Radwegeausbau sorgt für Diskussion

Ahnataler SPD fühlt sich schlecht informiert – Bürgermeister weist Kritik zurück

Der Lückenschluss nach Vellmar ist Teil des Radwegekonzepts: Ab der Baumschule Döring in Ahnatal soll der Radweg ausgebaut werden, der weiter über die Hauptstraße durch Heckershausen führt.  
ARCHIV
+
Der Lückenschluss nach Vellmar ist Teil des Radwegekonzepts: Ab der Baumschule Döring in Ahnatal soll der Radweg ausgebaut werden, der weiter über die Hauptstraße durch Heckershausen führt. ARCHIV

Es ist ein wiederkehrender Disput zwischen der SPD-Fraktion und der Ahnataler Gemeindeverwaltung. Die SPD fordert in regelmäßigen Abständen Sachstandsberichte von der Verwaltung zu Beschlüssen des Parlaments, die ihrer Meinung nach entweder nicht oder nur stark zeitverzögert umgesetzt werden. Und immer wieder mahnt die SPD im Parlament an, dass sie sich nicht ausführlich und zeitnah informiert fühlt.

Ahnatall - Bei der Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstagabend legte sie nun gleich zwei Anträge zur Vorlage eines Sachstandsberichtes vor. Zum einen zur Sanierung des Gemeindezentrums Heckershausen und der Erweiterung der Kita und zum anderen zum Radwegekonzept und dessen Umsetzung.

Letzteres führte zu einer längeren und teilweise hitzigen Debatte, in der CDU-Fraktionschef Rüdiger Reedwisch der SPD „unseriöse Wichtigtuerei“ vorwarf, weil sich ihm der Bedarf der gewünschten Informationen nicht erschloss. „Wir haben eine Fülle von Informationen in der Gemeindevertretung und im Gemeindevorstand erhalten“, sagte Reedwisch.

Ebenso sah es Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU). „Die Gemeindevertretung ist immer auf dem aktuellsten Stand, und wir haben auch heute wieder einen Bericht zu den Radwegen vorgelegt“, sagte der Rathauschef.

Der Vorwurf der SPD lautet, dass „nach fast drei Jahren Umsetzungszeit bis heute keines der angestrebten Projekte umgesetzt ist“, sagte Fraktionsvorsitzender Thomas Dittrich-Mohrmann. Dabei sei gerade die Ortsdurchfahrt in Heckershausen ein „sehnlicher Wunsch“ der Bürger gewesen, denen bei einer Bürgerversammlung im Oktober 2017 das Konzept vorgestellt worden war. Eine von Hessen Mobil geforderte Machbarkeitsstudie liege immer noch nicht vor. „Wir wollen endlich wissen, was Stand der Dinge ist“, sagte Dittrich-Mohrmann.

Aufenanger legte daraufhin ausführlich dar, wann genau welche Entscheidung im Parlament und wann welche Abstimmungen mit Hessen Mobil getroffen wurde – vom ersten Beschluss der Gemeindevertreter im November 2017 bis zum derzeitigen Stand. „Wir arbeiten mit Hochdruck an dem Thema“, betonte der Rathauschef, nachdem Andreas Jordan (SPD) das Fazit gezogen hatte, dass sich wohl in den nächsten fünf Jahren nichts ändern würde am „katastrophalen Zustand der Radwege“. Für zwei der Maßnahmen (Verbindung Kreuzfeld-Berliner Straße und Roter Weg) würden die Ausschreibungen bereits laufen „und wir werden im Frühjahr mit der Umsetzung starten“, betonte Aufenanger.

Auch ihm ginge das alles viel zu langsam. „Man braucht auf jeden Fall einen langen Atem, um richtig gute Radwege zu erhalten.“ Gerade die sich oft ändernden Förderrichtlinien seien ein Problem. Er bat darum, von der Forderung nach einem Sachstandsbericht abzusehen, weil das eine zusätzliche Mehrbelastung für die Verwaltungsmitarbeiter bedeute und die Informationen bereits vorlägen.

Trotz des Appells wurde der Antrag mit einer Mehrheit von SPD und Bündnis 90/Die Grünen angenommen. Bis zur Sitzung im November muss die Verwaltung nun den Bericht vorlegen. (Von Amira Sayed El Ahl)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.