. Jetzt müsse erst einmal ein freier Träger gefunden werden, der die Investitionskosten in die Hand nehmen wolle. Konkrete Gespräche hat es bisher noch nicht mit freien Trägern gegeben, aber Signale, dass solch eine Lösung vorstellbar sei, heißt es vonseiten der Verwaltung.

Für die Sanierung der Kita Königsfahrt sind eine Million Euro im Haushalt vorgesehen. „Das beinhaltet auch einen funktionalen Anbau“, sagte Michael Aufenanger (CDU). Die Eltern würden in die Umsetzung einbezogen, versprach der Rathauschef. Ob sich die Eltern damit zufriedengeben, darf nach der Stimmung am Donnerstagabend jedoch bezweifelt werden.

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