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Pumptrack am Kammerberg in Ahnatal: Initiatoren sprechen mit Gegnern

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Von: Amir Selim

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Viele Leute auf einer Wiese im Gespräch in kleineren Gruppen
Diskussion um Radstrecke am Kammerberg: Anwohner, Eltern und Naturschützer sind mit Bürgermeister Stephan Hänes (Mitte) im Gespräch. © Amir Selim

Am Mittwoch trafen sich auf Einladung des Bürgermeisters Initiatoren und Gegner am Kammerberg. Bei der Begehung des Geländes ging es hoch her.

Ahnatal – Nur wenige Sekunden dauerte es, bis Bürgermeister Stephan Hänes (SPD) bei seinen einleitenden Worten Widerspruch bekam. So polarisiert und aufgeheizt blieb es während der Begehung der Fläche am Kammerberg, die potenziell zu einer Mountainbikestrecke umgebaut werden soll. Doch um was geht es überhaupt?

Die Idee und Planung

Einige anwohnende Eltern hatten sich an Bürgermeister Stephan Hänes gewendet und um einen Platz gebeten, an dem sich Jugendliche treffen und betätigen können. Er wählte das Gebiet auf dem ehemaligen Henschel-Versuchsgelände. Dieses ist derzeit inoffizieller Treffpunkt von Jugendlichen aber auch älteren Gruppen. Zudem nutzen einige das Gebiet zum Spazieren. Das Gelände soll nun für Radfahrer aufbereitet werden und dazu soll eine Betonplatte fürs Tischtennisspielen aufgestellt werden. Große Kosten sollen nicht entstehen, schildert Hänes. Dabei werde lediglich Erde aufgeschüttet und die Pflanzen würden nicht geschnitten. Die Untere Umweltbehörde habe die Pläne abgenickt, heißt es weiter. Freiwillige Helfer sollen das Gebiet dann pflegen. Darüber informierte die Gemeinde die Anwohner in einem Schreiben. Diese sollten zunächst in Kenntnis gesetzt werden, bevor die Gremien der Gemeinde darüber befinden. Konkrete Planungen seien deshalb noch nicht erarbeitet. „Es war nur eine Idee, ein Angebot für Jugendliche zu haben. Statt einem Pro und Contra gibt es aber nur Streit“, sagt Maja Vondermühl von den Initiatoren verwundert.

Die Kritiker

Unter den Anwohnern und Naturschützern gibt es einige Kritiker. „Den meisten ist nicht bekannt, dass der seltene Grünspecht hier zu Hause ist“, sagt der Anwohner Michael Hoffmann. Auch andere Tierarten seien in dem Biotop heimisch. Ein offizieller Treffpunkt würde noch mehr Jugendliche anlocken. Das bedeute mehr Müll und Lärmbelästigung, befürchten einige.

Die Jugendlichen

„Wir sind so gut wie nie hier“, sagten zwei anwesende Jugendliche. Es gebe zu viele Scherben auf dem Gelände. Stattdessen fahren sie oftmals nach Vellmar zum Skatepark. Rund 14 Kilometer müssen sie dafür zurücklegen. Dabei gebe es schon einen ausgewiesenen Weg, schildert ein Junge, der auch jetzt nicht frei von Müll ist.

Die Politik

Vertreter von FWG, CDU und SPD stehen dem Vorhaben offen gegenüber. „Die Nachteile werden maßlos übertrieben“, sagte Rüdiger Reedwisch (CDU). Es gebe viele Bauchargumente gegen die Planungen, sagt Dirk Roas (FWG). Die Grünen halten den Standort für ungeeignet und würden die Idee anderswo umsetzen. Für Hänes ist die Sache jedoch klar: „Ich werde mich nicht abbringen lassen, hier etwas aufzubauen“, sagte er der HNA. (Amir Selim)

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