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Privater Wachdienst ist wieder am Ufer des Bühl im Einsatz

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Von: Amira Sayed El Ahl

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Zu faul zum Laufen: Vergangene Woche Dienstag ist eine Person mit dem Auto bis zum Ufer des Bühls gefahren und hat dort den Grill ausgepackt.
Zu faul zum Laufen: Vergangene Woche Dienstag ist eine Person mit dem Auto bis zum Ufer des Bühls gefahren und hat dort den Grill ausgepackt. © Privat/NH

Die Situation an der beliebten Ahnataler Freizeitanlage Bühl hat sich wieder verschärft. Ein privater Sicherheitsdienst soll nun für Ordnung sorgen.

Ahnatal – Bürgermeister Stephan Hänes war gerade mit Kollegen auf der documenta unterwegs, als ihn der Anruf eines Bürgers erreichte, der ihm mitteilte, dass die Situation am Bühl gerade eskaliere. Eine Person war mit dem Auto bis hinunter an den kleinen See gefahren, an dem sich an diesem heißen Tag die Menschen auf den schmalen Streifen Gras tummelten. Er hatte seinen Wagen am Ufer abgestellt, den Grill ausgepackt und die Musik aufgedreht. „Alles drei ist am Bühl verboten“, sagt Hänes.

Laut Hänes sei die Person aufgefordert worden, das Auto wegzufahren, was aber ignoriert worden sei. „Ich habe dann unser Ordnungsamt informiert und der Bürger die Polizei.“ Die bestätigt, dass sie am Dienstag vergangener Woche an den See im Ortsteil Weimar gerufen worden sei. „Eine Streife vom Revier in Vellmar ist hingefahren und hat dann aber keine Feststellung mehr gemacht“, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz auf Nachfrage. Es gebe auch derzeit aus polizeilicher Sicht keine Auffälligkeiten am Bühl. Im Juli habe es neben dem Vorfall am Dienstag vergangener Woche noch eine Ruhestörung gegeben.

Der Ahnataler Bürgermeister bewertet die Situation indes etwas anders. Am Tag nach dem besagten Vorfall habe der Gemeindevorstand beschlossen, wieder einen privaten Wachdienst am Bühl einzusetzen, der in unregelmäßigen Abständen nachmittags und in den Abendstunden am Bühl Kontrollen durchführen soll.

„Außerdem haben wir beschlossen, eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben zu rufen für den Bühl, um zu überlegen, wie wir in Zukunft mit dem Problem umgehen“, sagt der Rathauschef. Denn es kostet die Gemeinde 2000 bis 2500 Euro pro Monat, einen privaten Wachdienst zu engagieren. „Wir müssen der Sache Einhalt gebieten und können uns nicht immer aufs Ehrenamt verlassen“, sagt Hänes. Das Problem habe sich vermutlich dadurch verschärft, dass das Schwimmbad in Vellmar und das Freibad in Grebenstein geschlossen sind. „Das Problem sind leider die, die nicht aus dem Ort kommen, die halten sich nicht an die Regeln“, sagt Hänes.

Die Mitarbeiter des Ahnataler Ordnungsamts fahren bei dem schönen Wetter mittlerweile täglich an den Bühl, auch an Wochenenden und Feiertagen. „Ich habe aber nur zwei Leute im Ordnungsamt, und ich lasse sie nur zu zweit fahren“, sagt Hänes. Denn Drohungen gegen seine Mitarbeiter kämen immer wieder vor. Hänes hofft nun, dass der private Wachdienst das Problem entschärfen kann, damit alle Besucher ihre Zeit am Bühl genießen können.

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