Wahl in Ahnatal

KSV-Fan Stephan Hänes (SPD) kennt Freud und Leid

Hier hat er schon als Kind gespielt: Stephan Hänes, Bürgermeisterkandidat der SPD, unter der Linde in Weimar, die er von seinem Küchenfenster aus sehen kann.
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Hier hat er schon als Kind gespielt: Stephan Hänes, Bürgermeisterkandidat der SPD, unter der Linde in Weimar, die er von seinem Küchenfenster aus sehen kann.

Stephan Hänes tritt bei der Bürgermeisterwahl am 1. November in Ahnatal für die SPD an.

Ahnatal – Wenn Stephan Hänes an seinem Küchentisch sitzt und aus dem Fenster schaut, dann sieht er genau das, was er schon als kleiner Junge gesehen hat, wenn er hier mit seinen Eltern und seinen älteren Schwestern saß: die alte Linde im Ortskern von Weimar. „Das ist meine Ecke hier“, sagt Hänes. Die Linde ist Heimat.

Hier hat er als Kind mit seinen Freunden gespielt und später mit den Parteifreunden Feste gefeiert. Die SPD Ahnatal feiert seit über 40 Jahren ihr Sommerfest unter dem alten Baum.

Hier schließt sich für den 55-Jährigen auch ein Kreis. Er wurde zwar in Harleshausen geboren, wuchs aber im Steinweg in Weimar mit Blick auf die Linde auf, wo seine Eltern 1965 das Elternhaus gebaut haben. Nach vielen Stationen als Filialleiter im Lebensmitteleinzelhandel und führenden Baumärkten in ganz Deutschland, die ihn bis nach Trier geführt haben, ist er seit 2008 zurück in Ahnatal. Jetzt lebt er wieder in dem Haus, in dem er aufgewachsen ist, und das ihn auch politisch geprägt hat.

Sein Vater, der früh gestorben ist, war SPD-Mitglied, die Mutter bei der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen. „Sie war die prägende Figur in meinem Leben“, sagt Hänes, sie habe ihn gelenkt und unterstützt. „Sie hat mich immer angetrieben, etwas aus mir zu machen“, sagt der Mann, der heute Mitglied der Geschäftsführung der Firma Löber in Hofgeismar ist und jetzt Bürgermeister seiner Heimatgemeinde werden möchte.

Vielleicht noch prägender als seine Mutter ist der Patenonkel, „auch ein überzeugter Sozialdemokrat“, wie Hänes sagt. Bereits mit 17 tritt Hänes in den Ortsverein der SPD ein und beginnt etwa zur gleichen Zeit seine Ausbildung als Verkäufer bei Coop, einer Genossenschaft. „Ich war immer der Meinung, dass es den Schwächeren besser gehen muss“, sagt Hänes. Soziale Benachteiligung und Gerechtigkeit sind die Themen, die ihn umtreiben und ihn zur Politik bringen. Zur SPD.

Sein großes Vorbild war und ist Willy Brandt. „Die SPD war für mich immer die Partei des Fortschritts“, sagt Hänes. Es sei nicht nur um das hier und jetzt gegangen, sondern immer auch um die Zukunft. „Das fehlt mir heute in der SPD.“

Der Patenonkel ist es auch, der Hänes mit 14 Jahren zum ersten Mal mit ins Stadion nach Kassel nimmt. Der KSV Hessen Kassel spielt an diesem Tag gegen den VfR Bürstadt und Manfred Damerau schießt ein Tor – der Mann, der wie Hänes aus Harleshausen kommt.

Seit diesem Tag ist er Fan, geht wann immer möglich ins Stadion. „Ich versuche, bei allen Heimspielen da zu sein.“ Hänes gibt zu, dass er leidensfähig ist. „Es gibt ja viele Parallelen zwischen der SPD und dem KSV“, sagt Hänes und lacht. Es sei ein stetes Auf und Ab, und viele Probleme, hier wie da, seien hausgemacht. „Wir kämpfen beide und bei jedem neuen Aufbruch schöpfen wir neue Hoffnung“, sagt Hänes, sei es nun mit neuen Trainern oder Vorsitzenden.

Sein Wunschtraum? „Der KSV in der 1. Bundesliga und die SPD bekommt 51 Prozent.“ Dann sei er der glücklichste Mensch der Welt. Das KSV-Gen hat er seinem 23-jährigen Sohn Maurice weitergegeben, der immer mit ins Stadion kommt. Das SPD-Gen hat er wiederum an die 25-jährige Tochter Anne vererbt, die im Wilhelm-Pfannkuch-Haus, der Bezirksgeschäftsstelle der SPD Hessen-Nord, angestellt ist. Seine Kinder sind auch seine größten Kritiker, sagt Hänes, der seit seiner Scheidung alleine lebt. „Die Kinder sind meist einer Meinung.“

Sollte er am 1. November ins Rathaus gewählt werden, wird auch das ein Heimspiel werden. Das Rathaus liegt nur einen Steinwurf hinter seinem Elternhaus.

Zur Person Stephan Hänes

Stephan Hänes (55) ist in Ahnatal aufgewachsen. Nach der Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann hat er als Filialleiter im Lebensmitteleinzelhandel und führenden Baumärkten bundesweit gearbeitet. Als Mitglied der Geschäftsführung der Firma Löber in Hofgeismar leitet er seit April 2019 den Geschäftsbereich Baumarkt.

Bereits mit 17 Jahren ist er in den Ortsverein der SPD eingetreten und hat 1985 das erste mal bei der Gemeindewahl kandidiert. 1989 ist er direkt in das Ahnataler Parlament gewählt worden. Hänes hat zwei erwachsene Kinder und lebt in Ahnatal. (Amira El Ahl)

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