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Ahnatal will Pläne für Stahlbergbaude wegen Kostenexplosion überarbeiten

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Und wieder gibt es Verzögerungen: Seit fast sieben Jahren wird über den Neubau der Stahlbergbaude an der Rasenallee diskutiert. Nun gibt es eine weitere Verzögerung durch die gestiegenen Baukosten.
Und wieder gibt es Verzögerungen: Seit fast sieben Jahren wird über den Neubau der Stahlbergbaude an der Rasenallee diskutiert. Nun gibt es eine weitere Verzögerung durch die gestiegenen Baukosten. © Ruth Brosche

Erneut gibt es Verzögerungen bei dem in Ahnatal geplanten Neubau der Stahlbergbaude durch die gestiegenen Baukosten. Seit sieben Jahren wird über das Bauvorhaben diskutiert.

Ahnatal – Eigentlich ist es keine Überraschung, wenn man sich die derzeitige wirtschaftliche Entwicklung ansieht, und trotzdem waren die Beteiligten „sprachlos und entsetzt“, wie Ahnatals Bürgermeister Stephan Hänes es ausdrückte, als sie die neue Kostenschätzung für den Abriss und Neubau der Stahlbergbaude bekamen. Fazit: Es wird sehr viel teurer, als ursprünglich gedacht, weshalb die Pläne nun noch einmal überdacht werden müssen.

Seit 2015 wird in Ahnatal über den Aus-, Um- oder Neubau teils heftig diskutiert. „Wir haben sehr viel Zeit und Kraft investiert, aber so richtig weitergekommen sind wir leider nicht“, sagte Hänes am Donnerstagabend in der Sitzung der Gemeindevertretung. Obwohl die Gemeindevertreter im Juli 2020 den Neubau des Sportlerheims beschlossen hatten, war bisher noch kein Stein verrückt worden. Grund war unter anderem, dass erst ein Projektsteuerer gefunden werden musste, der das Projekt begleitet.

Doch nun ist nicht mehr 2020, wie Hänes sagte. „Wir haben erhebliche Kostenzuwächse.“ Nach Hinweisen der Projektsteuerer auf die unsichere Marktlage in der Baubranche und die gestiegenen Kosten wurde das Ingenieurbüro LZU mit der Aktualisierung der Kostenschätzung aus dem Jahr 2020 beauftragt. Das Ergebnis: Statt der veranschlagten 2,4 Millionen Euro geht das Ingenieurbüro nun von 3,5 Millionen Euro für die Baukosten aus. Hinzu kämen noch die Kosten für das Planungsbüro und die Projektsteuerer, womit fast 4 Millionen Euro am Ende auf der Rechnung stünden.

„Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln, um das Projekt zu verwirklichen“

„Das können wir nicht stemmen“, sagte Dirk Roas von der FWG-Fraktion. Die 2,4 Millionen Euro sollten gehalten werden. „Jetzt heißt es Ärmel hochkrempeln, um das Projekt zu verwirklichen.“ Das war auch die einhellige Meinung im Parlament. Man habe eine Verantwortung gegenüber den Vereinen, aber auch gegenüber den anderen Bürgern, sagte Thomas Dittrich-Mohrmann, Vorsitzender der SPD-Fraktion. Denn die Kosten würden in allen Bereichen steigen. Zu dieser Verantwortung gehöre auch, die Kosten zu überdenken und möglichst zeitnah einen förderfähigen Plan vorzulegen.

„Wir wollen keine Zeit verlieren“, unterstrich auch Rüdiger Reedwisch, CDU-Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses, der am Tag zuvor in einer kurzfristig anberaumten Sitzung über das Thema diskutiert hatte. „Wir müssen das Ganze gut und neu planen und dann einreichen.“

Die bereits zugesicherte Förderung des Projekts von rund 1 Million Euro vom Bund bleibt bestehen, „wenn wir nicht wesentliche Dinge verändern“, wie Hänes sagte. Dazu zählt zum Beispiel der barrierefreie Ausbau. Allerdings reduziere sich auch die Höhe der Förderung, wenn die Größe des Projekts reduziert werde. Der Bund übernimmt 45 Prozent der Gesamtkosten. Eine höhere Förderung ist laut des Projektträgers ausgeschlossen.

Dass nun eine kleinere Variante kommt, als ursprünglich geplant, ist wohl kaum noch zu vermeiden. Der Gemeindevorstand soll nun zeitnah der Gemeindevertretung eine neue Planung vorlegen.

Von Amira Sayed El Ahl

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