Wahl in Ahnatal

Michael Goldbach (Grüne) musiziert mit der Familie

Musizieren zu Hause zu zweit und mit den Töchtern: Michael Goldbach spielt mit seiner Frau Gundula Goldbach, die in Heckershausen Pfarrerin ist, vierhändig.
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Musizieren zu Hause zu zweit und mit den Töchtern: Michael Goldbach spielt mit seiner Frau Gundula Goldbach, die in Heckershausen Pfarrerin ist, vierhändig.

Michael Goldbach tritt bei der Bürgermeisterwahl in Ahnatal am 1. November als Kandidat für die Grünen an.

Ahnatal – Sein Schlüsselerlebnis hatte Michael Goldbach mit 15 Jahren. Damals sah er einen Fernsehbeitrag über Greenpeace. „Mir hat ihre Art imponiert, Probleme anzupacken“, sagt der Grünen-Politiker. Nach einer Veranstaltung der Umweltschutzaktivisten in Aachen gründet er mit 15 Jahren in seinem Heimatort die Greenpeace-Gruppe Düren. Es war eine Art politisches Erwachen für den gebürtigen Rheinländer.

36 Jahre später möchte Goldbach Bürgermeister in Ahnatal werden. Dabei ist er noch gar nicht lange in der Politik aktiv. „Ich habe mich immer politisch engagiert, ohne in einer Partei zu sein.“ Nach der Zeit bei Greenpeace hat sich der ausgebildete Jurist zum Beispiel bei Amnesty International und auch an seiner Hochschule politisch engagiert, Mitglied der Grünen wurde er aber erst 2013.

Doch schon in den 1980er-Jahren hatte er mit Gert Bastian und Petra Kelly Vorbilder in der damaligen Ökopartei. Im Elternhaus wurde über Politik diskutiert, der Großvater war in der CDU, der Vater SPD-Mitglied. „Da war ein guter Teil des politischen Spektrums abgedeckt“, sagt Goldbach. Der Vater war in der Friedensbewegung aktiv, „und natürlich haben mich bestimmte Dinge geprägt“, sagt Goldbach.

So wurde in seinem Elternhaus viel Zeitung gelesen, eine Leidenschaft, die sich Goldbach bis heute erhalten hat. Täglich liest er die HNA und die Frankfurter Rundschau, „die HNA am Morgen auf dem Weg zur Arbeit in der Regiotram, die FR am Mittag oder am Abend auf dem Nachhauseweg.“ Der Spiegel kommt als Wochenmagazin hinzu.

Vom Rheinland verschlägt es Goldbach Anfang des Jahrtausends nach Nordhessen. In Hofgeismar wird er im Jahr 2000 Studienleiter an der Evangelischen Akademie. Und kurze Zeit später lernt er seine heutige Frau auf einer Studienreise der Akademie nach Istanbul kennen, „unter dem Sternenhimmel“, wie sie lachend erzählen. Seither ist Nordhessen Heimat. 2004 heiratet das Paar.

Weil Gundula Goldbach seit 2017 das Pfarramt Kammerberg-Heckershausen leitet, lebt das Paar seither in Heckershausen. Nach 30 Jahren im Pfarrdienst hofft Gundula Goldbach, hier bis zur Rente bleiben zu können. „Wir fühlen uns hier sehr wohl und sind schnell ein Teil der Gemeinde geworden“, sagt sie.

Der christliche Glaube ist eine feste Konstante im Leben der Goldbachs. „Er ist für meine Selbstverortung in der Welt ganz wichtig“, sagt Michael Goldbach. Die Bewahrung der Schöpfung ist für den Christ und Grünen gleichermaßen der Kern seines Handelns. „Es ist unsere Aufgabe, uns dem Klimawandel entgegenzustellen, und da passiert in Ahnatal zu wenig“, sagt der Kandidat.

Neben dem Glauben ist die Musik ein Anker im Leben der Goldbachs. Klavier spielt er seit dem achten Lebensjahr, mit seiner Frau spielt er heute gern vierhändig, und wenn ihre zwei erwachsenen Töchter aus ersten Ehe zu Hause sind, musizieren sie auch zu viert. Dann wird auch gesungen. Er und seine Frau haben 15 Jahre lang gemeinsam in der Kantorei Kirchditmold gesungen. „Bei der Chorprobe kann man gedanklich total abschalten“, sagt Michael Goldbach.

Abschalten kann er auch beim Laufen. „Ich bin ein Ritual-Typ“, sagt der Rheinländer. Jeden Sonntagnachmittag geht er auf eine feste Fünf-Kilometer-Runde. Dann läuft er von Heckershausen hinter der Stahlbergbaude in die Felder – „am liebsten in den Sonnenuntergang hinein.“

Zur Person Michael Goldbach

Michael Goldbach (51), ist in Drove bei Düren im Rheinland aufgewachsen. Er ist ausgebildeter Volljurist und war von 2000 bis 2008 Studienleiter an der Evangelischen Akademie in Hofgeismar, wo er Tagungen zu umwelt-, ausländer- und europapolitischen Themen organisiert hat. Seit 2008 arbeitet er als selbstständiger Rechtsanwalt in Kassel. 2013 ist er Bündnis 90/Die Grünen beigetreten und hatte 2016 ein Mandat im Ortsbeirat des Kasseler Stadtteils Philippinenhof-Warteberg. Goldbach ist verheiratet, hat zwei erwachsene Stieftöchter und wohnt in Ahnatal-Heckershausen. 

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