Sagenumwobene Orte: Rätsel um die Mulde auf dem Gipfel

Mythen um den Hohlestein bei Ahnatal

Rätselhaft: Zwei Meter lang und breit und 1,2 Meter tief ist die von Menschenhand geschaffene Mulde auf dem Gipfelplateau. Welchem Zweck sie diente, ist bis heute nicht abschließend geklärt.
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Rätselhaft: Zwei Meter lang und breit und 1,2 Meter tief ist die von Menschenhand geschaffene Mulde auf dem Gipfelplateau. Welchem Zweck sie diente, ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Schauergeschichten und Heldentaten kommen auch in den Legenden über sagenumwobene Orte im Landkreis Kassel vor. Wir gehen den Geschichten nach und stellen die Orte vor, diesmal den Hohlestein bei Ahnatal.

Ahnatal – Von außen versteckt der Hohlestein seine Besonderheit sehr gekonnt. Wenn man sich der 476 Meter hohen Bergkuppe in der Ahnataler Gemarkung vom Wanderparkplatz Triffelsbühl aus nähert, dann sieht man aus einiger Entfernung einen sanften, mit Bäumen bewachsenen Hügel. Doch mitten im Wald ragt er plötzlich empor: ein großer Fels mit fast senkrechten Basaltsteinwänden.

Der Hohlestein bei Ahnatal.

Eine Hinweistafel des Eco Pfades Archäologie Dörnberg am Fuße des Felsens weist darauf hin, dass der Aufstieg auf den Hohlestein sehr schwierig ist. Und tatsächlich muss man ein bisschen klettern, um den Gipfel zu erreichen. Doch die Anstrengung lohnt sich. Vom kleinen Plateau des Gipfels bietet sich ein großartiger Ausblick auf die Gemeinde Ahnatal und den Reinhardswald. Und nicht nur das. Man ist auch ganz nah dran an einem der sagenumwobenen Orte im Landkreis Kassel. Denn in der Mitte des Plateaus befindet sich eine von Menschenhand geschaffene, fast quadratische Vertiefung – mit einer Seitenlänge von zwei Metern und einer Tiefe von 1,2 Metern.

Zu welchem Zweck diese Mulde in den Fels geschlagen wurde - das ist bis heute nicht endgültig geklärt. Fest steht, dass der Hohlestein wohl bereits im sechsten bis fünften Jahrhundert v. Chr. besiedelt war. Darauf deutet ein Steinwall am Fuße des Felsens hin, an dem Scherben aus jener Zeit gefunden worden sind. Weitere Funde aus dem 12. und 13. Jahrhundert lassen auf eine zweite Besiedlung im Hochmittelalter schließen. Wie auf der Hinweistafel zu lesen ist, gibt eine Nachricht aus dem Jahr 1745 an, dass auf dem „Hohenstein“ genannten Berg noch Trümmer eines einstigen Schlosses zu sehen sein sollen. Die Vertiefung wird als Brunnen bezeichnet. Sie könnte aber auch ein Keller gewesen sein.

Eine andere Vermutung findet sich bei der Internet-Enzyklopädie Wikipedia. Dort ist die Rede davon, dass die Anlage auf dem Hohlestein eine Begräbnis-, Kult-, und Opferstätte der Kelten aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. gewesen sein könnte und die künstliche Mulde zunächst für Brandbestattungen gedient hätte. Unterstützt werde dies durch den Fund eines Bronzerings im Jahr 1905, der als Grabbeilage gedeutet werde.

Eine wesentlich profanere Überlegung findet sich abschließend wieder auf der Tafel des Eco Pfades. Demnach könnte die Vertiefung auch der gescheiterte Versuch sein, einen Bergwerksschacht anzulegen, denn im Spätmittelalter wurde in der Region Eisenerz abgebaut. Laut Hinweistafel ist auch von der zwischen Ahnatal-Heckershausen und Kassel-Harleshausen gelegenen Firnskuppe ein mehrere Meter tiefer Schacht bekannt. Von der Felskuppe aus habe man versucht, an das im Basalttuff vorkommende Eisenerz zu gelangen.

Was letztendlich hinter dem Geheimnis der Mulde auf dem Hohlestein steckt, diese Frage stellt sich jeder Wanderer aufs Neue.

Info: Der Hohlestein ist gut über den vier Kilometer langen Rundwanderweg Nummer 1 zu erreichen, der am Wanderparkplatz Triffelsbühl startet. Der Parkplatz liegt an der B 251. (Meike Schilling)

Ausblick: Vom Gipfel des Hohlesteins hat man einen tollen Ausblick auf Ahnatal und bis zum Reinhardswald.

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